Music Liste | verfasst 06.10.2017
Ausklang | 2017KW40
8 essentielle neue Platten
Hunderte neue Releases, jede Woche. Davon viele sehr gut – und bereits von diversen Portalen vorgestellt. Wir präsentieren: die unvorgestelltesten, besten Releases der Woche. Ab vom Schuss, leicht daneben und tierisch geil: der Ausklang.
Text Kristoffer Cornils, Florian Aigner, Sebastian Hinz

Jane's Addiction - Nothing's Shocking Webshop ► Buy LP Meistens kamen gerade die CDs, die ich auf keinen Fall meinen Eltern zeigen wollte, am besten bei meinen Kumpels an. Diese hier stieß weder hüben noch drüben auf Verständnis. Als ich meinen Teenie-Freunden das erste Mal »Jane Says« von Jane’s Addiction, meine neueste Entdeckung aus der VIVA Zwei 2rock-Rotation (RIP, du genial-dilletantische Brutstätte meiner musikalischen Sozialisation) zeigte, war die Antwort nur jede Menge homophobes Gebrabbel von Leute, die den Großteil ihrer Zeit damit verbrachten, Johnny Knoxville zur Zielscheibe ihrer libidinösen Verwirrungen zu machen. Über ein halbes Leben später kann ich nur sagen: Pech gehabt, in beiderlei Hinsicht. Der hier bleibt, für immer. KC
 

Sandy Samuel - I Like Sado Music Webshop ► Buy 12inch Von »Nothing’s Shocking« zu schlicht shocking (zumindest im Kontext seiner Zeit): Das offizielle Video zu Sandy Samuels »I Like Sado Music« findet ihr übrigens nicht auf YouTube, aber es steht auf Internetplattformen für euch bereit. Knickknack, habt ihr nicht von mir gehört. »I Love Sado Music« lohnt allerdings – im Audioformat, meine ich – nicht nur, weil es Sasha Greys (ja, musste ich auch erst googlen keine Ahnung wer usw. usf. ) Quereinstieg in die Musikbranche vorweg nahm, sondern weil es leider dabei blieb. Ein furchtbar wonky Stück Italo Disco mit KoolAid Man-Cameo (oral) und, Achtung, masturbatorischer Gitarrenarbeit ohne Sinn und Verstand. Ein musikalischer (höhö) Hüftschuss vielleicht, ein money shot aber in jedem Fall. KC
 

Alessandro Alessandroni - Ritmo Dell'Industria N°2Webshop ► Buy Vinyl LP Da ich schon mit einem Bein im Urlaub stehe, gibt es heute von mir nur Musik, die mich auf diesen mental vorbereiten. Nun ist ja »I Like Sado Music« leider schon besprochen LOL … aber es gibt ja noch andere Wege der Entspannung. Zum Beispiel kann man sich mit Alessandro Alessandroni gen Italien träumen (heute: ein doofer Witz nach dem anderen). Tatsächlich kann man zur Musik auf »Ritmo Dell’Industria N°2« wie Charlie Brown mit seiner Clique durch die Kleinstadt stromern, im Park Baseball spielen, oder die bella italia versprechenden, übergroßen Plakate der Tourismusindustrie bestaunen, um sich dann mit bella rathausplatz abzufinden. Urlaub. Yeeh! SH  

Piero Umiliani - Studio Umiliani - Rare and unreleased tracks from Sound Work Shop Archives 1967 - 1983 Webshop ► Buy Vinyl LP Oder man flaniert mit wiederentdeckten Archivaufnahmen von Piero Umiliani auf den Ohren durch die Innenstadt, noch schnell die weißen Tennissocken in seinen braunen Ledersandalen gerichtet, um mit gekonnter Weltgewandtheit die architektonischen Feinheiten westdeutscher Baukunst der späten 1960er Jahre zu bestaunen und sich zu fragen, was wohl zukünftig aus diesem, demnächst wohl leerstehenden Karstadtgebäude werden wird. Foto hier. Foto da. Bis dich Sturm »Xavier« oder so in die hinteren Winkel der eng bebauten Innenstadt peitscht. Dort trinkst du dann deinen Latte Macchiato, der Löffel ist auch ein Strohhalm. Praktisch. La deutsche vita. Endlich Urlaub. Ich bin so aufgeregt. SH  

