Seit fünf, sechs Jahren scheinen sie zum Jahresabschluss unvermeidlich: die wütenden Brandreden gegen die Gesamtscheiße. 2020 umso mehr, klar. Aber während zuvor noch jeder wütende Dezembersermon sich zum Ende hin damit herausreden konnte, dass ja immerhin die Musik Trost und Hoffnung gespendet habe und es schon weiterginge, weil es muss und weil der Beat schließlich auch kein Ende findet, wollen wir uns und euch das hier und jetzt nicht einreden. Sprechen wir es aus: Musik ist in Gefahr, weil sie nicht gemeinsam erlebt werden kann und weil ihre Macher*innen sich seit Monaten in einer existenziellen Krise befinden. Und wir alle sind müde. Die Zahlen, die Push-Notifications, das Doomscrolling – all das hat uns ermattet. Schlafen legen werden wir uns aber nicht, weil dann die Albträume kommen und nach ihnen das noch bösere Erwachen. Sprechen wir auch das aus: 2021 wird vermutlich trotz einiger Hoffnungsschimmer am Horizont erstmal nichts wesentlich besser. Womit wir dann doch bei der Musik ankommen, bei den Alben, die uns in diesem Jahr des rasenden Stillstands begleitet haben. Die uns am Morgen den Kaffee eingeschenkt und am Abend die Bettdecke bis zur Nasenspitze gezogen haben. 50 Schallplatten, die eine beschissene Welt nicht besser machen. Die uns aber vom Einschlafen abgehalten haben und das weiterhin tun. Denn wach und wachsam zu bleiben, das wird unsere Aufgabe in den kommenden zwölf Monaten und darüber hinaus sein. Kristoffer Cornils

Die Wüste wächst – in Afrika, in Mexiko, in uns. Gesellschaftlich und ökologisch geht es bergab, den neofeudalen Kapitalkahlschlägen haben wir weltweit nichts mehr entgegenzusetzen. Ak'Chamel schenken uns daher delirant-visionäre Musik, die den Untergang als Übergang begreift und schon mal von kommenden Zeiten träumt. Denn spätestens wenn unsere Ururenkel in den Ruinen verfallener Kühltürme Hieroglyphen an die Wände kratzen und Wildbret auf den zugewucherten Autobahnen auslegen, wird der Sound von »The Totemist« animalische Vollmondrituale begleiten.
Nils Schlechtriemen Zur ReviewNoch eine absolute Sensation und die beste Principe-Platte, in einem Jahr, in dem gefühlt zehn essentielle Principe-Platten veröffentlicht wurden: »Máquina de Vénus« von Blacksea Não Maya, die hier wie erwartet Batida, Tarraxho und Kuduro einmal auf links drehen, vor allem aber mit einem recht amerikanischen Verständnis von Reggaeton, Dancehall und Trap kreuzen und das alles immer wieder mit sehr europäischen Sub-100BPM-Techno-Sperenzien redefinieren. Florian Aigner

[DER VINYL-JAHRESRÜCKBLICK IM WEBSHOP VON HHV RECORDS](http://www.hhv.de/shop/de/vinyl-jahresrueckblick-2020.)










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