Music Liste | verfasst 15.12.2014
2014
Die 50 Alben des Jahres (Teil 1)
Dieses Jahr war es schwer wie selten, sich auf 50 Alben zu reduzieren. Viele Newcomer und viele Comebacker haben das Jahr bestimmt. Und immer wieder und in allen Genres wurde am Sound der Zukunft geschraubt. Lest hier Teil 1 der Liste…
Text Kristoffer Cornils, Jens Pacholsky, Frédéric Hartmann, Pippo Kuhzart, Björn Bischoff, Martin Silbermann, Florian Aigner, Andreas Brüning, Benjamin Mächler, Wenzel Burmeier, Fionn Birr, Paul Okraj, Peter Gebert

Actress - GhettovilleFind it at hhv.de:Dreifach-LP und 5-LP-Box Ob man in Actress’ Metropolenentwurf namens »Ghettoville«* wirklich leben möchte? Ein Ort, der die Dämonen beschwört, die Ängste fördert, die Maschinen erweckt, ein klaustrophobischer Ort, zappenduster zugleich. Aber: dort wo der Nebel einem die Sicht nimmt, kann man plötzlich ganz klar sehen. »Ghettoville« ist nicht Detroit. »Ghettoville« ist aber auch nicht London. Völlig befreit von den Einflüssen britischer Clubkultur erweist sich »Ghettoville« als ein um Vielfaches aufregenderer Ort. Paul Okraj
 

Andy Stott - Faith in StrangersFind it at hhv.de: 2LP | CD Vom sphärischen Intro über die rostigen Grime-Anleihen bis zum Grusel-Outro klingt »Faith In Strangers« wie kein Release von Andy Stott zuvor und trotzdem unverwechselbar nach ihm. Kein Bass wummert härter, keine Soundscape schwirrt dichter und sowieso kann niemand der grazil geisternden Stimme von Alison Skidmore das Wasser reichen. »Faith In Strangers« ist das trockenste und tröstlichste Album des Produzenten aus Manchester; womöglich das beste und sicherlich das abwechslungsreichste seiner Karriere. Kristoffer Cornils
 

Aphex Twin - SyroFind it at hhv.de: 3LP | CD Wenn der Kuchen redet, haben die Krümel Pause. Die Herzen vieler Elektroniker dürften daher ordentlich fibrilliert haben, als dieses Jahr ihr aller Ziehvater wieder erschien. Und dann auch noch das verrückteste und schönste Zeug aus seinem Synthesizerfuhrpark herauskitzelte, das einem seit einiger Zeit untergekommen ist. Mit welcher Finesse und mit welchem Witz Aphex Twin auf »Syro« die Beats, Bleeps, Plonks und Outer-Space-Melodien zusammenschraubt, verdient noch immer unverständliches Kopfschütteln und jede Menge Lacher. Jens Pacholsky
 

Arca - ThieveryFind it at hhv.de: LP+10inch
Mit seiner Beteiligung an Kanyes »Yeezus« verbuchte Alejandro Ghersi als Arca einen nicht ungefährlichen Hype. Umso erfreulicher, dass sich die Künstlerpersona Arca auf Ghersis Debütalbum zurücknimmt und dem Androiden »Xen« die Hauptrolle überlässt. Dieses Mensch-Maschine-Wesen findet seinen Ausdruck in körperbetontem Reggaeton-Voguing, empathischem Harfengeklimper, kalten Flächen und kreischenden Synth-Panikattacken. Irgendwo in den Rillen dieser Platte liegt der Code der Zukunftsmusik verborgen. Wenzel Burmeier
 

