Music Interview | verfasst 04.04.2017
Cologne Tape
»Schwingt das Pendel zurück?«
Im Kölner Stadtteil Deutz rumort es schon seit längerem. Während der Kölner die östliche Rheinseite leicht verächtlich »Schäl Sick«, die falsche Seite, nennt, ist gemeinhin bekannt, dass von eben jener Seite interessante Musik kommt.
Text Lars Fleischmann
Colognetape

Das Label Magazine hat in den letzten Jahren vor allen Dingen auch international für Furore gesorgt. Es steht für Club-Not-Clubmusik zwischen Techno, Kraut und Experiment. Die neueste Veröffentlichung des Labels kommt vom Kollektiv Cologne Tape, das aus den Musiker_innen Ada, Barnt, Jens-Uwe Beyer aka Popnoname, Jörg Burger, John Harten, Philipp Janzen (Von Spar), Mario Katz, John Stanier (Battles, Helmet) und Axel Willner respektive The Field besteht.
 »Welt« heißt ihr Album, was man auf mindestens zwei Arten lesen kann: das Köln wieder Welt ist oder aber, dass es für diese Musik nicht wichtig ist, wo sie herkommt – sondern wo sich sich mit anderen verbindet.

Eine alte Werft darf als Entstehungsort und Mittelpunkt für das Label gelten. In den Gebäuden auf dem Gelände findet sich nicht nur der bekannte Mainstream-House-Laden »Bootshaus«, sondern auch die Wohngebäude der Labelmacher. Außerdem hat man hier jahrelang einen Off-Space-Betrieben, der in Andenken an den gemeinhin als untalentierten Politiker bekannten und ehemaligen Oberbügermeister »Fritz Schramma Halle« genannt wurde.
 Nur unweit des Geländes findet sich ein aufwendiges Spa namens ›Claudius Therme‹. Hier (also leider nur im Restaurant und nicht in einer der Saunen) treffe ich Cologne Tape. Nicht vollständig, man versichert mir aber, dass hier der kollektivistische Gedanke hochgehalten wird. So sind alle Aussagen als gemeinschaftliche Antworten anzusehen.

Wer oder Was ist Cologne Tape?
Cologne Tape: Wir sind eine Anhäufung verschiedener Musiker.

Ihr seid ja auch die Katalognummer »1« auf dem Label »Magazine«. Könnt ihr uns mal einen Überblick verschaffen: wie sind das Label und die Band genau verstrickt?
Die drei Labelgründer Barnt, Crato und Jens-Uwe Beyer sind bei Cologne Tape dabei. Tatsächlich war Cologne Tape der Beginn für das Label. Vorher gab es den Wunsch ein Label zu machen, aber keinen Anlass, keine Musik, die uns eigenständig genug erschien.

Wir sind hier in der Werft im Kölner Stadtteil Deutz, wo ja auch einige von euch wohnen, und andere bestimmt gern gesehene Gäste waren. Ist der Ort hinsichtlich der kollektivistischen Näherung an Kunst und Musik auch wichtig?
Für das Label ist der Hafen ein wichtiger Ort. Barnt, Crato und Jens-Uwe kommen von der Ostsee. In der Werft haben sie wenigstens noch einen großen Fluss. Für ›Cologne Tape‹ waren aber auch die Dumbo Studios, die sich Von Spar in der Südstadt aufgebaut haben, ein wichtiger Ort. Dort können wir tagelang machen, was wir wollen.

Vom Namen schließt man halt schnell auf einen Ort, schreit ja fast danach. Was steckt da genau dahinter? Ist das eine Werbung für die Stadt Köln als Standort? Oder steckt da auch »Sound of Cologne« drin?
Das ist alles nicht beabsichtigt. Die Band existiert nur in Köln und hier haben wir alles aufgenommen. Also ist das eher im Sinne von The Köln Recordings, The Cologne Tape, etc gemeint.
