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Finnland
Jazzaggression Records (Plattenlabel)
Jazzaggression ist ein 2007 von Johan Fredrik Lavik gegründetes, auf Jazz spezialisiertes Plattenlabel aus Finnland. Alles begann vor knapp 10 Jahren, als Laviks Kumpel Lars Findbrouk, der das Label Plastic Strip leitet, in den Archiven des Sängers Arne Bendiksen unveröffentlichte Aufnahmen des Jazz- und Disco-Keyboarders Webster Lewis fand. »Wir fanden die Musik zu gut, um sie vorbeiziehen zu lassen. Also schmissen wir Geld zusammen und veröffentlichten das Album« Johans Leidenschaft fürs Diggen hat ihre Wurzeln in seiner Jugend, als er anfing in den Sammlungen seiner Mutter und seines Onkels zu wühlen. In den letzten 20 Jahren konzentrierte er sich zunehmend auf Jazz und fand so immer mehr vergessene und obskure Releases. »Im Jazz kann man alles finden, es gibt immer etwas neues zu entdecken und es wird nicht langweilig.« Langweilig wird es auch im bisher recht kompakten Katalog von Jazzaggression nicht. Auf zehn bisher erschienenen LPs, drei 10inches und drei 7Inches findet sich eine faszinierende Vielfalt, die von unveröffentlichtem estnischen 60er-Bop über obskuren Bonner Soul-Jazz der Siebziger bis hin zu finnischen Avant-Garde-Gruppen von heute reicht. Obskure Releases und deren Urheber findet Johan heute weitestgehend über das Internet, aber auch regelmäßig in staubigen Archiven von Radios oder Musikern, hin und wieder auch mit Hilfe von anderen Labelbesitzern wie Lars Findbrouk oder Martin Jõela vom auf unveröffentlichte estnische Raritäten konzentrierten Frotee. Letztes Jahr organisierte Johan sogar ein gemeinsames Konzert von alten und jungen Jazz-Interpreten und er hofft in den kommenden Monaten noch einiges an frischem norwegischem Jazz herauszubringen. Wie diese Musik in die Welt gesetzt werden soll ist für Johan klar: »Vinyl ist das einzige Format, das mir wichtig ist. Ich habe immer schon Platten gediggt und da sind einfach viel mehr Gefühle mit verbunden als mit irgendeinem digitalen Format. Es gibt nichts Besseres, Vinyl ist King.« Dass man bei Jazzaggression und dem Schwesterlabel Afro7, auf dem seit 2015 Reissues afrikanischer Raritäten erscheinen, viel für das schwarze Gold übrig hat, merkt man den Releases an. Zusätzlich zu den in Jazz-Kreisen obligatorischen CDs gibt es regelmäßig liebevoll bedruckte, limitierte Vinyl-Auflagen, die auch meist recht schnell vergriffen sind. 2017 sollen wohl drei Releases auf Jazzaggression kommen, unter anderem ein Reissue des ultra-obskuren britischen Jazz-Albums »Bird Curtis Quintet« von 1967 und eine 7inch mit einem unveröffentlichten Track des Paris Smith Quintet, dessen LP »Thought Seeds« das Label bereits neu aufgelegt hat. Wer keine Lust hat zu spät zur Party zu kommen und in die Discogs-Röhre zu gucken, oder einfach nur Lust hat, seinen jazzigen Horizont zu erweitern, sollte sich Jazzaggression hinter die Ohren schreiben.
Jazzaggression Records in Features
Music Essay | verfasst 09.07.2020
Baltic & Finnish Jazz
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Music Porträt | verfasst 03.02.2017
New Record Labels #25
Bliq, Dub Disco, Ectotherm und Jazzaggression
Jeden Monat stellen wir euch Labels vor, die neu bei uns im Shop vertreten sind und/oder deren Entdeckung sich lohnt. Die Auserwählten diesmal: Bliq, Dub Disco, Ectotherm, Jazzaggression. Oder mit anderen Worten: ein Houselabel aus London, ein Label von und für Disco Heads aus Berlin, ein dem schmutzigen und rohen Techno verschriebenem Label aus Kopenhagen und ein auf feinsinnigen Jazz spezialisiertes Label aus Helsinki.
Jazzaggression Records in Reviews
Music Review | verfasst 26.06.2020
Oiro Pena
2
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Music Review | verfasst 09.07.2019
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Cyber Dolores
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Music Review | verfasst 08.05.2021
Ziad Rahbani
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Mit der Reissue zu »Bennesbeh Labokra… Chou?« erweitert WeWantSounds den Blick auf das Schaffen des libanesischen Musikers Ziad Rahbani.
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»Feed Me Weird Things«, vor 25 Jahren bei Rephlex erschienenes Debüt von Squarepusher, wird am 4.6.2021 in einer erweiterten Edition bei Warp Records wiederveröffentlicht.
Music Kolumne | verfasst 11.05.2021
Records Revisited
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Nachtleben für Androiden: Grace Jones sorgte auf »Nightclubbing« mit einer der besten Rhythmusgruppen der Welt dafür, dass Reggae und New Wave im Pop der Achtziger neues Eigenleben entfalteten.