deradoorian lp Webshop ► Buy LP Ich habe nach wie vor keine Ahnung, ob »Eternal Recurrence« wirklich ein gutes Album wird. Erstens, weil ich ich mir 2005 hart antrainiert habe, Eiterpickel auszubrüten, wenn irgendwo Anticon draufsteht und zweitens, weil das vorab zu streamende »Mountainside« im Grunde genommen auch nur wie eine Julia Holter D-Seite klingt. Aber: habe Deradoorian live im Kölner Acephale gesehen vor zwei Monaten und wollte schon immer mal im Kreise der krampfigen Ehrenmänner ankommen, die Platten basierend auf Konzerten empfehlen und irgendwas mit intim und einnehmend faseln. Next up: Rotweinkenntnisse. FA
 

Radiante Pourpre Webshop ► Buy EP Würde eigentlich viel lieber Radiante Pourpre live sehen, um so zu tun als wäre deren verauschter Millenial-Take on all things Muslimgauze und (klar) Industrial für Live-Auftritte nicht viel zu schneidersitzig. Dank Antinote kann man sich dieses ursprünglich auf (noch klarer) Tape erschienene Loop-Massaker jetzt auch (übertriebenst klar) auf Wenüüüüül kaufen, um sich beim verkehrtesten Anlass all diesen Takt- und Strukturfetischisten way, way überlegen zu fühlen. Wobei, zumindest das hier verlinkte »III« ist dafür dann doch eine Spur zu elfenhaft. FA
 

Agnes Obel - Stretch Your Eyes (Quiet Village Remix) Webshop ► Buy 12inch Derweil es mittlerweile okay ist, Burial hin und wieder scheiße zu finden, war das 2011 noch a) undenkbar und b) verboten, sprich es stellte den unübertreffbaren Distinktionsgewinn dar. Ich bin vermutlich der einzige Trottel, der an einem Oktobertag die Burial-Kollaboration mit Massive Attack im Shopping Cart hatte und dann doch nicht bis zur Kasse vordrang. Resultat: Heute lese ich viel in der politischen Ökonomie nach, um die Schuld für die verpasste Kapitalanlage woanders zu suchen und schlage lieber sofort zu, wenn mir was Ähnliches unter die Nägel kommt. Ich weiß irgendwie nur halb, wer Agnes Obel ist und rein gar nicht, wer sich hinter dem Pseudonym Quiet Village verbirgt, aber: Das hier ist ein steppender Slowdance in der Turbinenhalle, wie ich ihm noch in zehn Jahren in meiner Plattensammlung beim Verrotten zusehen möchte. Rare, hauchen britische Radio-DJs bei solcher Gelegenheit ins Mikro. KC
 

Monika Werkstatt Remixes Webshop ► Buy 12inch Jetzt aber mal riehl tork, die Erste: Monika Werkstatt rollen gerade das Game von hinten auf, es will sich nur mal wieder niemand dafür interessieren. Riehl tork, die Zweite: Okay, Barbara Morgensterns große Zeiten sind vielleicht vorbei, aber in Kombination mit Gudrun Guts Clique kommt immer noch Schönes dabei rum. Riehl tork, die Dritte: Das Beste an den jüngsten Omar S-Veröffentlichungen war sowieso immer Nite Jewel, die eben aus einer Morgensternschen Werkstatt-Session nun endgültig das Geilstmögliche rausholt. Diese Chord-Schnipsel, diese Basslines, diese Hook. House ist eine Nation, Monika eine andere – hier sind sie beide vereint. Riehl tork. KC
 

Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 23.01.2020
Alessandro Alessandroni
Afro Discoteca Reworked & Reloved
Der vor drei Jahren veröffentlichte Überraschungshit »Afro Discoteca« von Alessandro Alessandroni wurde nun mit Remixen versehen.
