2014 – Die 50 Alben des Jahres (Teil 2)

15.12.2014
Dieses Jahr war es schwer wie selten, sich auf 50 Alben zu reduzieren. Viele Newcomer und viele Comebacker haben das Jahr bestimmt. Und immer wieder und in allen Genres wurde am Sound der Zukunft geschraubt. Lest hier Teil 1 der Liste…
Ivan Ave
Low Jams EP
Jakarta • 2014 • ab 12.99€
Rapper Ivan Ave und Beatfrickler [Mndsgn](https://www.hhv-mag.com/de/glossareintrag/3141/mndsgn) finden für eine gemeinsame EP auf Jakarta Records zusammen und vermessen die jungfräuliche HipHop-Achse Oslo-Los Angeles. Ihr Werkzeug: schwer atmendes Bumm-Tschack, leierndes Rhodes-Geknister und Tumblr-Gedankengut zwischen der letzten Tribes-Reissue und dem nächsten Cappuccino im Pappbecher. Dieses Duo findet in der Vergangenheit tatsächlich ein musikalisches Morgen. Nicht viele Releases können das 2015 von sich behaupten. Wenzel Burmeier

Knowsum
Sichtexotica I
Sichtexot • 2014 • ab 18.99€
Abseits der morschen Beatmaker-Piefkes, die uns auch im Jahre Acht nach J Dilla den erstbesten Delfonics-Loop als »Donuts«-Aufguss servieren wollen, tüftelte Luke&Fils [Knowsum](https://www.hhv-mag.com/de/glossareintrag/3741/knowsum) weiter verlässlich in seinem jazzig-verschrobenen Digger-Kosmos. So war [»Sichtexotica I«](https://www.hhv-mag.com/de/review/6957/knowsum-sichtexotica-i) dieses Jahr nicht bloß der bestmögliche Start für die neue Instrumentalserie von Sichtexot, sondern genau jenes Sample-Kunststück aus versunkenen Soundschnipseln und driftenden Dachkammer-Drums, die ihn mindestens für 15 Stücke zum Madlib von Mainz machten. Fionn Birr

Max Graef
Rivers Of The Red Planet
Tartelet • 2014 • ab 16.99€
Von Lone über Kassem Mosse bis Baaz: House flirtete 2014 lange und ausgedehnt, das heißt im Albumformat, intensiv mit Hip Hop und dessen Ahnenstamm. Der Berliner [Max Graef](https://www.hhv-mag.com/de/glossareintrag/3352/max-graef) hatte Szeneinsidern mit ein paar EPs das Wasser in der Unterbüchse zusammenlaufen lassen, sein Debütalbum ließ die Messlatte noch stärker anschwellen. Abgehangen, Sampling-versiert und verschmitzt groovend. [»Rivers Of The Red Planet«](https://www.hhv-mag.com/de/review/6351/max-graef-rivers-of-the-red-planet) wurde als neuer Sound Of Berlin gefeiert. Doch mal ehrlich: Wer aber außer Max Graef klingt dort so?. Kristoffer Cornils

Millie & Andrea (Andy Stott & Miles Whittaker of Demdike Stare)
Drop The Vowels
Modern Love • 2014 • ab 21.99€
Die zwei Mancunians Andy Stott und Miles Whittaker(letzterer auch bekannt als eine Hälfte des Duos Demdike Stare) erklärten dieses Projekt als ihre Antwort auf die Überzahl ernster Momente in der Musik. Und loteten mit »Drop The Vowels« fleißig die Grenzen der Breakbeat-Statik aus – etwa in »Corrosive«, das Jungle mit einem Footwork-Maß vermisst. Dieses kompakte Abenteuer zieht dir den Boden unter den Füßen weg. Während du dich wieder berappelst, lachen sich Millie & Andrea ins Fäustchen. Wenzel Burmeier

Millie & Andrea (Andy Stott & Miles Whittaker of Demdike Stare)
Drop The Vowels
Modern Love • 2014 • ab 21.99€
Klar, Mndsgns Debütalbum für Stones Throw, [»Yawn Zen«](https://www.hhv-mag.com/de/review/6824/mndsgn-yawn-zen,) ist im Groben an Hand der üblichen Vergleichsmaße schnell beschrieben: stottert wie J Dilla, jazzt wie Madlib und wummert wie eine Nacht bei »Low End Theory« in Los Angeles. Aus einigen Tracks hört man ganz deutlich, welche Schaffensphase von Flying Lotus als Inspiration diente. Nur ist »Yawn Zen« von [Mndsgn](https://www.hhv-mag.com/de/glossareintrag/3141/mndsgn) eines der wenige Beispiele aus dem Bereich Beatmaking 2k14, bei denen es keine Blasphemie ist, die oben genannten zu nennen. Philipp Kunze

