Music Liste | verfasst 10.07.2017
Halbjahresrückblick 2017
Best Rock & Pop so far
Das Jahr ist noch halb leer, aber schon vollgepackt mit super Releases. Wir haben grob in vier Genres aufgeteilt, je 20 Platten. Hier unsere Lieblinge aus dem Bereich Rock/Pop. Kann Dudelsack enthalten.
Text Tim Tschentscher, Kristoffer Cornils, Andreas Schnell, Steffen Kolberg, Jennifer Beck, Pippo Kuhzart, Florian Aigner

Anna Domino - East And WestFind it at hhv.de: Vinyl LP Brüssel 1983 klingt wie Twin Peaks 2017 und Anna Domino war damals schon die Coolste, egal ob mit Aretha Franklin Cover, Marc Moulin als Radiopop-Genie oder der unantastbaren Dream-Wave-Blaupause »With The Day Comes The Dawn«. Florian Aigner
 

Bonnie Billy - Best Troubadour Find it at hhv.de: Vinyl 2LP Bonnie »Prince« Billy zollt mit »Best Troubadour« einem seiner großen Helden Tribut: Der Country-Sänger Merle Haggard, der im vergangenen Jahr starb, hinterließ Hunderte Songs, denen sich Will Oldham respektvoll eigensinnig nähert. Andreas Schnell
 

Chastity Belt - I Used To Spent Soe Much Time Alone Find it at hhv.de: Coloured Vinyl LP + Black Vinyl LP Chastity Belt werden erwachsen und bleiben verwirrt. Für das dritte Album der Post-Riot-Grrrls aus Walla Walla, Washington heißt das: Erst Gedanken, dann Bier aufmachen. »I Used To Spend So Much Time Alone« verhandelt Coming-of-age-fuck-up in überpräzisen Riffs. Jennifer Beck
 

Courtneys - II Find it at hhv.de: LP Courtneys »II« kommt ohne zweites »90210« aus und verbrät gleich zwei Vorab-Singles, kann aber himmelschreiende Melancholie und gedrückte Euphorie ähnlich gekonnt wie sein Vorgänger in Langzeitkleber-Refrains verpacken. Der Anti-Winter-Soundtrack für Menschen, denen Pavement zu arrogant, Sonic Youth zu angestrengt und das Gitarrengewichse von J Mascis zu nudelig ist. Kristoffer Cornils
 

Deux - DecadenceFind it at hhv.de: Vinyl LP Man muss schon fair bleiben: gerade New Wave geht meistens nach zwei, drei Songs eeeeher auf den Sack. *Deux*s »Decadence«, aufgenommen zwischen 81 und 83 ist eines dieser seltenen Wave-Alben, die man am Stück durchhören kann. Dass die beiden Süßkuchen Cati Tete und Gérard Pelletier Franzosen sind, spielt dabei keine unerhebliche Rolle, unglaublich charmant das Ganze. Philipp Kunze
 

Dirty Projectors - Dirty Projectors LP Find it at hhv.de: 2LP Coloured 2LP black Die entscheidende Frage ist doch: Hätte David Longstreth sich schon eher von Frau und Band getrennt, wenn er gewusst hätte, dass diese Musik dabei rumkommt? Auf dem siebten Album seines Nun-Soloprojekts Dirty Projectors verkompliziert der New Yorker Dufflecoatmann den R’n’B, um am Ende zu einem simplen Schluss zu kommen: Drake ist der beste Rockmusiker unserer Zeit. Jennifer Beck
 

Emanuelle Parrenin - Maison RoseFind it at hhv.de: Vinyl LP Eine schnörkelige Arthouse-Chanson-Platte aus dem Jahr 1977? So weit, so Rotwein. Die eigentliche Sensation aber ist das völlig aus der Reihe fallende »Topaze«, ein Stück, das klingt als hätte Emmanuelle Perrenin vor 40 Jahren schon genau gewusst worauf Red Light Radio und NTS heute hinauswollen. Florian Aigner
 