»Die größte Melodien entstehen bei uns, wenn alles egal ist.« ( Cologne Tape)
Und die Vereinnahmung als Leitbild für eine Kölner Szene, whatever that means, herhalten zu müssen oder können? Also dass euer Album jetzt wie »der große Hauptstadt-Roman«, nur für die Kölner Musiker, besprochen wird. Seid ihr vielleicht sogar der Status Quo?
Wir empfinden das nicht so. Vielleicht entsteht solch ein Eindruck dadurch, dass wir in Köln seit langem viele Sachen machen: Magazine ein paar Jahre mit einem eigenen Warehouse im Hafen, Jörg als Teil von Kompakt, Philipp mit Von Spar. Aber es gibt viele andere tolle Musiker, die gerade am Status Quo elektronischer Musik aus Köln arbeiten: Colorist, Jondo, Friday Dunard und viele mehr.

Ist einer der Gründe aber vielleicht auch, dass an euch heran getragen werden könnte, dass ihr standhaft in Köln geblieben seid? Gerade in Köln redete man auch immer noch und immer wieder vom Ausbluten der Szene und dass alle nach Berlin gehen und so.
Das Gefühl des Berlin Drains gab es vor ein paar Jahren. Schwingt das Pendel bald vielleicht sogar zurück?

Musikalische Traditionslinien kann man nicht von der Hand weisen. Die Kraut- und Prog-Bezüge z.B. … Seht ihr euch in einer Nachfolge zu so Heroen wie Can?
Es gibt manchmal kurze Abschnitte, in denen wir auch eine Nähe zu Musik aus den 70ern wahrnehmen. Das ist nicht geplant. Wir denken, das kommt durch ähnliche Praxen des gemeinsamen Musizierens zustande. Dass wir uns alle aufeinander einlassen, dass es keine wirklichen Virtuosen in der Band gibt usw. Aber im Unterschied zu 70er Bands spielt für uns der Club eine ebenso wichtige Rolle wie die Konzertbühne.

Ich nehme mal an, dass ihr dann auch eine Jam-Band seid. Ist das Musik, die entsteht, wenn man zu mehreren in einem Aufnahmeraum ist? Auch unter dem Aspekt, dass ihr kein klassisches Songwriting habt.
Wir sehen uns nicht als Jam-Band. Das wäre wohl eher eine Band, in der geübte Musiker sich mit technischem, vorgeübtem Spiel gegenseitig begleiten. Wir sind eine Augenblicks-Band. Die größte Melodien entstehen bei uns, wenn alles egal ist, wenn alle da sind und etwas machen, das sich für alle gut anfühlt.
Cologne Tape - Welt Find it at hhv.de: 2LP
Also die Abfolge auf der Platte folgt damit bestimmt nicht der zeitlichen Abfolge der Aufnahmen im Studio.
Nein, genau, tut sie nicht. Um die Stimmung besser wiederzugeben, die bei den Aufnahmen im Raum war. Das Zeitempfinden während des Spielens und dann danach während des Hörens ist ein anderes.

Hat der Titel »Welt« auch damit was zu tun?
Cologne Tape will alles in der Welt zulassen.

Wie wird denn der Live-Moment bei euch aussehen? Wollt ihr das überhaupt spielen und dann wo?
Wir haben bis jetzt zwei Konzerte in Köln um die 2010er Wende gespielt, eines in der Halle damals auf der Werft, das andere im Stadtgarten. Das hat sich so richtig angefühlt, dass wir jetzt entschieden haben, dieses Jahr im Spätsommer eine Handvoll Konzerte zu geben. Die Auftritte werden ein großes Wiedersehen. Das mit anderen zu teilen ist der Moment, der uns interessiert.

Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 30.03.2017
Cologne Tape
Welt
Rund um das Label Magazine hat sich mit Cologne Tape ein illustres Kollektiv geschart, das nun mit »Welt« ihrer Spiellust freien Lauf lässt.