Barnt - Magazine 13 Find it at hhv.de: CD | 2LP+CD Köln ist hässlich, aber schön. Barnts Musik ist oft ganz schön hässlich und hat dennoch mehr Charme als fast alles was dieses Jahr an Langspielrillen im Bereich House und Techno veröffentlicht wurde. Kaum Bass, kaum Druck auf der Zwei und der Vier, Synthmelodien, die sich in ihrem dadaistischen Autismus wohlfühlen und von sich scheinbar nach Zufallsprinzip ertönenden, fast militaristisch anmutender Staccato-Percussion zerschießen lassen. So oder ähnlich läuft das auf Magazine 13. Am Ende hat man nichts verstanden, aber alles gefühlt. Florian Aigner
 

Ben Frost - AuroraFind it at hhv.de: 2LP Bis in diesem Jahr »A U R O R A« erschien, hatte man fast vergessen, dass Ben Frost selbst Musik macht, so sehr ist er in den letzten Jahren als Studiotechniker und Produzent aufgegangen und hat in der Zusammenarbeit mit Tim Hecker oder Valgeir Sigurðsson mehr hinter den Kulissen an einem druckvollen Ambientsound gearbeitet. Dieser entlud sich in einer Eruption wie die Lava eines isländischen Vulkans und zog als Aschewolke über die weltweite Musiklandschaft. Ich meine, hier wurden soundtechnisch Maßstäbe gesetzt, welche die elektronische Musik noch nachhaltig beschäftigen wird. Sebastian Hinz
 

Bohren & der Club Of Gore - Piano NightsFind it at hhv.de: LP Ihre Easy-Listening-Platte, das soll »Piano Nights« sein, sagten die Herren aus Mühlheim vor der Veröffentlichung. Und vielleicht haben sie damit Unrecht. Zwar fehlt diesem Album die Schwärze, die »Black Earth« zum Senken des Sargs in die Erde machte, doch trotzdem hat »Piano Nights« die Entschleunigung im Kern. Doom und Jazz, Tiefe und Nacht, Realismus und Romantik. Leicht ist diese Platte an der Oberfläche, aber bei Bohren & Der Club Of Gore passieren die besten Sachen unter dem Sound, in der Atmosphäre, in der Spannung, in der perfekten Dunkelheit. Björn Bischoff
 

The Budos Band - Burnt OfferingFind it at hhv.de: 2LP | CD The Budos Band hat sich mit »Burnt Offering«, ihrer vierten LP, erlaubt neue Ufer zu erkunden, und ist ihr Fangemeinde doch treu geblieben. Sie haben eine Brücke zwischen dem Rock der 1970er Jahre und dem Ethiojazz der Jetztzeit geschlagen, wo sie vorher scheinbar keiner vermutet hatte. Ohne Sang und Klang hat The Budos Band ein neues Subgenre geschaffen, und bewegen sich in ihm auf Anhieb so sattelfest wie losgelöst. Was ein grandioses Album ausmacht? Aus reduktionistischer Sicht doch wohl nur die dahinter stehende Band, die sich bei der hier an den Tag gelegten Gelehrsamkeit ihrer Preise sicher sein kann. Frédéric Hartmann
 

Building Instruments - Building Instruments LP Wenn das Leben ein einziger, langer Sonntagsspaziergang in sonnendurchfluteten Parks wäre, würde immer das Debüt »Building Instrument« dieser gleichnamigen norwegischen Band in der Luft liegen. Nun ist dem leider nicht so, weshalb die absonderliche Mischung – Pop? Jazz? Elektroakustik? Folk? – umso besser tut. Ein zu Unrecht übersehenes, unaufgeregtes Schmuckstück, das sich nur dann selbst hätte toppen können, wenn Building Instrument »Ville Høyda«,ihr bizarr-schönes Cover von Kate Bushs »Wuthering Heights«, mit dazu gepackt hätten. Kristoffer Cornils
 

Call Super - Suzi EctoFind it at hhv.de:2LP Für Call Super und dessen Albumdebüt könnte man auch Schubladen aufmachen, auf Werkdiscs und deren störrisches Artistroster verweisen und dennoch nicht wirklich erfassen, warum »Suzi Ecto« eines der Alben des Jahres ist. Meine überforderte Zunft konstatiert unisono, dass Call Super hiermit nicht auf den Flur will, aber das war eigentlich schon bei seinen vorausgegangenen Maxis der Fall. Nein, dieses Album steht für sich, steht sich selbst im Weg, hadert und findet nie eine Lösung. Und ist genau deswegen die Antwort auf alles. Florian Aigner
 