Ex Eye - s/tFind it at hhv.de: Vinyl LP Wen Colin Stetsons Solo-Album in diesem Jahr enttäuschte, wird bei Ex Eye alle Transgressionsversprechen erfüllt sehen: Eine gigantöse Elefantenhochzeit, deren Mitglieder mal nur Teile der Gesamtsumme sind. Kristoffer Cornils
 

japan blues sells his record collection Find it at hhv.de: Vinyl 2LP Japan Blues’ »Sells His Record Collection« lässt schelmenhaft alle südostasiatischen Klischees mit verwirrender Heftigkeit aufeinanderprallen und ist damit das reinste Fetischwarenangebot, klingt allerdings wie selten irgendetwas zuvor – rausgerechnet natürlich Williams’ eigene NTS-Radioshows, die hierfür Pate standen. Vermutlich Slavoj Žižeks liebste Sommerplatte 2017, unsere aber auch. Kristoffer Cornils
 

Jane Weaver - Modern KosmologyFind it at hhv.de: Vinyl LP Jane Weaver ist die ewige Underground-Musikerin der britischen Pop-Landschaft. Das frühere Bandmitglied von Kill Laura haut ein gutes Album nach dem anderen raus, ohne dass ihr die gebührende Beachtung geschenkt wird. »Modern Technology« ist der neueste Teil dieser Reihe, ein Psych-Pop-Brocken wie aus dem Lehrbuch. Steffen Kolberg
 

Kreidler - European Songs Find it at hhv.de:LP Das Album nach dem eigentlichen, wieder gestrichenen Album. Direkt und unvermittelt nahmen es Kreidler in fünf Tagen aufgenommen, genauso direkt und unvermittelt schlägt einem »European Song« den Aufruhr und die Unruhe ob der politischen Ereignisse der letzten Monate, ja eigentlich Jahre, um die Ohren. Besser lässt sich Dringlichkeit kaum in Instrumentalmusik ausdrücken. Steffen Kolberg
 

Luka Productions - FasakonFind it at hhv.de: Vinyl LP Kauft euch doch mal eine aktuelle Platte aus Afrika. Irgendwie auch befreiend nicht die vierzigste PMG-Reisssue bei sich zuhause stehen zu haben, um endlich minutiös das letzte Young Marco-Festival-Set nachbauen zu können. Erste Adresse hierfür: Sahel Sounds, beste Platte 2017 dort: Luka Productions. Florian Aigner
 

Molly Nilsson - ImaginationsFind it at hhv.de: Vinyl LP Es ist jetzt nicht so, dass einen Molly Nilsson mit jedem neuen Album auf einen vollkommen neuen Trip abholt. Aber es kann halt auch so erfüllend sein, mittelprächtig anverliebt auf dem Dielenboden mit ihr zu liegen, und wieder zu diesem desinteressierten Synth-Pop Rotwein zu verschütten. Philipp Kunze
 

Mr Mitch - Devout Find it at hhv.de: 2LP Mr. Mitch paart auf »Devout« gefühlvollen Soul und Pop mit schweren Bässen und warmen Sounds auf UK Bass- und Grime-Basis. Musikalisch minimal energiegeladen, garantiert Kitsch- und Pathos-frei emotional schwelgerisch arrangiert. Andreas Brüning
 

Perera Elsewhere - All Of ThisFind it at hhv.de: Vinyl LP War Sasha Pereras Solo-Erstling »Everlast« noch weit draußen, ist »All Of This« voll und ganz hier. Pereras Stimme, der Bass, überhaupt alle eingesetzten Sounds kommen direkt und mit klarer Kante daher, und doch ziehen sie Schlieren. Das verleiht der Platte diesen unverkennbaren Perera Elsewhere-Sound, macht sie zu einem sonderbaren Nachtschattengewächs. Steffen Kolberg
 

Sampha - Process Find it at hhv.de: Vinyl LP Nach unzähligen Auftragsarbeiten legte Sampha in diesem Jahr sein Debütalbum »Process«. Im Zeitraffer reflektiert der britische Künstler darauf das/sein Leben und verarztet sich selbst dabei. Selten stand man Trauer, Angst, Selbstzweifeln und Paranoia bereitwilliger bei. Tim Tschentscher
 