Moiré
Shelter
Werkdiscs • 2014 • ab 9.99€
Über Werkdiscs erschienen, ist [Moiré](https://www.hhv-mag.com/de/glossareintrag/3763/moire) vielleicht der klassischste House-Entwurf, den der ewige Dekonstruktivist Actress bisher hat veröffentlichen lassen. [»Shelter«](https://www.hhv-mag.com/de/review/6995/moire-shelter) bewahrt sich dabei diese seltsame, britische Prismen-Wahrnehmung, selbst der geradeste Viervierteltakt wirkt immer als würde er sich in jeder Sekunde auflösen. Gerade das hat Moire gar nicht nötig und am Ende klingt das ein bisschen so als wäre Actress mit Omar-S und Big Strick beim Dragster-Rennen gewesen und hätte auf dem Rückflug nur Maurizio gehört. Florian Aigner

Moodymann
Moodymann
KDJ • 2013 • ab 34.99€
[Moodymann](https://www.hhv-mag.com/de/glossareintrag/46/moodyman) macht mit »Moodymann« den Moodymann. Und damit ist hier so viel Moodymann, dass das Album nur großartig sein kann. So klingt halt einfach kein anderer. Irgendwie schafft es der Freeki Mutherfucker House, Funk, Soul, Jazz und Disco mit einer Geste der Gleichgültigkeit zusammenzubringen, zwischendurch einer Frau abschätzig an den Allerwertesten zu fassen, und am Ende doch nach Liebe zu klingen. [»Moodymann«](https://www.hhv-mag.com/de/review/6115/moodymann-moodymann) ist sexy, groovy und andere Dinge, die einem so in die Blutbahn fahren, dass es dafür keine deutschen Adjektive gibt. Philipp Kunze

Moon B
II
Peoples Potential Unlimited • 2014 • ab 18.99€
Eine kleine Sensation ist mal wieder Moon B, dessen zweites Album für People’s Potential Unlimited so klingt als hätte jemand Larry Heards Amnesia-DATs bei 60 Grad gewaschen und anschließend einen Laienorgler die Synthlines neu einspielen lassen, während dieser sich in einer Hängematte liegend einen Long Island Icetea nach dem anderen reinkippt. Ganz großartig geiler Retrofetischscheiß, vor allem weil hier wenig gedacht und viel gemacht wird. Florian Aigner

Neel
Phobos
Spectrum Spools • 2014 • ab 21.99€
»Sounddesign« ist ja eigentlich ein Schimpfwort – für sorgsam gewienerte Klangoberflächen, denen man mittels Feinjustierung jegliches Leben ausgetrieben hat. In manchen Fällen wird das bewusste Gestalten von Klang jedoch zum entscheidenden Geschehen der Musik, fängt selbst an zu erzählen und seine eigene Spannung zu erzeugen. [Neel](https://www.hhv-mag.com/de/glossareintrag/3793/neel) ist dies mit seinem Solodebüt ganz wunderbar gelungen. Sein Weltraumabenteuer [»Phobos«](https://www.hhv-mag.com/de/review/7078/neel-phobos) wäre ohne die ganze akribische Detailarbeit bei weitem nicht so spannend geraten. Tim Caspar Boehme

NEHRUVIANDOOM (Bishop Nehru & MF DOOM)
NEHRUVIANDOOM
Lex • 2014 • ab 20.99€
Wenn [MF Doom](https://www.hhv-mag.com/de/glossareintrag/27/mf-doom) sich auf ein Kollabo-Album einlässt, gilt es aufzuhorchen: Der Maskenmann enttäuscht selten. Stattdessen weiß er meist positiv zu überraschen – eingedenk, dass man eh Überraschungen erwarten darf, wenn er an die MPC oder ans Mic tritt. Auf [»Sound Of The Son«](https://www.hhv-mag.com/de/review/6983/nehruviandoom-sound-of-the-son) bittet er Jungspund [Bishop Nehru](https://www.hhv-mag.com/de/glossareintrag/3657/bishop-nehru) an letzteres – und überlässt ihm gleich mal den lyrischen Löwenanteil. Das Ergebnis: Beats in der Tradition der Special Herbs, wie geschaffen für Nehrus Nonchalance, die trotz seiner Jugend sehr weitsichtig rüberkommt. Christian Neubert