Music Review | verfasst 09.10.2020
Alessandro Alessandroni
Alessandro Alessandroni
Das selbstbetitelte Album von Alessandro Alessandroni aus dem Jahr 1971 wurde jetzt bei Sonor Music Editions wiederveröffentlicht.
Music Review | verfasst 06.12.2017
Piero Umiliani (M. Zalla)
Africa / Continente Nero Bundle
Genauso hätte man sich das Ergebnis vorab ausgemalt, wenn die italienische Soundtrack/Library-Legende sich an afrikanischen Klängen versucht
Music Review | verfasst 15.02.2021
Moggi (Piero Umiliani)
News! News! News!
»News! News! News!«, das Piero Umiliani vor 40 Jahren unter seinem Pseudonym Moggie veröffentlichte, wurde neu aufgelegt.
Music Liste | verfasst 13.04.2017
Piero Umiliani
12 Essentials
Er ist der letzte Maestro: Piero Umiliani wird oft in einer Reihe mit Nina Rota, Ennio Morricone oder Riz Ortolani genannt. Wir haben für euch zwölf für uns essentielle Alben zusammengestellt.
Music Review | verfasst 07.05.2019
Alessandro Alessandroni
Prisma Sonoro
»Prisma Sonoro«, Library Music-Aufnahmen des Komponisten Alessandro Alessandroni aus dem Jahr 1974, werden erstmals wiederveröffentlicht.
Music Review | verfasst 26.02.2014
V.A.
Ten Years Of Phonica
Henrik Schwarz,, Roman Flügel, Legowelt, I:Cube und und und. Der Londoner Plattenladen feiert Zehnjähriges mit einer illustren Gästerunde.
Music Review | verfasst 05.08.2014
Lord of the Isles
Greane/Gigha
Neil McDonald unternimmt auf seiner jüngsten EP einen Streifzug entlang der Inneren Hebriden und macht Station auf der Insel Gigha.
Music Review | verfasst 26.11.2014
Sad City
Introduction To Lisboa / Sloe
In der kosmischen Klangsprache der dritten EP Gary Caruths »Introduction To Lisboa / Sloe« ist Lissabon ganz und gar keine traurige Stadt.
Music Review | verfasst 27.02.2017
Roman Flügel
Black Acid EP
Für Phonica hinterfragte sich Roman Flügel mal wieder selbst. Das Ergebnis der »Black Acid EP« sind erneut vier unwahrscheinliche Tracks.
Music Porträt | verfasst 05.10.2017
New Record Labels #33
Four Flies, Idle Hands, Omnidisc, Radio Martiko
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Four Flies, Idle Hands, Omnidisc, Radio Martiko.
Music Review | verfasst 04.11.2013
Michaela Melián
Monaco
Melian’s dritte LP erscheint zunächst unscheinbar. Aus der passenden Perspektive kann man darin gebündelt aber immense Welten entdecken.
Music Review | verfasst 16.04.2014
Islaja
S U U
Die Finnin Islaja ist mit ihrem sechsten Album »S U U« bei Monika Enterprise gelandet und fügt hier eine neue musikalische Facette hinzu.
Music Review | verfasst 23.01.2015
Sonae
Far Away Is Right Around The Corner
»Far Away Is Right Around The Corner«, das Debüt der Kölner Elektronik-Musikerin Sonae, zeichnet sich durch seine cineastischen Elemente aus
Music Review | verfasst 22.06.2015
Pilocka Krach
Best Of
Ein »Best Of« gegen Berliner Bierernstigkeiten: Pilocka Krachs Krach knallt und kratzt auf Länge-LP lange nicht so schön wie im Kurzformat.
Music Review | verfasst 30.05.2016
Natalie Beridze
Guliagava
»Guliagava« von der Georgierin Natalie Beridze ist das Produkt einer fehlerhaften Übersetzung. Und damit Grundlage für eine Utopie.
