Music Review | verfasst 19.11.2020
Emily A. Sprague
Hill, Flower, Fog
RVNG Intl., 2020
Text Tim Caspar Boehme
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Redaktion
Cover Emily A. Sprague - Hill, Flower, Fog

Was die Welt jetzt braucht, ist ein bisschen Ruhe. Aus den USA kommen aktuell sehr entspannte Signale von der Westküste, genauer Kalifornien. Die Musikerin Emily A. Sprague, ursprünglich aus den New Yorker Catskill Mountains, modelliert auf ihrer jüngsten Platte die Klänge von Hügeln, Blumen und Nebel zu Dingen, die nach Ambient klingen, aber damit gar nicht so richtig erfasst sind. Gerade im Vergleich zu ihren monolithisch zurückgenommenen Alben »Water Memory« und »Mount Vision« hat »Hill, Flower, Fog« (genau das sieht man ihm Übrigen auf dem Coverbild) die Zartheit einer Dreampop-Platte ohne Gesang, Beat und Refrain, dafür voll zerbrechlicher Schönheit im Reinzustand. Statt die Klänge bloß schweben zu lassen, webt Sprague ihre Melodien ineinander und grundiert sie in Repetition, die ihnen zugleich Auftrieb gibt. Ein soghaftes sachtes Kreiseln. Ist es das, was Katzen so an Waschmaschinen in Aktion fasziniert? (Man soll die Intelligenz von Katzen ja keinesfalls unterschätzen.) Und für Menschen liefert Emily A. Sprague jetzt ein ähnlich effektives Mittel, um sich wie bei einer Meditation gelassen zu konzentrieren. Und sie öffnet den Blick bis ins Weltall. Was zwischendurch ganz gut hilft, um die Dinge hier ein wenig ins Verhältnis zu rücken.

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