Music Review | verfasst 01.12.2014
Von Spar
Streetlife
Auch wenn Von Spar klingen wie eine Mutation aus Lynnyrd Skynnard & Holy Ghost, gelingt ihnen mit »Streetlife« ein wunderbares Album.
Music Liste | verfasst 15.12.2014
2014
Die 50 Alben des Jahres (Teil 2)
Dieses Jahr war es schwer wie selten, sich auf 50 Alben zu reduzieren. Viele Newcomer und viele Comebacker haben das Jahr bestimmt. Und immer wieder und in allen Genres wurde am Sound der Zukunft geschraubt. Lest hier Teil 1 der Liste…
Music Interview | verfasst 23.03.2015
Neben der Spur mit...
Von Spar
Wir begeben uns mit Künstlern neben die Spur. Abseits von Ton- und Filmspuren bekommen sie von uns den Raum, über eine Leidenschaft zu sprechen, die (auf den ersten Blick) nichts mit ihrem eigenen Schaffen zu tun hat.
Music Review | verfasst 03.05.2012
Battles
Dross Glopp
Indem sich »Gloss Drop« durch Stimmungen und Stile bewegt, bewegt es sich räumlich und zeitlich durch eine überaus tanzbare Nacht.
Music Review | verfasst 17.09.2015
Battles
La Di Da
Battles ziehen auf »La Di Da« weiter an einem Knäuel. Auch an Stellen, an denen man sich mehr einen Strang gewünscht hätte.
Music Kolumne | verfasst 15.06.2011
Aigners Inventur
Mai 2011
Irgendetwas stimmt diesen Monat nicht. Was sich im Mai zur Kaffeefahrt verabredete, war im Schnitt älter als der AC Mailand. Und das ausgerechnet im Monat nach Goblin. Quo vadis, Mai?
Music Review | verfasst 11.12.2013
The Field
Cupid's Head
The Field verliert sich im Loop und schafft es, durch die Einstreuung unscheinbarer Soundelemente eine hypnotische Wirkung zu entfalten.
Music Review | verfasst 06.04.2016
The Field
The Follower
The Field verstört und fasziniert auf »The Follower« gleichermaßen. Genau das macht die Faszination aus.
Music Liste | verfasst 05.04.2016
The Field
10 Favourite Reissues
So Facettenreich seine Kompositionen als The Field sind, so vielfältig ist auch der Musikgeschmack von Axel Willner. Anlässlich des Release’ von »The Follower« hat er uns seine 10 Vinyl-Reissues der letzten Zeit zusammengetragen.
Music Interview | verfasst 12.06.2015
Sylabil Spill & Ghanaian Stallion
»Rap ist immer Ventil«
Alles ist ein Duell. Sylabil Spill fechtet sie im 1vs1 mit Whack-MCs und auf einer Metaebene mit der Gesellschaft aus. Jetzt hat er gleich zwei neue EPs veröffentlicht. Eine davon mit Ghanaian Stallion. Wir trafen das Duo zum Gespräch.
Music Review | verfasst 19.06.2015
MoTrip
Mama
Sein zweites Album »Mama« wird MoTrips Standing als einer der besten Rapper Deutschlands zwar nicht zementieren, aber verankern.
Music Kolumne | verfasst 10.06.2015
Aigners Inventur
Mai 2015
Auch in diesem Monat setzt sich unser Kolumnist vom Dienst wieder kritisch mit der Release-Flut auseinander, selektiert, lobt und tadelt. Any given month. Dieses Mal u.a. unter der Lupe: A$AP Rocky, Jamie XX, Shamir und Jenny Hval.
Music Review | verfasst 17.06.2015
Hudson Mohawke
Lantern
Neue Maßstäbe soll »Lantern« setzen. Stattdessen setzt es sich auf seinen aufgeblasenen Hochglanz-Hintern-
Music Porträt | verfasst 11.06.2012
alt-J (∆)
Das magische Dreieck
Die vier Briten heißen wie ein Dreieck, das entsteht, wenn man auf der englischen Ausführung des Macbooks das Kürzel »alt-J« benutzt. Sie spielen mit neumodischen Schnickschnack versehenen Folk und werden als nächstes großes Ding gehandelt.