Music Review | verfasst 11.07.2021
Sandro Brugnolini
Utopia
Großes Kino, auch ohne Film: Sonor Music Editions legt eine Neuauflage von »Utopia« des italienischen Komponisten Sandro Brugnolini vor.
Music Review | verfasst 14.09.2010
Josiah Wolf
Jet Lag
Josiah Wolf, seines Zeichens Schlagzeuger von Why?, und älterer Bruder des Frontmanns selbiger Band, veröffentlicht sein Debüt.
Music Review | verfasst 13.11.2010
Saroos
See Me Not
Saroos machen instrumentale HipHop-Musik für Leute, die damit ansonsten nichts am Hut haben.
Music Review | verfasst 05.05.2011
13&God
Own Your Ghost
Es brauchte sechs Jahre bis die Zusammenkunft von Themselves und The Notwist ein zweites Mal Früchte getragen hat.
Music Review | verfasst 02.07.2012
Doseone
G Is For Deep
Das neueste Werk von Doseone knüpft an »Crowns Down« seiner Band Themselves an. Sogar Pop-Appeal kann man der Scheibe unterstellen.
Music Review | verfasst 14.09.2012
Serengeti
C.A.R.
Alkohol und Rumhängen statt Maybach und Moneten – bei Anticon schlugen die Uhren ja schon immer anders. So auch bei Serengeti.
Music Review | verfasst 15.01.2013
Bay Blue
Bay Blue
Ungewöhnliche Samples präsentiert Matt Chang auf seinem Debüt. Nur bringt der Amerikaner sie nicht zum leuchten.
Music Review | verfasst 24.01.2013
Young Fathers
Tape One
Einen Release mit derart nach vorn gehender und dennoch nie aufdringlicher Intensität hat man von Anticon länger nicht serviert bekommen.
Music Review | verfasst 10.06.2013
Serengeti
Kenny Dennis LP
Die Rolle des Kenny Dennis bereitet dem an sich sehr besonnenen Serengeti sichtlich Spaß. Odd Nosdam hat den passende Sound geschneidert.
Music Kolumne
Records Revisited
A Tribe Called Quest – Low End Theory (1991)
Viel besser geht es nicht. Zu Beginn der 1990er Jahre brachten A Tribe Called Quest mit ihrem zweiten Album »The Low End Theory« den Flow auf den Punkt. Ohne aggressiv männliche Posen, dafür mit Jazz, Breaks und Vibe.
Music Kolumne
Records Revisited
Primal Scream – Screamadelica (1991)
1991 – was für ein Jahr für die Rockmusik. Die am 24.9.1991 veröffentlichten Alben von Nirvana, Soundgarden und Red Hot Chili Peppers haben Rock wieder populär gemacht. Aber »Screamadelica« von Primal Scream hat das Genre verändert.
Music Essay
Die Beat-Ära in der DDR
Feindliche Übernahme
Schallplatten des Amiga-Labels sind weit verbreitet. Neben Pressungen internationaler Stars war auch jede Menge Musik aus der DDR selbst auf Platte verewigt worden. Manches davon lohnt wiederentdeckt zu werden.
Music Interview
José González
Geschmack ist wie dein Po
2003 coverte José González den Song »Heartbeat« von The Knife und katapultierte sich gleich in die Herzen und Studierzimmer vieler Menschen. Mit seinem Album »Local Valley« strickt er weiter an seinem Mythos. Wir trafen ihn zum Interview.
Music Porträt
Loredana Berté
Irgendwie unvergleichlich
Loredana Bertè wird als »Königin des italienischen Rock« apostrophiert. Das greift nicht nur musikalisch zu kurz. Denn sie den Status quo nie repräsentiert, sondern als Außenseiterin aus Überzeugung wiederholt infrage gestellt.
Music Kolumne
Records Revisited
DJ Shadow – Endtroducing (1996)
Vor 25 Jahren erschien mit »Endtroducing« ein Hip-Hop-Album, das Björk mit Metallica und finnischer Fusion zusammendachte. DJ Shadow grub dafür im Keller. Und fand Gold. Dann schuf er ein Album, das aus der Zeit gefallen zu sein scheint.