Campbell Irvine - Removal Of The Six Armed GoddessFind it at hhv.de:LP Er selbst würde seine Musik; wohl einfach als Noise bezeichnen. Wem das Wort zu krachig klingt, der sei beruhigt. Denn der Begriff treffen nicht wirklich den richtigen Ton. Man muss die Musik des Australiers auf »Removal Of The Six Armed Goddess« anders beschreiben. Vielleicht so: Campbell Irvine setzt in einer ausgefeilten Collage Sounds in Beziehung. Sehr anstrengend und wunderschön liegen diese hier nahe beieinander. Das ist das allerbeste. Er verdichtet Klänge in einer Weise, bei der man nicht weghören kann. Sebastian Hinz
 

Carpet Patrol - Carpet PatrolFind it at hhv.de: LP+Poster | CD+Poster | LP | CD | Tape Spricht man 2014 über Instrumental-HipHop, so darf Suff Daddys und Torky Torks »Carpet Patrol« nicht fehlen. Das Projekt der beiden Berliner, das offiziell keinem Konzept folgt, außer dem Konzept, die Samplereste aus Torkys vollgestopfter MPC-Festplatte zu verwerten. Was dann in den dreimonatigen Buddy-Sessions zwischen GTA V, Bier und Blunts herauskam, ist weit mehr als Ramschware von der Resterampe. Vielmehr ein fieses Beat-Ungetüm mit wuchtigen Drumslaps und hypnotischen Samples, das seinen Platz auf dem Plattenteller gegen manch andere ambitionierte Beatbauer auch zum Jahresende noch stolz verteidigt. Benjamin Mächler
 

Cloudface - Untitled LPFind it at hhv.de: LP House-Musik, die gemütlich auf dem Stövchen steht. House-Musik, die so in Hausschlappen und Bademantel durch den Tag schlürft: »Untitled« von Cloudface gluckert gänzlich unaufgeregt von Song eins bis sieben. Alles analog, alles ganz gemütlich und immer schön eins nach dem anderen; hier mal kurz zum Shaker eiern, dann mal eine Synth-Line reindrehen und dann in aller Ruhe den Bass laufen lassen. Pyjama-House ist das und der wird auch ganz dringend gebraucht, wenn 2014 Ambient schon »power-« sein kann. Philipp Kunze
 

Cooly G - Wait 'Til NightFind it at hhv.de:LP Cooly Gs Zweitling verbindet UK Funky, Deep House, Hip Hop und dunklen Synthie Pop mit widerspenstiger Bass Music, unkitschigem R&B, gebrochenen Jungle- und Hip Hop-Beats, mächtigen Bässen und beeindruckend räumlicher Dub-Atmosphäre. Ausgeprägter Song-Charakter und dadurch deutlich präsenterer Gesang lassen die Musik zudem wunderbar organisch und rund klingen. Das ist ein großer Schritt in Richtung Pop und Soul, dennoch steht das deepe und melancholisch lässige Album ganz klar in Post-Dubstep-Tradition. Andreas Brüning
 

Cuthead - Total SelloutFind it at hhv.de: 2LP | CD | Tape Internationale Beats straight outta Dresden. Cuthead kompiliert hier bisher nur digital veröffentlichte Tracks, die zwischen HipHop und House pendeln, sich aber mehrheitlich auf die Seite von Madlib und J Dilla schlagen. Dialogfetzen gemeinsam mit fein zerhackten Sprachsamples, Dubstep-Breaks, Wobble-Bässen und schlingernden Hi Hats wecken nicht die kleinste Assoziation an die Sächsische Hauptstadt als vielmehr an Stones Throw. Das liegt nicht nur an dem enormen Talent, sondern auch daran, dass, abgesehen vom einzigen Rap auf »Hidden Track« und dem Sample im letzten Stück, dass man es hier mit einem »Mords-Oschi von LP« zu tun habe, komplett auf die deutsche Sprache verzichtet wird. Martin Silbermann
 