Music Review | verfasst 12.06.2015
Marsimoto
Ring der Nebelungen
Marsimoto ist zurück und hält mit »Ring der Nebelungen« einige Trümpfe in der Hand, kratzt inhaltlich aber leider nur an der Oberfläche.
Music Porträt | verfasst 11.06.2015
Ben Zimmerman
Musik aus dem Discounter
Es gibt in der Musik nichts Neues mehr? Man muss bloß ein bisschen suchen. Dann findet man so jemanden wie Ben Zimmerman. Der hat zehn Jahre lang Klänge erzeugt – auf einem schlichten Rechner der Elektromarkt-Kette RadioShack.
Music Review | verfasst 18.06.2015
Pimf
Memo
Pimfs Debütalbum »Memo« ist ehrliche Befindlichkeitspoesie zwischen juvenilen Weltschmerz und enthusiastischer Aufbruchsstimmung.
Music Liste | verfasst 15.12.2014
2014
Die 50 Alben des Jahres (Teil 1)
Dieses Jahr war es schwer wie selten, sich auf 50 Alben zu reduzieren. Viele Newcomer und viele Comebacker haben das Jahr bestimmt. Und immer wieder und in allen Genres wurde am Sound der Zukunft geschraubt. Lest hier Teil 1 der Liste…
Music Review | verfasst 18.06.2015
Snow Bone
Protoplanetary
Es ist ein ungefiltertes Statement, das der Brite Snow Bone mit seiner dritten EP »Protoplanetary« in Vinyl ritzen lässt.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Tolouse Low Trax – Jumping Dead Leafs
Der Mann, der einen Sound geprägt hat, ist zurück mit einem Langspieler. Die drei Männer, die nichts geprägt haben, sind zur Stelle, um sich über ihn zu unterhalten. Das ist natürlich eine tolle Sache.
Music Liste
Record Store Day 2020 – 2nd Drop
Weitere 12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 26.9.2020 findet nun der zweite von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Dafür sind wiederum mehr als 150 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Interview
Action Bronson
»Nichts könnte mich davon abhalten, mein Leben zu lieben«
Action Bronson meldet sich zurück. Das ist erstaunlich, denn die Musik ist nur ein Teil im Leben des New Yorkers, der auch Maler, Tänzer, Olivenöl-Tester, Schauspieler und anderes ist. Wir hatten die Gelegenheit zu einem Gespräch.
Music Kolumne
Records Revisited
Kate Bush – Hounds Of Love (1985)
Auf ihrem selbstproduzierten, fünften Studioalbum erklimmt Kate Bush den Gipfel ihres Autoren-Art-Pops. Ihre Synthese von digitaler Klanggestaltung und Folk-Elementen zeitigt ein Album, das einem Jahrhundertroman gleichkommt.
Music Porträt
Melody As Truth
An der Schwelle von Sound und Stille
Mit seinem Label Melody As Truth bewegt sich Jonny Nash zwischen Balearic und Ambient. Die Reise führt von New Age zu einer neuen Art von Weltkammermusik. Er selbst spricht vom »Erforschen von Raum und Timing«.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober
Der Sommer ist vorbei, die Welt ja sowieso, da wird selbst unser Kolumnist emotional. Er gibt seinem Haustier einen Namen und legt sich zu Enya in die Badewanne. Aigners Inventur ist zurück. Ganz, ganz wild.
Music Porträt
Larry Heard
Von der Luftgitarre zur Clubhymne
Larry Heard gilt als einer der Gründungsväter von Chicago House. Mit »Can You Feel It« prägte er das Antlitz von Deephouse. Stets blickte er über den Tellerrand der Clubmusik hinaus. Begonnen hat er seine Karriere jedoch als Luftgitarrist.
