Music Review | verfasst 16.01.2012
Jazzanova
Upside Down
Sonar Kollektiv, 2012
Text Maximilian Theisen
Deine Bewertung:
/
Nutzer
8.5
Redaktion
Cover Jazzanova - Upside Down

Das Berliner Label Sonar Kollektiv hat in seinen Archiven wahre Goldschätze gefunden, die nun ein weiteres Mal und in gebündelter Form auf das tanzwütige Volk losgelassen werden. Auf Upside Down werden die besten Remixe von Jazzanova-Tracks veröffentlicht, die seit 2003 entstanden sind. Einige davon werden zum allerersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt. Jazzanova gehören zu den ganz Großen im Geschäft, wenn es um die Mischung von elektronischer Tanzmusik und Jazz geht. Stampfende Beats bilden hier des öfteren die Grundlage für ausgedehnte Piano-Soli, Percussionbreaks und Soulstimmen. Wem das alles bisher aber zu musikalisch, zu experimentell, zu wenig tanzbar war, der wird sich mit diesen Remixen vielleicht eher anfreunden können. Etwa wenn sich die Innervisions-Vertreter Âme oder Henrik Schwarz einem Jazzanova-Original annehmen, um ihm noch mehr Funk und v.a. noch mehr Energie einzuhauchen. Auch Motor City Drum Ensemble und Mr. Scruff zeichnen für Bearbeitungen verantwortlich, die den ursprünglichen Stücken zu mehr Glanz verhelfen. Obwohl beinahe alle Tracks für die Tanzfläche geeignet sind (einzige Ausnahme bildet hier vielleicht Ye:Solars Remix von I Can See ), passt diese Musik doch am ehesten zu Sonntagnachmittagen oder zu entspannten Warm-Ups in der favorisierten Cocktailbar. Was manchen DJ vielleicht enttäuschen mag, spricht für die musikalische Qualität der Stücke. Jazz und House wurden selten so gut kombiniert wie auf diesem Album.

Das Album Upside Down von Jazzanova": findest du bei hhv.de CD
Dein Kommentar
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 16.09.2011
Ben Westbeech
There's More To Life Than This
Soul Clap, Georg Levin, Motor City Drum Ensemble, Henrik Schwarz: klangvolle Namen, die sich hier als Produzenten betätigten.
Music Review | verfasst 10.05.2012
Jazzanova
Funkhaus Studio Sessions
Ein Live-Album im Studio aufzunehmen ist, gelinde gesagt, Schwachsinn. Jazzanova haben es trotzdem getan.
Music Review | verfasst 24.10.2019
Jazzanova
Of All The Things
»Of All The Things«, das 2008 erstmals veröffentlichte, zweite Album der Berliner Band Jazzanova, hat nun einer Neuauflage erhalten.
Music Interview | verfasst 16.12.2008
Jazzanova
Kleines Budget, krasse Illusion
Bei der gefühlten ewigen Präsenz von Jazzanova – ob als DJs, Produzenten oder Labelmacher – wundert es, dass gerade erst ihr zweites Studioalbum erschienen sein soll. Doch so ist es und es lohnt darüber zu sprechen…
Music Review | verfasst 27.07.2011
Popol Vuh
Revisited & Remixed 1970-1999
Revisited & Remixed zeigt das beste der Krautrockhelden Popol Vuh und sehr respektvolle Variationen ihrer Lieder.
Music Liste | verfasst 31.10.2008
BBE Records
10 Essentials
Es hat sich einiges an guter Musik angesammelt, in den dreizehn Jahren Labelgeschichte, die BBE Records inzwischen auf dem Buckel hat. Dennoch haben wir uns nochmals hineingehört und eine Auswahl von 10 Platten getroffen.
Music Review | verfasst 26.07.2011
Motor City Drum Ensemble
DJ Kicks
Vorzüglich selektiert, gefühlvoll arrangiert und intensiv gemixt: DJ Kicks von MCDE ist eine der besten Compilations des Jahres.
Music Review | verfasst 31.03.2014
Vermont
Vermont
So bereichernd sind klobige Maschinen für den Alltag sonst nur, wenn man den Sprung von Handspülerei zu einer Spülmaschine geschafft hat.
Music Review
Nermin Niazi
Disco Se Aagay
Grandiose Widerentdeckung: Als die Geschwister Nermin Niazi und Feisal Mosleh 1984 »Disco Se Aagay« aufnahmen, waren sie noch Kinder.