Neneh Cherry
Blank Project
Smalltown Supersound • 2013 • ab 25.99€
Die unerwartete triumphale Rückkehr von [Neneh Cherry](https://www.hhv-mag.com/de/glossareintrag/2403/neneh-cherry) mit ihrem ersten Soloalbum in 18 Jahren. Ungewohnt sparsam instrumentiert, ließ sich die schwedische Sängerin vom britischen Duo RocketNumberNine lediglich an Schlagzeug und Synthesizer begleiten. Ihr Gesang wirkt dadurch noch einmal dringlicher – in den Songs hat Cherry den Tod ihrer Mutter verarbeitet –, und die unpoliert-rohe Darbietung bekommt ihrer Stimme ausgezeichnet. Lob auch an Produzent Kieran Hebden für entschiedene Diskretion. Tim Caspar Boehme

Objekt
Flatland
Pan • 2014 • ab 21.99€
Genau, Techno ist immer noch nicht tot. Man muss sich bloß ein wenig Mühe geben, um die Sache am Laufen zu halten. [Objekt](https://www.hhv-mag.com/de/glossareintrag/3848/objekt) hat für sein Debütalbum genügend lebenserhaltende Maßnahmen auf Lager, und die liebevoll nuancierten Nummern zwischen Electro und Techno wollen eben auch deutlich mehr sein als reine Dienstleistungen für die Tanzfläche. Hier passiert etwas, das man sich gern einfach mal bewusst anhören kann, es gibt Aufbau, Dynamik, eigensinnige Klänge. Eine Frischzellenkur, elektronisch. Tim Caspar Boehme

Run The Jewels (El-P + Killer Mike)
Run The Jewels 2 Deluxe Edition
Mass Appeal • 2014 • ab 79.99€
Da haben sich endlich Zwei gefunden! [El-P](https://www.hhv-mag.com/de/glossareintrag/83/el-p) und [Killer Mike](https://www.hhv-mag.com/de/glossareintrag/2547/killer-mike) nehmen uns mit ihrem zweiten Album als Run The Jewels mit auf einen gut halbstündigen, atemlosen Parforceritt voller Banger – aggressiv und lustig zugleich, intensiv und ebenso großmäulig. Hier finden sich keine Skits, keine Interludes und kein Bullshit, stattdessen beweisen die beiden, dass sie das Top-Tag-Team im Game sind und nicht nur die Jungen wild sein können. Nein, auch die alten Haudegen haben noch den ein oder anderen Hit im Köcher. Martin Silbermann

ScHoolboy Q
Oxymoron
Interscope • 2014 • ab 28.99€
Allen »Good Kid, m.a.a.d. city«-Vergleichen und der anfänglichen Überforderung mit so finsterem Guntalk zum Trotz, besticht »Oxymoron« – dieser schleichend-wachsende Spätzünder von Album – auch 10 Monate nach Release durch seine unvorhersehbare Tiefe aus Begierde und Lebensmüdigkeit. Dank Gary Burton-Samples, Kurupt-Features und metaphysischer Schwere aus dem »Sunny land of the g’s« ist [Schoolboy Q](https://www.hhv-mag.com/de/glossareintrag/1989/schoolboy-q) damit endgütlig aus Kendricks’ Schatten und gleich mal direkt in den ’10er-Jahre-Kanon für Rap gesprungen. Fionn Birr

Second Storey
Double Divide
Houndstooth • 2014 • ab 22.94€
Ein gutes Jahr für die elektronische Musik. Nächster Beweis: Alex Storey benennt sich um, heißt fortan nicht mehr Al Tourettes sondern [Second Storey](https://www.hhv-mag.com/de/glossareintrag/3651/second-storey) und ist plötzlich variantenreicher, unberechenbarer und gleichzeitig zwingender als je zuvor. »Double Divide« zeugt von Geschichtsbewusstsein und Gegenwärtigkeit, es groovt und schlägt ausreichend Kapriolen, um auch das Hirn zu stimulieren. Einfach ein gutes Album. Auf das Debüt von ALSO, dem gemeinsamen Projekt von Second Storey und Applebim, können wir uns schon heute freuen. Sebastian Hinz