Music Kolumne
Records Revisited
Aesop Rock – Float (2000)
Statistisch gesehen ist Aesop Rock der eloquenteste unter allen Rappern. Stilistisch gesehen musste er zuerst behaupten, um im Feld der elaborierten Hip-Hopper zu etablieren. Dahingehend war »Float« von 2000 eine erstes Ausrufezeichen.
Music Interview
Kelly Lee Owens
»Wir verkörpern Emotionen«
Mit »Inner Song« veröffentlichte die walisische Musikerin ihr zweites Album, das mit einer Hand die Tränen nach dem Closing-Set aus den Augen wischt und mit der anderen das Fenster in den Alltag aufstößt. Ein Gespräch.
Music Liste
Harmonious Thelonious
10 All Time Favs
Mit »Plong« rüttelt Stefan Schwander an den Grundfesten der Clubmusik. Sein neues Solo-Album als Harmonious Thelonious lässt Alltagsgeräusche ein unheimliches Eigenleben entwickeln. Uns hat er erzählt, welche 10 Platten ihn geformt haben.
Music Interview
Nubya Garcia
Verwobene Erinnerungen
Die Saxophonistin Nubya Garcia ist Teil der regen Londoner Jazzszene. An ihrem Instrument ist sie eine der energetischsten Musikerinnen der Welt. Ansonsten ruht sie in sich. Sie ist so cool, wie die Musik, die sie spielt. Ein Interview.
Music Porträt
Pierre Schaeffer
In allem steckt Musik
Lange Zeit war es kaum vorstellbar, dass Musik durch anderes als Instrument und Stimme entstünde. In den Händen Pierre Schaeffers jedoch wurde der Tonträger zur Basis der Komposition. Vor 25 Jahren starb der Pionier der elektronischen Musik
Music Liste
Record Store Day 2020 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 29.8.2020 findet nun der erste von drei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind mehr als 350 exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Liste
Jonathan Bree
10 All Time Favs
Jonathan Bree versteckt sein Gesicht hinter einer Latexmaske. Nun ja. Aber das ist nicht das bemerkenswerteste an dem Neuseeländer. Denn er ist vor allem ein erstklassiger Songwriter. Uns hat er erzählt, welche 10 Platten ihn geformt haben.
Music Porträt
Kommerz Records
Sich selbst das Bein stellen
Jonathan und Lukas Nixdorff haben sich einen Kindheitstraum erfüllt: Vor wenigen Wochen gründeten sie Kommerz Records. Dort erscheint nun das erste Release, »Kommerz Season 1: Anti-Virus«.
Music Porträt
Light In The Attic
Alles ist erleuchtet
Seit fast 20 Jahren bringt das in Seattle beheimatete Plattenlabel Light In The Attic Licht ins Dunkel jener Releases, die im Schatten stehen. Dass sie von Beginn an auf Vinyl setzten, zubilligt dem Label heute die Rolle eines Vorreiters.
Music Porträt
Jason Molina
Gone But Not Forever
Soeben sind unveröffentlichte Aufnahmen von Jason Molina veröffentlicht worden. Mit Songs: Ohia oder Magnolia Electric Co. wollte er sein Leben als Momentaufnahme festhalten. Doch es löste sich auf wie die Gespenster, an die er glaubte.
Music Kolumne
Records Revisited
Raekwon – Only Built 4 Cuban Linx… (1995)
Nach »Enter the Wu-Tang (36 Chambers)« haben sich die Clan-Mitglieder solo ausprobiert. Erst Method Man, dann Ol’ Dirty Bastard, schließlich Raekwon. Sein 1995 releastes »Only Built 4 Cuban Linx…« zählt zu den Meisterwerken des Hip-Hop.
