Music Review | verfasst 26.03.2012
Keith Fullertown Whitman
Generators
Editions Mego, 2012
Text Sebastian Hinz , Übersetzung Julia Frohn
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Redaktion
Cover Keith Fullertown Whitman - Generators

Ein langsamer, sich bewusst entfaltender Sound schwebte der französischen Komponistin Eliane Radigue vor als sie sich nach Assistenzen bei zuerst Pierre Schaeffer, später dann auch Pierre Henry zu Beginn der 1970er Jahre daran machte, mit dem Synthesizer zu komponieren. Eliane Radigue ist gerade 80 Jahre alt geworden und ihr ist der erste Track des neuen Releases von Keith Fullerton Whitman gewidmet. »Issue Generator (for Eliane Radigue)« beginnt als langsamer Drone, der sich mit fortschreitender Dauer »entfaltet«. Mehr und mehr Noten gesellen sich hinzu, und während der dumpfe, anhaltende Ton langsam verschwindet, beginnen die Noten einen wilden Tanz. Am Ende der 17 Minuten 34 Sekunden setzt sogar ein zarter Rhythmus ein. Exakt die gleiche Länge hat auch die B-Seite »High Zero Generator«. Hier ist es weniger ein Entfalten von Sounds als vielmehr ein durchbrechen. Neun Minuten knistert es im System, Glas zerbarst und es kratzt an den Schaltwänden; und das in einer Abfolge an Sounds, die es klingen lassen als würde Keith Fullerton Whitman mit seinem Tonfrequenzgenerator Squarepusher’s »Solo Electric Bass« nachspielen. Danach geht’s für die Töne zum Toben in den Teilchenbeschleuniger, bis sich die ungeölten Schleusen wieder schließen. Die beiden Stücke sind live entstanden, bei Performances in New York und Baltimore. Dadurch wird der Musik die Möglichkeit gegeben, sich in einem Raum zu entfalten, der atmet, der durchsetzt ist durch Rascheln und Räuspern. Das gibt den Aufnahmen eine Dimension des Unmittelbaren, den experimentelle Musik sonst mitunter vermissen lässt. Auf diesen 35 Minuten geht alles zusammen. Das Ergebnis ist ein einzigartiger Sound und das beste, das ich seit langem von Keith Fullerton Whitman gehört habe.

Das Album »Generators« von Keith Fullerton Whitman findest du bei hhv.de: LP
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