Diamond D - The Diam PieceFind it at hhv.de CD | 2LP Hätte Diamond D mit »The Daim Piece« nicht mal eben den Fruity Loops-Kids gezeigt wie man »90s« richtig schreibt und die Traum-Featureliste jedes Rawkus-Ära-Apostels aus dem Zip Drive geholt, es lägen nicht Pharoahe Monch, AG oder Ras Kass, sondern wieder die Modelleisenbahn unter dem Weihnachtsbaum. »Anarchornistisch«, twittern die Stoppelhopser und beschweren sich über fehlende Action Bronsons und Pro Eras, während es sich unsereins in fat-laced Timbs bei Stunts, Blunts und Hiphop bequem machte. Fuck Swag! Fionn Birr
 

Eric Honoré - Heliographs Das Ambient-Jahr neigte sich schon dem Ende zu, als Hubro das Solo-Debut von Erik Honoré ins Rennen schickte. Der drehte damit nicht nur mal nebenbei unsere Vorstellung des Genres auf links, mit einem rätselhaft bleibenden, absolut modernen Verfahren der Studiokomposition aus Gastmusiker-Samples und Synths. »Heliographs« schließt auch eine zeitlose Thematik von Trauer und Erlösung neu auf, mit einer ultrasanft fesselnden Achterbahnfahrt durch komplexe Emotionen, die in seiner so zärtlichen wie spukigen Klangerzählung ihre Sprache finden. Peter Gebert
 

FKA Twigs - LP1Find it at hhv.de: DeluxeLP | LP Mit »LP1« erweiterte FKA Twigs den Fundus an unsinnigen Vergleichen im Musikjournalismus um ein weiteres Kabinettstücken. Ein Album wie ein »Emmanuelle«-Film, nur mit weniger Körperbehaarung. Und daneben schaffte es Tahliah Barnett R&B in die Zukunft zu denken, zu dekonstruieren, um ihn in ihrem eigenen kargen Sound wieder zusammenzusetzen. Selten greifen Beats tiefer in die Seele, nie verdreht eine Stimme mehr den Kopf wie auf diesem Album. Hocherotisch, glatt, karg und wunderschön. Björn Bischoff
 

 King Britt Presents Fhloston Paradigm - The PoenixFind it at hhv.de: 2LP Mit seiner Fokussierung auf die exklusive Klangerzeugung durch analoges Equipment hatte King Britts Projekt Fhloston Paradigm anno 2014 sicherlich kein Alleinstellungsmerkmal inne. Das unter diesem Synonym erschienene Erstlingswerk erwies sich für Hyperdub dennoch zum Glücksgriff. So bleibt »The Phoenix« allein schon deshalb unvergessen, weil es als eines der wenigen Alben des Jahres in all seiner Konsistenz aus jeder einzelnen Sinuswelle ungefilterten Soul atmet. Paul Okraj
 

Flying Lotus - You're DeadFind it at hhv.de: 2LP | CD| 4LP Box Auf der nach oben hin offenen Beliebtheitsskala standen Konzeptalben und Jazz so kurz über der Grasnarbe. »You’re Dead« änderte das, mit einem Schlag. Nicht nur weil Snoop Dogg, sondern auch Captain Murphy ein paar Verse auf dem Album hinterlassen hat. Und gerade weil »You’re Dead« vom ersten Moment anstrengend sein will, weil FlyLo die Beats mehr pulsieren und funkeln lässt in seinem Nimbus, macht diese Platte unglaublich viel Spaß. Weil sie das tut, was nur noch wenige Alben sich überhaupt trauen: den Hörer herausfordern. In diesem Sound ließe sich die Ewigkeit aushalten. Björn Bischoff
 