Sir Was - Diggin A Tunnel Find it at hhv.de: Vinyl LP Joel Wästberg aka Sir Was spielte für José Gonzalez und Junip Schlagzeug, sein eigenes Material hielt er aber die letzten fünfzehn Jahre unter Verschluss. Aber jetzt: Schluss mit falscher Bescheidenheit. Der Schwede hüllt auf seinem Debüt Diggin’ A Tunnel überraschende Samples (Dudelsack!), groovy Rhythmen und Rapeinlagen in ein verträumtes Pop-Gewand. Heraus kommt mit »In The Midst« mindestens ein Überhit und ein Album zwischen flirrendem Schwebezustand und geerdetem Zu-sich-selbst-finden. Steffen Kolberg
 

Sleaford Mods - English TapasFind it at hhv.de: Red Vinyl LP + Black Vinyl LPSleaford Mods, die begnadeten Pöbler aus Nottingham bleiben sich mit »English Tapas« treu, ohne stehen zu bleiben: Minimalistisch, zornig, den Daumen am Puls der Gesellschaft, aber neuerdings mit ganz sachte angedeuteten Hooklines. Andreas Schnell
 

Slowdive - Slowdive Find it at hhv.de: Vinyl LP Reunions alter Helden-Bands sind häufig eine Enttäuschung. Slowdive dagegen tauchen gut zwanzig Jahre nach ihrer Auflösung mit einem Album wieder auf, das keine Fragen an seiner Relevanz offenlässt. Andreas Schnell
 

Sophia Kennedy - s/tFind it at hhv.de: Vinyl LP Sophia Kennedy spielt mit allem und am meisten mit dem Nichts. Das erste Album der Lipstick-and-Cigarettes-Frau ist ein Film ohne Plot und dementsprechend genial. Der Kniff an einer Platte für niemanden ist ja, dass sie jeder gut finden kann. Sie steuert so egal zwischen Musical, Simone und Gebrauchslyrik umher, dass sie jeden irgendwann abholt. Jennifer Beck
 


Und diese 100 Schallplatten wurden im ersten Halbjahr 2017 bei uns im Webshop am heißesten gehandelt.