Music Review
Stereolab
Switched On Vol.4: Electrically Possessed
Das große Reissue-Projekt von Stereolab findet nun mit »Switched On Vol.4: Electrically Possessed« ein Ende.
Music Review
Mouse On Mars
AAI
Inspiriert von einem Text über künstliche Intelligenz von Louis Chude-Sokeis haben Mouse On Mars ihr neues Album »AAI« produziert.
Music Review
A Winged Victory For The Sullen
Invisible Cities
Adam Wiltzie und Dustin O’Halloran haben als A Winged Victory For The Sullen Musik für das Theaterstück »Invisible Cities« komponiert.
Music Review
Legowelt
Pancakes With Mist
»Pancakes With Mist«, das neueste Werk des niederländischen Virtuoso Legowelt, ist nun auch auf Vinyl erschienen.
Music Review
Pauline Anna Strom
Angel Tears In Sunlight
»Angel Tears In Sunlight« sollte das erste Album von Pauline Anna Strom nach 30 Jahren werden. Kurz vor Veröffentlichung ist sie verstorben.
Music Review
Tindersticks
Distractions
Lenkt die Liebe vom Leben oder das Leben von der Liebe ab: Tindersticks haben mit »Distractions« ein spannendes Album veröffentlicht.
Music Review
The George Otsuka Quintet
Loving You George
WeWantSounds macht mit »Loving You Geroge« eine Live-Aufnahme des The George Otsuka Quintets aus dem Jahr 1975 wieder verfügbar.
Music Review
Nancy Sinatra
Start Walkin' 1965-1976
»Start Walkin‘ 1965-1976« vereint die wichtigsten Songs von Nancy Sinatra und ist in diesem umfassenden Paket ein Pop-Schmankerl.
Music Review
Moggi (Piero Umiliani)
News! News! News!
»News! News! News!«, das Piero Umiliani vor 40 Jahren unter seinem Pseudonym Moggie veröffentlichte, wurde neu aufgelegt.
Music Review
Egyptian Lover
1986
Kraftwerk kann sich schleichen: Egyptian Lover lässt nicht locker und veröffentlicht mit »1986« neue Musik.
Music Review
Roots (Barney Rachabane)
Roots
»Roots«, das 1975 eingespielte Album des südafrikanischen Saxofonisten Barney Rachabane, wurde bei Frederiksberg wiederveröffentlicht.
Music Review
21 Savage & Metro Boomin
Savage Mode II
»Savage Mode II« von 21 Savage und Metro Boomin löst das Versprechen ein, dass die beiden 2016 auf ihrem Erstling heraufbeschworen haben.
Music Review
Stella Chiweshe
Ambuya!
Stella Chiweshes Musik entstand unter Widrigkeiten. Das Reissue ihres Debütalbums setzt folgerichtig ein Ausrufezeichen hinter dessen Titel.
Music Review
Omar Khorshid
With Love
Das 1978 im libanesischen Exil entstandene Album »With Love« des ägyptischen Gitarristen Omar Khorshid wurde wiederveröffentlicht.
Music Review
Al Wootton
Maenads
Mit »Maenads« kehrt der hochaktive Al Wootton auf sein Label Trule Records zurück. Die vier Tracks strömen eine ahnungsvolle Atmosphäre aus.
Music Review
Conny Frischauf
Die Drift
Lustig und nachdenklich, albern und rätselhaft: die Musik von Conny Frischauf auf »Die Drift« lässt auf eine Fortsetzung hoffen.
Music Review
Condry Ziqubu
Gorilla Man
Sehr sexy geballte Energie gegen Gewalt: Afrosynth veröffentlicht auf »Gorilla Man« Stücke des südafrikanischen Musikers Condry Ziqubu.
Music Review
Black Country, New Road
For the First Time
Black Country, New Road ist die Band der Stunde in Großbritannien. Ihr Debüt »For the First Time« ist soeben bei Ninja Tune erschienen.
Music Review
Orchestre Poly-Rythmo De Cotonou Dahomey
Orchestre Poly-Rythmo De Cotonou Dahomey
Tout puissant! Auf Superfly wurde das selbstbetitelte 1972er Album von Orchestre Poly-Rythmo De Cotonou Dahomey wiederveröffentlicht.
Music Review
Laurent Petitgirard
Suite Epique
»Suite Epique« des französischen Komponisten Laurent Petitgirard, erstmals 1972 erschienen, wurde jetzt bei Superfly wiederveröffentlicht.
Music Review
Various Artists
Somewhere Between: Mutant Pop, Electronic Minimalism & Shadow Sounds Of Japan 1980-1989
Japan in den 1980er Jahren, 14 unerhörte Songs. Zur neuen Compilation »Somewhere Between« auf Light In The Attic.