Fontarrian - vlvFind it at hhv.de: 2LP Wie klänge House, wenn es nicht aus Chicago, sondern aus der vierten Dimension käme? Wenn die Grooves nicht aus der TR-808 kämen, sondern aus der Post-Strukturalismus-Ecke einer gut sortierten Bibliothek? Wenn sich drei einsame PCs zu einer Free-Jazz-Session treffen? Wie »vlv« vermutlich. Der Grazer Fontarrian macht Musik, die den Soul seziert, die Leerstellen zu Protagonisten macht und trotzdem hängen bleibt. Eines der kuriosesten und zugleich unangestrengtesten Alben des Jahres. Kristoffer Cornils
 

Madlib & Freddie Gibbs - Pinata LPFind it at hhv.de: 2LP | MC | CD Madlib lädt mit warmen Klängen ein und in der Bude verteilt dann Gangsta Freddie Gibbs, links, recht, klatsch, klatsch, seine Schellen. »Pinata« hat die Kanten an den richtigen Stellen und die Rundungen an den noch richtigeren. Kein anderes Rapalbum klang 2014 so sehr nach »good ol’« und »state of the art« gleichzeitig. Philipp Kunze
 

Grouper - RuinsFind it at hhv.de: LP Liz Harris ist als Grouper eine Süchtigmacherin, eine Klangnetzspinnerin und Hypermelancholikern, wie es keine zweite gibt. Niemand schien 2014 um »Ruins« herumzukommen. Und das, obwohl es sich um das wohl reduzierteste Album der Drone-Pop-Ikone handelt. Das machte »Ruins« so stark: Die Offenheit und Verletzlichkeit, mit der sich die sonst in Ambivalenz gehüllte Grouper darauf präsentierte. Ein herbstliches Nachtschattengewächs, das noch in ein, zwei Jahrzehnten nicht sein magisches Schimmern verloren haben wird. Kristoffer Cornils
 

Haftbefehl - Russisch RouletteFind it at hhv.de:CD| 2LP | 2CD Seine Karriere begann als Treppenwitz, als hippe Pointe um Menschen, die sich und ihren Musikgeschmack zu Ernst nehmen vor den Kopf zu stoßen. Nun hat Haftbefehl den Thron bestiegen, er dominiert Deutschrap nicht nur weil er der cleverste Geschäftsmann hierzulande geworden ist, sondern weil er mit »Russisch Roulette« eine dermaßen perfekt inszenierte Rap-Platte gemacht hat, dass sich Kritiker nur noch mit Philosophie-Verweisen, Hauptseminar-Soziologie, Linguistik-Analysen und dem Blick über den großen Teich zu helfen wissen. Platz da, Oliver, Hafti rollt mit den Besten. Florian Aigner
 

Hubert Daviz und der Retrogott - Kokain Airlines  CoverFind it at hhv.de: LP Nein, Hubert Daviz und der Retrogott fliegen nicht mit »Kokain Airlines«. In der Wirklichkeit treffen sie sich nach Feierabend auf eine Flasche Heineken und erzeugen im Anschluss Altbekanntes weil Altbewährtes. Das sind dann meistens erlesene Jazzsamples, die distinguiert über filigrane Drumbreaks gleiten und von Retrogotts nachdenklichen bis rotzigen poetischen Ergüssen komplettiert werden. Kann man gut finden. Wenn sie dann aber das Muster durchbrechen und im Albumfinale den inneren B-Boy beschwören, muss man das auch. Paul Okraj
 

