Music Review | verfasst 06.02.2019
Repeat
Repeats
Delsin, 2019
Text Kristoffer Cornils
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6.9
Redaktion
Cover Repeat - Repeats

In den Jahren 1992 bis 1994 veröffentlichte das britische Plattenlabel Warp unter dem Titel »Artificial Intelligence« eine Serie von Compilations und Alben, welche die elektronische Musik für immer verändern sollten. Die Musik wurde komplexer, es ging vom Rave zurück auf die Couch. Mittendrin: Andy Turner und Ed Handley, die gemeinsam als Plaid Musik machten und auch beim Kollektiv Black Dog Productions mitmischten. Gemeinsam mit dem jungen Techno-Produzenten Mark Broom fingen sie an, in dessen Londoner Studio an Musik zu werkeln, welche die Paradigmenwechsel der frühen Neunziger in sich aufgesogen hatte. Nach einigen ersten EPs wurde das Trio von Dave Hill ergänzt, der unter anderem bei einem Projekt mit dem vielsagenden Titel Mind Over Rhythm mitmischte. Es war ein inzestuösen und ohrenscheinlich entspanntes Zusammentreffen von vier Produzenten aus der britischen Rave-Szene, die immer wieder miteinander kollaborierten. Als Repeat bündelten sie ihre Kräfte und ließen schätzungsweise während der gemeinsamen Sessions viel grünen Rauch aufsteigen. »Repeats« nämlich, das erste und einzige Album des bis 2001 bestehenden Projekts, eignet sich am besten als alleiniger Begleiter für die Stunden nachdem der letzte After-Hour-Gast zur Tür rausgetaumelt ist. Den neun Stücken ist ihre Verwurzelung in der Rave-Kultur anzumerken: Vom slicken, verbleepten Electro des Openers »End Up« über die Jungle-Anleihen bei »G-Thing«, Detroit-inspirierte Stücke wie »Lilt-A« und eine Funk-meets-Klavierpathos-Nummer wie »Drifting Sounds of Wikki« oder den Slo-Mo-Techno von »Deathbed Visions« hin zu den knorrigen Grooves von »Tomorrows People« wird immer wieder deutlich, dass in jedem einzelnen Track noch Serotoninreste von der Nacht zuvor eingeflossen sind. Dass Stücke wie der tribalistisch gehaltene »Tuesdays Hot Hit«, der verstolperte Electro von »Fish Stew« oder das ratternde Durcheinander von Rhythmus- und Melodieelmenten in »Hurrican Felix« da schlicht verunfallt klingen – geschenkt, vermutlich. »Repeats» entstand nach einer Umbruchszeit in der britischen Rave-Geschichte und zeugt von einer stilistischen Unsicherheit, aus der das Quartett Broom-Turner-Handley-Hill in seinen besten Momente ihr Kapital schlagen konnten.

»Repeats« von Repeat findest du bei HHV Records auf 2LP.
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