Music Porträt
Sarah Davachi
Echo der Unendlichkeit
Intensität ist das Wort, das in den Sinn kommt. Bei ihrer Musik und bei ihren Sätzen. Ihr Sound fühlt sich an, als ob jemand mit einer Fingerspitze über die Seele streicht. Jetzt erscheint Sarah Davachi neues Album »Antiphonals«.
Music Porträt
Dais Records
Klang als Kollektion
Zwischen Experiment und Erwartung, Neuem und Altem wagt Dais Records seit Jahren den Spagat. Gibby Miller und Ryan Martin ziehen dort ihre Kreise, wo Linearität bewusste Störung erfährt – und treten so in die Fußstapfen großer Vorgänger.
Music Porträt
Leslie Winer
Der unbekannte Weltstar
Björk, Grace Jones, Boy George und Sinéad O’Connor zählen zu ihren Bewunderern. William S. Burroughs war ihr Mentor. Irgendwie hat sie auch Trip-Hop erfunden. Dennoch ist Leslie Winer heute nur Insdern bekannt. Das könnte sich jetzt ändern.
Music Porträt
DJ Koco
Guest Mix
Bei DJ Koco treffen atemberaubende Mixing-Skills auf eine Selection von ungeheurer Raffinesse. Kaum einer cuttet seine Breakbeats tighter ineinander als er. Das Verblüffendste: Der japanische DJ beschränkt sich in seinen Sets auf 7Inches.
Music Kolumne
Aigners Inventur
September & Oktober 2021
Keift und brummt sich wieder durch die Veröffentlichungen der letzten zwei Monate: Aigners Inventur, mit Bärlauch-Antipathie und Seerobben-Ehrfurcht. Dazwischen Alben von Flying Lotus, Erika De Casier, Space Afrika und Maxine Funke.
Music Kolumne
Records Revisited
John Coltrane – Africa/Brass (1961)
1961 markierte »Africa/Brass« den Anbruch eines neuen Zeitalters: Für John Coltrane war es der Beginn seiner Impulse!-Jahre, für viele afrikanische Staaten der Start in die Unabhängigkeit. Musikalisch war es sein ambitioniertestes Vorhaben.
Music Kolumne
Records Revisited
Björk – Vespertine (2001)
Mit »Vespertine« schien Björk Guðmundsdóttir das Versprechen ihres vorherigen Werks nicht einzulösen. Weil sie dieses Mal einen vollkommen anderen Ansatz wählte. Was »Vespertine« von 2001 zu einer ihrer besten Platten bis heute macht.
Music Porträt
Polo & Pan
Eklektisch in den Weltraum
Polo & Pan sind bereit abzuheben. Nachdem sie es mit ihrem kunterbunten Stilmix bis ins Hotelzimmer von Elon Musk schafften, blicken sie nun höheren Sphären entgegen. Die irdischen Fans beglückt das Duo derweil mit dem Album »Cyclorama«.
Music Liste
Durand Jones & The Indications
10 All Time Favs
Durand Jones & The Indications verbinden seit Ihrem Debüt vor fünf Jahren Vergangenheit und Zukunft des Genres. Jetzt erscheint ihr drittes Album »Private Space«. Zeit, um die Band nach den 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt haben.
Music Porträt
Conrad Schnitzler
Mitten im Durcheinander
Immer noch wird der 2011 verstorbene Conrad Schnitzler vor allem für seine Verbindung zu Kraftwerk oder Tangerine Dream wahrgenommen. Dabei steht sein beeindruckendes Werk genauso für sich allein, wie er Verbindungen herzustellen wusste.
Music Kolumne
Records Revisited
Main Source – Breaking Atoms (1991)
In mancher Hinsicht scheint »Breaking Atoms«, das Debüt von Main Source, ein Klassiker aus der zweiten Reihe geblieben zu sein. Doch die Produktion von Large Professor definierte einen Signature Sound für das Goldene Zeitalter des Hip-Hop.