Music Porträt
Jockstrap
Viel Klang, viel Geräusch
Das Londoner Duo Jockstrap veröffentlicht ihre Schallplatten bei Warp. Ihre Songs sind in Werbungen von Chanel und Dior zu hören. Taylor Skye und Georgia Ellery spielen sich auf der zweiten EP »Wicked City« passgenau die Bälle zu.
Music Liste
Jay Glass Dubs
10 All Time Greek Favs
»Soma« heißt auf Griechisch Körper und an den richtet sich die Musik von Jay Glass Dubs. »Soma« heißt sein neues Album. Das war die Chance den Griechen nach 10 Schallplatten zu fragen, die ihn geformt haben. Er antwortet griechisch.
Music Kolumne
Record Revisited
Elliott Smith – Elliott Smith (1995)
Die neunziger Jahre waren ein lautes Jahrzehnt, doch sie gaben uns auch die Musik von Elliott Smith. Dessen zweites Album »Elliott Smith« setzte einen stillen, inwendigen Kontrapunkt zum Weltgeschehen.
Music Kolumne
Records Revisited
Joy Division – Closer (1980)
Joy Divisions Album »Closer« war ein Zwischenschritt, ein halbherziges, halbbeseeltes Statement von vier jungen Männern auf ihrem Weg in neue Untiefen. Nur einer aber wollte, konnte nicht vom Fleck kommen.
Music Porträt
WeWantSounds
Ansteckende Leidenschaft
Den Grund für die Label-Gründung trägt WeWantSounds im Namen. Seit 2015 veröffentlicht der Pariser Zweimannbetrieb persönliche Lieblingsmusik aus den Siebzigern und Achtzigern. Bei der Auswahl spielen Genre- und Landesgrenzen keine Rolle.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Arca – KiCK i
»KiCK i« soll das erste von vier neuen Arca-Alben sein. Während sich einer unserer Autoren dazu auf dem Shakti-Kissen lümmelt, surft der andere auf Soundcloud das Reggaetón-Tag ab und bewundert der Dritte das Songwriting der Platte.
Music Essay
Baltic & Finnish Jazz
Grenzen ausbooten
Während Jazz von London bis L.A. eine neue Pop-Sensibilität entwickelt oder Fusion updatet, werden an den Ostseeküsten kühle Geschmacksrichtungen zwischen Nachwuchs und Nostalgie kultiviert. Weltoffen ist Jazz auch hier – und total eigen.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2020
Hier werden persönliche Anekdoten zu programmatischen Allegorien: Aigners Inventur verabschiedet sich schlussendlich mit einem Wimmern in die Sommerferien. Es ist schließlich 2020.
Music Porträt
International Anthem Recordings
Die Suche nach dem Echten
Seit sechs Jahren liefert das Label International Anthem aus Chicago zuverlässig Jazz mit ganz eigener Attitüde. Wobei sich die Gründer fast jeder Zuschreibung verweigern. Für sie gilt: Der schönste Klang ist stets das Echte.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2020
50 best Vinyl Records so far
Wahrscheinlich wird man in 40 Jahren zwei Fragen beantworten müssen: Was man 2020 selbst gegen das Leid und die Ungerechtigkeit getan und welche Platten man gehört hat. Bei der Beantwortung der zweiten Frage, können wir behilflich sein.
Music Porträt
We Jazz
Mit Betonung auf Wir
We Jazz, das steht für überraschenden Jazz aus dem Norden. Und noch mehr. Seit 2013 gibt es das Festival in Helsinki, seit 2016 das Label. Dort verlegt Matti Nives vorwiegend finnische Bands. Wir stellen euch das Label vor.
Music Porträt
Roy Ayers
Vibrationen zum Wohlfühlen
Er zählt zu den meistgesampelten Musikern der Gegenwart. Mit Songs wie »Everybody Loves The Sunshine« wurde Roy Ayers, der im September seinen 80. Geburtstag feiert, zur Legende. Auf Jazz Is Dead sind nun neue Songs von ihm erschienen.