Scott Walker + Sunn O)))
Soused
4AD • 2014 • ab 29.99€
Eine echte Überraschungsbegegnung und so ziemlich das Beste, was den beteiligten Künstlern passieren konnte: Zwei bisher getrennte musikalische Entwürfe offenbaren ihre Gemeinsamkeiten, ohne zwangsvereint zu erscheinen. Zugleich erweitern sowohl Scott Walker als auch [Sunn O)))](https://www.hhv-mag.com/de/glossareintrag/3328/sunn-o) ihr Vokabular – Walker in Richtung Drone Metal, Sunn O))) ihrerseits spielen zum ersten Mal mit einem ausgewiesenen Jacques-Brel-Interpreten. Dessen unheimlicher Klagegesang übertrifft jedes Black-Metal-Krächzen an emotionaler Wirkung. Tim Caspar Boehme

Shabazz Palaces
Lese Majesty
Sub Pop • 2014 • ab 11.99€
Durch ein Interview, das ich mit Dose One führte, bin ich auf [Shabazz Palaces](https://www.hhv-mag.com/de/glossareintrag/849/shabazz-palaces) gestoßen. Ich war sofort neugierig und wurde in dem, was ich entdeckte, nicht enttäuscht – aus den gleichen Gründen, aus dem mich auch [»Lese Majesty«](https://www.hhv-mag.com/de/review/6795/shabazz-palaces-lese-majesty) überzeugt: Die Platte ist in ihrer konzentrierten Dichte schwer (oder gar nicht) zu erschließen, sie ist musikalisch und textlich entrückt, während sie trotz der Beats, die für Erdung sorgen, schwerelos erscheint. Für´s Nebenher ist das wohl nichts: Mit der Platte schließt man sich am besten ein. Christian Neubert

Stewart Walker
Ivory Tower Broadcast
Mundo • 2014 • ab 7.99€
Ein Albumtitel, der täuscht: relevanter kann so ein Comeback kaum sein. [Stewart Walker](https://www.hhv-mag.com/de/glossareintrag/3760/stewart-walker) hat das clubdiskursive Tagesgeschäft hinter sich gelassen, um zum Essentiellen durchzudringen. Ein geglückter produktionstechnischer Wandel: Zurück zum Spiel mit Saiteninstrumenten, daraus behutsam beseelte elektronische Texturen formen. Diese dann zu musikalischen Geschichten fügen, entschleunigt, schon mit wenigen Strichen filmisch, und ungemein zugänglich. Erzählen konnte Walker schon immer. Gut, dass er wieder da ist. Peter Gebert

Stine Janvin
In Labour
Pica Disk • 2014 • ab 11.24€
Manche Platten sind in ihrer kompakten Unmittelbarkeit so weit draußen, dass sie fast unberührbar werden. Wie ein Kiesel aus dem All schlägt Stine [Janvin Motlands](https://www.hhv-mag.com/de/glossareintrag/3309/stine-janvin-motland) jenseitige Vokalartistik in die von Lasse Marhaug perfekt eingefangenen alltäglichen Raumsituationen und versetzt deren glatte Oberflächen in schauernde Vibrationen. Nicht nur die überraschenden Klänge ihres Instruments, auch Verwundbarkeit und Witz in ihrer Korrespondenz mit der Umwelt machen [»In Labour«](https://www.hhv-mag.com/de/review/6278/stine-janvin-motland-in-labour) zu einem der stärksten Avantgarde-Releases des Jahres. Peter Gebert

»Benji« ist vielleicht das beste Folk-Album der letzten zehn Jahre und selbst Mark Kozeleks Ego schafft es nicht, es zu verderben. Die Songwriter- und Erzähler-Talente des bitteren, mittelalten Mannes übertreffen selbst seine Arschlochhaftigkeit. Sollten ihn jemals angepisste Indiekids mit zerbrochenen Light-Bier-Flaschen lynchen, würde [Sun Kil Moon](https://www.hhv-mag.com/de/glossareintrag/3880/sun-kil-moon) immer noch den letzten, traurigen Lacher haben. Nach und mit *»Benji«_* lässt sich noch jeder Tod überwinden. Ein Meisterwerk so wichtig und richtig wie eine Freundschaft, die ewig hält. Kristoffer Cornils