Hier geht’s entlang zum 2. Teil der 50 Alben des Jahres

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Mai & Juni 2020
Befreit sich von kaukasischer Clumsiness, hat Tiktok verstanden, züchtet Sauerteig und checkt’s einfach: Aigners Inventur im Lockdown. Verstörender Scheiß für verstörende Zeiten.
Music Porträt
Soviet Grail
Kollektives Gedächtnis
Zwischen Jazz-Experimenten, elektronischem Sowjetbrutalismus und psychdedlischem Underground gräbt Sergey Klimov nach Schätzen, für die Musiker im Gefängnis landeten. Mit Soviet Grail begibt er sich in die sowjetische Musikvergangenheit.
Music Liste
ADULT.
10 All Time Favs
Seit mehr als 20 Jahren machen ADULT. nun Musik. Und sie haben noch immer keinen Bock auf simple Zuschreibungen, Sonnenlicht, Selbsttäuschungen. Dafür hatten sie Bock uns Schallplatten zu nennen, die sie geformt, gebessert, gebildet haben.
Music Interview
Quelle Chris
Das Chaos akzeptieren
Er ist der produktivste Sonderling des Rap-Undergrounds. Und er hat einen Lauf. Mit »Innocent Country 2« macht Quelle Chris dort weiter, wo er mit »Guns« aufgehört hat – und begegnet der Hoffnungslosigkeit mit positiver Angst.
Music Liste
Peaking Lights
10 All Time Favs
In diesen Tagen erscheint auf Dekmantel das neue Album »E S C A P E« der Peaking Lights. Wir hatten die Gelegenheit Aaron Coyes und Indra Dunis nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Mobb Deep – The Infamous (1995)
1995 zieht sich Hip-Hop die Kapuze ins Gesicht – Mobb Deep bringen mit »The Infamous« den Hardcore nach New York City und zerschießen die Szene ohne Hoffnung auf ein Morgen.
Music Kolumne
Records Revisited
Hiroshi Yoshimura – Green (1986)
»Green« von Hiroshi Yoshimura ist ein Meilenstein der japanischen »kankyō ongaku«. Besser gesagt ein Meilenstein des Ambient überhaupt: Kein anderes Album legte dermaßen schonungslos offen, dass es sich bei ihm um eine Simulation handelte.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Yves Tumor – Heaven To A Tortured Mind
Zuerst war die Euphorie groß: Yves Tumor bringt eine neue Schallplatte raus! Dann stellte sich Ernüchterung ein. Was tun als Fan, wenn der neue Release eines geliebten Musikers enttäuscht? Nur eine Frage in der neuen Vinyl-Sprechstunde.
Music Kolumne
Records Revisited
Nightmares On Wax – Smokers Delight (1995)
Hip-Hop ohne Rap: Mit »Smoker’s Delight« brach für Nightmares On Wax eine neue Ära an. Zum Soloprojekt von George Evelyn mutiert, war das zweite Album der Bleep-Pioniere der Auftakt für geloopte Entspannungspolitik mit Langzeitwirkung.
Music Porträt
Patricia Kokett
Teil seiner eigenen Bewegung
Patricia Kokett vermischt Rave mit Mystizismus, futuristischen Industrial mit schamanistischem Rauschen. Der Litauer Gediminas Jakubka, der sich auf der Bühne in Patricia verwandelt, balanciert zwischen Grenzen. Ein Orientierungsversuch.
Music Liste
Jeff Parker
10 All Time Favs
Jeff Parker ist kein Neuling. Und dennoch meint man, er starte gerade erst durch. Jetzt ist sein Album »Suite for Max Brown« erschienen. Also haben wir ihn gebeten 10 Schallplatten zu nennen, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Miles Davis – Bitches Brew (1970)
Raus aus dem Jazzkeller, rauf auf die Rockbühnen – mit »Bitches Brew« wurde Miles Davis zu »Electric Miles« und braute den psychedelischen Trunk für alle, die nicht wussten, dass sie Jazz geil finden.
Music Kolumne
Records Revisited
Ol Dirty Bastard – Return To The 36 Chambers (1995)