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Music Review | verfasst 19.06.2013
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Nach Nick Waterhouse und den Allah-Las schütteln Innovative Leisure den nächste Retro-Act aus dem Ärmel.
Music Review | verfasst 26.09.2013
Hookworms
Pearl Mystic
Für ein Debütalbum ist »Pearl Mystic« erstaunlich reif und fokussiert, der Bandsound für eine so junge Band verblüffend ausgereift.
Music Review | verfasst 11.10.2013
The Oscillation
From Tomorrow
Dieses Album ist also offensichtlich an den Falschen geraten: The Oscilliations »From Tomorrow« rasselt ziemlich stoisch durch neun Tracks.
Music Review | verfasst 21.10.2013
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Anna Calvi veröffentlicht mit »One Breath« ihr zweites Album, das sich in dunkle Schönheit hüllt. Passt.
Music Review | verfasst 04.12.2013
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Jaylib auf LSD
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Freundlichkeit durch Klang verbreiten
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Seit mehr als 20 Jahren machen ADULT. nun Musik. Und sie haben noch immer keinen Bock auf simple Zuschreibungen, Sonnenlicht, Selbsttäuschungen. Dafür hatten sie Bock uns Schallplatten zu nennen, die sie geformt, gebessert, gebildet haben.
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Das Chaos akzeptieren
Er ist der produktivste Sonderling des Rap-Undergrounds. Und er hat einen Lauf. Mit »Innocent Country 2« macht Quelle Chris dort weiter, wo er mit »Guns« aufgehört hat – und begegnet der Hoffnungslosigkeit mit positiver Angst.
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Peaking Lights
10 All Time Favs
In diesen Tagen erscheint auf Dekmantel das neue Album »E S C A P E« der Peaking Lights. Wir hatten die Gelegenheit Aaron Coyes und Indra Dunis nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
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Mobb Deep – The Infamous (1995)
1995 zieht sich Hip-Hop die Kapuze ins Gesicht – Mobb Deep bringen mit »The Infamous« den Hardcore nach New York City und zerschießen die Szene ohne Hoffnung auf ein Morgen.
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Records Revisited
Hiroshi Yoshimura – Green (1986)
»Green« von Hiroshi Yoshimura ist ein Meilenstein der japanischen »kankyō ongaku«. Besser gesagt ein Meilenstein des Ambient überhaupt: Kein anderes Album legte dermaßen schonungslos offen, dass es sich bei ihm um eine Simulation handelte.
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Vinyl-Sprechstunde
Yves Tumor – Heaven To A Tortured Mind
Zuerst war die Euphorie groß: Yves Tumor bringt eine neue Schallplatte raus! Dann stellte sich Ernüchterung ein. Was tun als Fan, wenn der neue Release eines geliebten Musikers enttäuscht? Nur eine Frage in der neuen Vinyl-Sprechstunde.
Music Kolumne
Records Revisited
Nightmares On Wax – Smokers Delight (1995)
Hip-Hop ohne Rap: Mit »Smoker’s Delight« brach für Nightmares On Wax eine neue Ära an. Zum Soloprojekt von George Evelyn mutiert, war das zweite Album der Bleep-Pioniere der Auftakt für geloopte Entspannungspolitik mit Langzeitwirkung.
Music Porträt
Patricia Kokett
Teil seiner eigenen Bewegung
Patricia Kokett vermischt Rave mit Mystizismus, futuristischen Industrial mit schamanistischem Rauschen. Der Litauer Gediminas Jakubka, der sich auf der Bühne in Patricia verwandelt, balanciert zwischen Grenzen. Ein Orientierungsversuch.
Music Liste
Jeff Parker
10 All Time Favs
Jeff Parker ist kein Neuling. Und dennoch meint man, er starte gerade erst durch. Jetzt ist sein Album »Suite for Max Brown« erschienen. Also haben wir ihn gebeten 10 Schallplatten zu nennen, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
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Miles Davis – Bitches Brew (1970)
Raus aus dem Jazzkeller, rauf auf die Rockbühnen – mit »Bitches Brew« wurde Miles Davis zu »Electric Miles« und braute den psychedelischen Trunk für alle, die nicht wussten, dass sie Jazz geil finden.
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Records Revisited
Ol Dirty Bastard – Return To The 36 Chambers (1995)
1993 begann eine Erfolgsgeschichte. Mit »Enter The Wu-Tang (36 Chambers)« produzierte der Wu-Tang Clan einen Meilenstein und nachfolgend zahlreiche Klassiker des Genres. Darunter: »Return To The 36 Chambers« von Ol‘ Dirty Bastard.
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Depeche Mode – Violator (1990)
Das siebente Studioalbum von Depeche Mode ist die perfekte Verbindung von Experiment und Pop, Elektronik und Rock. Eigentlich hätte es aber auch ganz anders ausgehen können.
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Malcolm Catto of The Heliocentrics
10 All Time Favs
Soeben haben The Heliocentrics »Infinity Of Now« veröffentlicht. Das Album hat das Zeug zukünftige Musiker zu inspirieren. Malcolm Catto hat uns aber erstmal die Schallplatten verraten, die ihn geformt, gebessert und gebildet haben.
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Tricky – Maxinquaye (1995)
Trickys Debütalbum »Maxinquaye« mit der Sängerin Martina Topley-Bird und dem Produzenten Mark Saunders ist ein Werk der verwischten Grenzen. Urheberrechte gelten hier genauso wenig wie Gender und Individuum.
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Wir fragen Musiker nach 10 Schallplatten, durch die sie geformt, gebessert und gebildet wurden und bitten sie diese Auswahl zu kommentieren. Diesmal nimmt sich Sepalot der Aufgabe an.
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Blackest Ever Black
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