Theo Parrish
American Intelligence
Sound Signature • 2014 • ab 14.99€
Jazz is the teacher, auch in Jack’s House. Kaum ein anderer Produzent nimmt diese Direktive wörtlicher als der gute Theo aus Detroit. Und so lässt er uns auf [»American Intelligence«](https://www.hhv-mag.com/de/glossareintrag/313/theo-parrish) einen Blick auf seine mannigfaltigen Kleinöden schwarzer Kulturgeschichte gewähren, aufgesogen mit Einflüssen – man ahnt es – aller Art. Theo bleibt Theo bleibt Theo, denn Theo, das wird auf dem aufregendsten und zugleich längsten Stück des Albums »Be Yoself« deutlich, bleibt einfach er selbst. Paul Okraj

Traxman
Da Mind Of Traxman Volume 2
Planet Mu • 2014 • ab 22.49€
Ein großartiges Album voll spannend reduzierter Hochgeschwindigkeits-MPC-Tracks mit Seele und Funk auf hypnotisch stolpernden Stakkato-Beats. Jeder Tune arbeitet mit höchstens zwei oder drei Instrumental- oder Vokal-Samples, die nach allen Regeln der Kunst gedreht, gewendet und ausgequetscht werden. Durch deren stilistische Weite zwischen Soul, Jazz, A capella-Chören, Speed Metal, Spoken Word und Kraut-Elektronik eröffnet Cornelius Ferguson alias [Traxman](https://www.hhv-mag.com/de/review/6459/traxman-da-mind-of-traxman-vol-2) Footwork generell völlig neue Möglichkeiten. Andreas Brüning

Untold
Black Light Spiral
Hemlock • 2014 • ab 17.99€
[»Black Light Spiral«](https://www.hhv-mag.com/de/review/6166/untold-black-light-spiral) ist ein epileptischer Anfall im Luftschutzbunker, eine Panikattacke im Rotlichtmilieu, ein Schweißausbruch im Raucherbereich. Ein Album, das unter dem Trümmerhaufen von Techno keine Gnade findet. [Untold](https://www.hhv-mag.com/de/glossareintrag/2288/untold) infiltriert mit seinem Debütalbum das Gehirn des Hörers und pflanzt einen sperrigen Blitz und ein bösartiges Warzenschwein ein. Wer zu diesem Album nur »intensiv« sagt, der nennt auch einen McDonalds-Stammgast nur latent übergewichtig. Philipp Kunze

Traxman
Da Mind Of Traxman Volume 2
Planet Mu • 2014 • ab 22.49€
Auf seinem zweiten Album [»Punish, Honey«](https://www.hhv-mag.com/de/review/6958/vessel-punish-honey) konstruiert [Vessel](https://www.hhv-mag.com/de/glossareintrag/3023/vessel) ein komplexes und herausforderndes Klanggerüst. Der Einsatz von zum Teil improvisierten Instrumenten kollidiert dabei mit Noise-Elementen und Melodien, die an der Grenze zum atonalen vorbeischrammen. Zusammengehalten wird diese industrielle Experimentierfreude von einem treffenden Gespür für Rhythmik, Komposition und Songstruktur. Der Bristoler Produzenten fügt sich damit hervorragend in den Labelkatalog von Tri Angle Records ein.

Untold
Black Light Spiral
Hemlock • 2014 • ab 17.99€
[Von Spar](https://www.hhv-mag.com/de/glossareintrag/3830/von-spar) haben ein bisschen Disco, ein bisschen Yachtrock, ein bisschen Synthpop gemeinsam zum Kuscheln unter eine herrlich duftende Decke geschickt. Herausgekommen ist [»Streetlife«](https://www.hhv-mag.com/de/glossareintrag/3830/von-spar,) ein Album ohne Beisser und Stahlkappen und dafür mit viel Platz in der Mundhöhle und in Herzchensocken – es fehlt ihm der Biss, aber es lutscht unfassbar gut und geschmeidig läuft es auch. Doch »Streetlife« ist nicht nur weich, es manövriert vor allem auch (ohne Krach zu machen, weil in Herzchensocken) durch die musikalischen Stile und verbindet sie mühelos zu Wohklang auf Albumlänge. Philipp Kunze

[Du hast den 1. Teil übersehen? Hier findest du die andere Hälfte der 50 Alben des Jahres](https://www.hhv-mag.com/de/feature/7223/2014-die-50-alben-des-jahres-teil-1)