Music Porträt
Sven Wunder
Wer bin ich?
Es kursieren gerade zwei Alben, die Liebhabern des Rare Groove Freudentränen in die Augen treiben. Das eine, »Doğu Çiçekleri«, spricht seine musikalische Sprache mit türkischen Akzent, »Wabi Sabi« mit japanischem. Doch wer ist Sven Wunder?
Music Kolumne
Records Revisited
Prefab Sprout – Steve McQueen (1985)
Eigentlich wollte Paddy McAloon Priester werden, Menschen von den Worten Gottes berichten. Stattdessen gründete er eine Band. 1985 veröffentlichten Prefab Sprout »Steve McQueen«, das wahrscheinlich schönste Popalbum der Achtziger Jahre.
Music Porträt
upsammy
Das Kleine im Großen
Die Niederländerin Thessa Torsing hat unter dem Pseudonym upsammy in den letzten Jahren die gefragtesten Dancefloors bespielt. Aber auch ihre eigenen Soundproduktionen haben über transkontinentale Wege hinaus Gehör gefunden.
Music Interview
Gary Bartz
»Wir sehen die Realität nicht mehr«
Der Grammy-prämierte Sopransaxophonist Gary Bartz stand mit Miles Davis, Art Blakey und Max Roach auf der Bühne. Jetzt hat er mit der britischen Band Maisha eine Platte aufgenommen – und Neues entdeckt.
Music Kolumne
Records Revisited
Quasimoto – The Unseen (2000)
Vor zwanzig Jahren schloss sich Madlib in den Keller von Peanut Butter Wolf ein und kam als gelbes Alien mit Schweineschnauze raus. Lord Quas war geboren und »The Unseen« hat das Character Design im Hip-Hop auf eine neue Stufe gehoben.
Music Porträt
Dekmantel
Unendliche Ferien
Seit über zehn Jahren löst Dekmantel aus Amsterdam als Label, Festival und Veranstalter die Quadratur des Kreises: Innovation und Untergrund mit Qualität zu verbinden. Ein Ende? Auch in Krisenzeiten nicht in Sicht.
Music Liste
Rafael Anton Irisarri
10 All Time Favs
Ambient? Vielleicht. Aber mit Splittern von Metal, Neo-Klassik und anderem. Rafael Anton Irisarri malt mit dickem Pinselstrich überwältigende Klanggemälde. Für uns hat der US-amerikanische Komponist seine Einflüsse offengelegt.
Music Interview
Eloquent & Knowsum
Jaylib auf LSD
Eloquent und Knowsum, das ist eine Liason, die sich angedeutet hat. »JLALSD« heißt das gemeinsame Album. Das Akronym steht für Jaylib auf LSD. Wir sprachen mit beiden über ihre Zusammenarbeit, »Champion Sound« und das Streben nach Glück.
Music Porträt
Motohiko Hamase
Gemeinsam mit der Welt allein
Motohiko Hamase beendete seine Karriere in der Jazz-Szene Japans so schnell, wie sie begonnen hat. In einem Zeitraum von knapp einem Jahrzehnt veröffentlichte er fünf Alben mit ausgesprochen wundersamer Musik. Ein Porträt.
Music Porträt
Kaitlyn Aurelia Smith
Freundlichkeit durch Klang verbreiten
Ihre Musik ist wie ein langer, ruhiger Fluss aus Strom: Kaitlyn Aurelia Smith macht mit Synthesizern und Stimme Musik, die mehr auf Entspannung als auf Anspannung setzt. Ihr neues Album erweitert diesen Weg durch Körperbewegungen.
Music Porträt
Muriel Grossmann
Abstraktion mit Blick aufs Meer
Die Saxofonistin Muriel Grossmann kommt auf den Balearen zur Abstraktion, reitet mit Hard Bop die Wellen und bringt sogar Milliardäre aus der Fassung. Wer ist die heimliche Pionierin des spirituellen Revivals?