Music Review
Various Artists
Profondo Nero
Mit der Dekmantel-Compilation »Profondo Nero« beleuchtet der DJ Cinema Royale die dunkle Unterseite des Italo-Disco-Hypes.
Music Review
Witch
Introduction
Rockmusik aus Sambia: »Introduction«, das Debüt von Witch aus dem Jahr 1972, wurde bei Now-Again aufgehübscht und wiederveröffentlicht.
Music Review
Shame
Drunk Tank Pink
Wer hinter den Krach blickt, entdeckt eine Fülle an Details: die britischen Rocker Shame präsentieren mit »Drunk Tank Pink« ein neues Album.
Music Review
Biosphere
Angel's Flight
Gerade ist das Beethoven-Jahr vorüber, da veröffentlicht Biosphere mit »Angel’s Flight« auf dem »String Quartet No.14« basierende Musik.
Music Review
Various Artists
Berlin Atonal – More Light
2020 setzte auch das Berlin Atonal aus und kondensiert das geplante Programm nun in eine Compilation von außergewöhnlicher Geilheit.
Music Review
Hieroglyphics
Hiero Oldies Vol.1
Bis auf Kassette und digital erschienen, gibt es »Hiero Oldies Vol.1« der kalifornischen Rapcrew Hieroglyphics nun auch auf Schallplatte.
Music Review
Yu Su
Yellow River Blue
Auf ihrem Albumdebüt »Yellow River Blue« verfolgt die im kanadischen Vancouver beheimatete Musikerin Yu Su eine klare Idee.
Music Review
Tiziano Popoli
Burn the Night / Bruciare la Notte. Original Recordings, 1983-1989
Mit »Burn the Night / Bruciare la Notte« wird dem disparaten Schaffen des italienischen Eigenbrödlers Tiziano Popoli ein Denkmal gesetzt.
Music Review
Various Artists
Two Synths A Guitar (And) A Drum Machine
»Two Synths A Guitar (And) A Drum Machine« versammelt an die Achtziger angelehnten Post-Punk, der zum Tanzen einlädt.
Music Review
Emmanuelle Parrenin & Detlef Weinrich
Jours de Grève
Die Folklegende Emmanuelle Parrenin & Detlef Weinrich alias Tolouse Low Trax haben mit »Jours de Grève« ein wunderliches Album abgelegt.
Music Review
François De Roubaix
Les Secrets De La Mer Rouge O.S.T.
erstmals wird die Musik zur TV-Serie »Les Secrets De La Mer Rouge O.S.T.« von François De Roubaix auf Schallplatte veröffentlicht.
Music Review
Various Artists
Spiritual Jazz 13: NOW!
Nach einem halben Dutzend Ausgaben widmet sich »Spiritual Jazz 13: NOW!« nun den aktuellen Tendenzen des titelgebenden Genres.
Music Review
Various Artists
Cuba: Music and Revolution 1975-85
Gilles Peterson und Stuart Baker haben mit »Cuba: Music and Revolution 1975-85« die innovativen Momente der Zeit zusammengetragen.
Music Review
Conrad Schnitzler
Paracon (The Paragon Session Outtakes 1978-1979)
»Paracon (The Paragon Session Outtakes 1978-1979)« umfasst zehn unbekannte Stücke von Conrad Schnitzler aus seiner besten Phase.
Music Review
Ibrahim Khalil Shihab Quintet
Spring
Beschwingt und sonnendurchflutet: das erste Mal seit 40 Jahren wird »Spring« des südafrikanischen Ibrahim Khalil Shihab Quintets aufgelegt.
Music Review
Aminé
Limbo
Wie tief kann man gehen, ohne einzuknicken: der amerikanischer Rapper Aminé probiert’s auf seinem neuen Album »Limbo« aus.
Music Review
Badge Époque Ensemble
Future, Past & Present
Das kanadische Badge Époque Ensemble hat mit »Future, Past & Present« ein neues Albumveröffentlicht.
Music Review
Jorge Navarro
Navarro Con Polenta
Das Album »Navarro Con Polenta« des argentinischen Jazzpianisten Jorge Navarro aus dem Jahr 1977 wurde auf Altercat wiederveröffentlicht.
Music Review
Kurt Vile
Speed Sound Lonely KV (EP)
Mit »Speed Sound Lonely KV (EP)« hat Kurt Vile eine neue Platte draußen. Mit Zeitgeist hat die nichts zu tun. Was für eine Erleichterung.