1993 begann eine Erfolgsgeschichte. Mit »Enter The Wu-Tang (36 Chambers)« produzierte der Wu-Tang Clan einen Meilenstein und nachfolgend zahlreiche Klassiker des Genres. Darunter: »Return To The 36 Chambers« von Ol‘ Dirty Bastard.
Music Kolumne
Records Revisited
Depeche Mode – Violator (1990)
Das siebente Studioalbum von Depeche Mode ist die perfekte Verbindung von Experiment und Pop, Elektronik und Rock. Eigentlich hätte es aber auch ganz anders ausgehen können.
Music Kolumne
Aigners Inventur
März & April 2020
Boomer vermissen hier die neue Ozzy Ozzbourne, Fintec-Heinis finden eine Antwort auf die Frage nach ihrer Seele: Aigners Inventur im März Mit dem ersten essentiellen Album des neuen Jahrzehnts und einer überraschenden Enttäuschung
Music Porträt
Kalahari Oyster Cult
Die beste aller Welten
Im Morast nach Perlen tauchen, Rave-Klassiker aus den 90ern aufstöbern und mit Menschen zusammenarbeiten, denen es nicht darauf ankommt, ob sie in den Beatport-Charts landet: Colin Volverts Kalahari Oyster Cult mischt den Underground auf.
Music Liste
Malcolm Catto of The Heliocentrics
10 All Time Favs
Soeben haben The Heliocentrics »Infinity Of Now« veröffentlicht. Das Album hat das Zeug zukünftige Musiker zu inspirieren. Malcolm Catto hat uns aber erstmal die Schallplatten verraten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Records Revisited
Tricky – Maxinquaye (1995)
Trickys Debütalbum »Maxinquaye« mit der Sängerin Martina Topley-Bird und dem Produzenten Mark Saunders ist ein Werk der verwischten Grenzen. Urheberrechte gelten hier genauso wenig wie Gender und Individuum.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Beatrice Dillon – Workaround
Auf PAN hat Beatrice Dillon ihr neues Album »Workaround« veröffentlicht. Florian Aigner, Philipp Kunze und Kristoffer Cornils unterhalten sich darüber. Und fragen sich: ist da ein Groove? Ist da ein Konzept? Sie werden sich nicht einigen.
Music Porträt
Mad About Records
Sündhaft sommerlich
Der Portugiese Joaquim Paulo kümmert sich mit seinem Label Mad About um die wirklich schwer zu findenden Schallplatten von Jazz bis Bossa Nova. Mit Erfolg. Wir stellen dir das Label ausführlich vor.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Januar & Februar 2020
Der Rap Game Berti Vogts hat es ins neue Jahrzehnt geschafft. Angemessen woke und tiefmüde zugleich startet unser Kolumnist Aigner in 2020 und zieht Alben von Stormzy, Ramzi und Bufiman in Mitleidenschaft.
Music Liste
Sepalot
10 All Time Favs
Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich Sepalot der Aufgabe an.
Music Kolumne
Records Revisited
D'Angelo – Voodoo (2000)
Die Rückkehr des Unperfekten brauchte mehrere Jahre. Was sich lohnte. Denn »Voodoo« von D’Angelo brachte vor 20 Jahren die Wärme und den Groove des Soul zurück. Eine Geschichte über Mythen, Seele und eines der merkwürdigsten Musikvideos.
Music Porträt
Blackest Ever Black
Suche nach Entfremdung
Unter Connaisseuren abgefuckter Klänge wurde Blackest Ever Black geschätzt wie kein zweites. Ende des Jahres 2019 war plötzlich Schluss. Wir blicken zurück auf ein Label, das musikalisch die 2010er Jahre bestimmte wie nur wenige andere.
Music Interview
Kinderzimmer Productions
»Wer kennt noch Jenny Elvers?«
Kinderzimmer Productions beackerten im Deutschrap schon immer die Ränder. Ihre Samples waren ausgefuchster, ihre Anspielungen cleverer, ihr Anspruch war es, originell zu sein. Nach 13 Jahren Pause sind die Ulmer nun zurück Ein Interview.