Music Kolumne
Records Revisited
LFO – Frequencies (1991)
Die niederfrequenten Schwingungserzeuger LFO aus Leeds schufen mit »Frequencies« eines der ersten Techno-Alben. Ihre hohen Bleeps und tiefen Clonks haben Technogeschichte geschrieben. Bis heute kann, äh, muss man dazu tanzen.
Music Kolumne
Records Revisited
Funkadelic – Maggot Brain (1971)
Mit »Maggot Brain« begeben sich Funkadelic auf die dunkle Seite des Funk. Das triumphierende Lustprinzip wird mit dystopischer Eschatologie durchsetzt und stellt der Feier des Lebens eine beklemmende Endzeitstimmung zur Seite.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Juli & August 2021
Hier wird nicht lange gefackelt und sogar auf halbgare UEFA-Gags wird verzichtet. Stattdessen wird im Sinne der Schallplatte gehandelt und an die 20 Vinyl-Scheiben werden zum Drehen gebracht.
Music Liste
Halbjahresrückblick 2021
50 best Vinyl Records so far
Das vergangene halbe Jahr hat gefühlt ganze fünf gedauert. Ein nie endender Winter, quälende Isolation. Und die Musik? Die lief weiter, auf unseren Plattenspielern. Diese 50 Schallplatten blieben dabei besonders im Gedächtnis.
Music Porträt
Hōzan Yamamoto
Meditation aus Improvisation
Über fünf Dekaden hinweg pushte er japanischen Jazz in spirituelle Sphären, ohne Kitsch oder Esoterik. Ansehen erntete er dafür vor allem in seiner Heimat. Bis heute gilt Hōzan Yamamotos Schaffen international als Geheimtipp.
Music Porträt
Hoshina Anniversary
Die Fusion von Techno und Jazz
Hoshina Anniversary macht Techno. Er selbst würde sich aber eher in der Nachfolge zu Jazz und traditioneller japanischer Musik verorten. Und damit ist der Tokioter nicht allein.
Music Essay
Jazz Kissa
Wo in Japan die Musik spielt
Sie bieten stilvollen Rückzug aus einer Welt, in der alle permanent hören. Und zelebrieren das Hören von Musik: Jazz Kissas sind Japans inoffizielles Kulturerbe. Der Journalist Katsumasa Kusunose dokumentiert sie nun.
Music Porträt
Hiroshi Suzuki
Der Unbekannte mit der Posaune
1976 hat der japanische Posaunist Hiroshi Suzuki ein Album aufgenommen. »Cat«, das sich weniger durch Perfektion als durch einen feinen Groove auszeichnet, ging dereinst ein wenig unter. Nun kannst du es wiederentdecken.
Music Essay
Small In Japan
Die Vinyl-Nation, die keine ist
Aufwändige Aufmachungen, audiophile Listening Bars und die meisten Plattenläden der Welt: Japan, ein Vinyl-Paradies? Jein. Das Medium spielt dort gar keine große Rolle. Unsere Kulturgeschichte der japanischen Musikindustrie.
Music Liste
Evidence
10 All Time Favs
Evidence ist Producer, Cratedigger und Rapper, und zwar einer, der in 15 Karrierejahren die Lust am Entdecken nie verloren hat. Jetzt erscheint sein Album »Unlearning Vol.1«. Wir fragten nach 10 Schallplatten, die ihn geformt haben.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 2nd Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 17.7.2021 findet nun der zweite Record Store Days in diesem Jahr statt. Auch dafür sind wieder mehrere Dutzend exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus abermals zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Kolumne
Records Revisited
The Smiths – The Queen Is Dead (1986)
Das 1986 veröffentlichte »The Queen Is Dead« ist der Höhepunkt der nur fünf Jahre und vier Studioalben währenden Karriere der britischen Band The Smiths. Es klingt auch nach so langer Zeit noch erfrischend eigenwillig.
Music Kolumne
Records Revisited
Porter Ricks – Biokinetics (1996)
Als Porter Ricks im Jahr 1996 das Album »Biokinetics« veröffentlichten, handelte es sich um mehr als nur eine um Zusatzstücke erweiterte Sammlung ihrer ersten 12inches. Sondern um den utopistischen Versuch, Dub Techno weiterzudenken.
Music Porträt
BBE Records
Influencer der Influencer
Peter Adarkwah ist der Grund, warum manches Life durch J Dilla gechanged wurde, das Roy Ayers einen zweiten Frühling erlebt hat und das japanische Jazz-Alben von Pitchfork rezensiert werden. In anderen Worten: BBE Music wird 25 Jahre alt.
Music Liste
Record Store Day 2021 – 1st Drop
12 Releases nach denen du Ausschau halten solltest
Am 12.6.2021 findet nun der erste von zwei Record Store Days in diesem Jahr statt. Allein dafür sind wieder mehrere hundert exklusive Releases angekündigt. Wir haben daraus zwölf Schallplatten gepickt, die wir euch ans Herz legen wollen.
Music Porträt
Portico Quartet
Guest Mix
»Terrain« heißt das neue Album der britischen Band Portico Quartet, dass in diesen Tagen auf Gondwana Records veröffentlicht wurde. Für uns hat Jack Wyllie von Portico Quartet in einem exklusiven DJ-Mix 60 Minuten Musik zusammengestellt.
Music Porträt
SSIEGE
Suche nach dem Endlosloop
Dicht gedrängt wandeln die Produktionen von SSIEGE an den Übergängen der Jahreszeiten und verschwimmen in ultragesättigten Bildern. Mit ihnen erzählt der Italiener ohne großes Brimborium von Träumen, die sich immer weiter wiederholen.
Music Kolumne
Records Revisited
Marvin Gaye – What's Going On (1971)
Muss man dies Album überhaupt in Erinnerung rufen? Eigentlich nicht. Aber man kann es immer wieder hören. Und es ist bis heute aktuell geblieben, im Guten wie im Schlechten. Marvin Gayes »What’s Going On« wird 50 Jahre alt.
Music Porträt
Seefeel
Musik im luftleeren Raum
Seefeel sind eine Zusammenkunft der Unwahrscheinlichkeiten. Seit fast 30 Jahren spielen sie zwischen den Stilen und befreit von kontemporären Referenzen. Ihr Sound ist bis heute unbegreiflich.
Music Porträt
Arsivplak
Vergangenheit, neu aufgelegt
Volga Çobans Label Arsivplak und das Edit-Projekt Arşivplak sind zwei Seiten derselben Medaille: Einerseits ist er Archivar von türkischem Funk, Disco, Pop, Rock und Jazz, andererseits wirft er ein neues Licht auf alte Klänge.
Music Kolumne
Records Revisited
Grace Jones – Nightclubbing, 1981
Nachtleben für Androiden: Grace Jones sorgte auf »Nightclubbing« mit einer der besten Rhythmusgruppen der Welt dafür, dass Reggae und New Wave im Pop der Achtziger neues Eigenleben entfalteten.
Music Kolumne
Aigners Inventur
Mai & Juni 2021
Die eine Konstante in der Ära von Impfneid, Merzismus und Notbremsenbeef: Aigners Inventur fühlt sich vier Minuten vor Beginn der Ausgangssperre verwegen, hält sich für den Nabel der Deutschrapwelt und kopiert sich nur selbst.
Music Liste
Crumb
10 All Time Favs
Seit ihrem Debüt 2019 gelten Crumb als eines der heißesten Feuer in der Musiklandschaft. Nun ist ihr neues Album »Ice Melt« erschienen. Die Gelegenheit sie nach 10 Schallplatten zu fragen, die sie geformt, gebessert und gebildet haben.
Music Kolumne
Vinyl-Sprechstunde
Scotch Rolex – Tewari
Ist es Hip-Hop? Ist es Metal? Ist es Dancehall? Ist es Musik, die du nicht raffen wirst? Ist es unfair, dass die Clubs geschlossen sind? Unsere Vinyl-Sprechstundler gehen gleichermaßen clubhorny wie verstört aus DJ Scott Rolex’ »Tewari«.