Music Review | verfasst 24.10.2013
Oddisee
The Beauty In All
Mello Music Group, 2013
Text Fionn Birr , Übersetzung Julia Frohn
Deine Bewertung:
7.5
Nutzer (4)
7.0
Redaktion
Cover Oddisee - The Beauty In All

Es gibt Hip Hop-Künstler, die sich über allerlei Viral-Marketingkunststücke und quasi algorithmisches Updating der eigenen Hirnschmalz-Monologe auf diversen Social Media-Plattformen eine bedingungslose Followerschaft im WWW aufgebaut haben. Dann gibt es aber auch Künstler, die unbeirrt ihre Musik vor derartigen Imagestunt-Nebensächlichkeiten stellen, über Jahre hinweg hochwertigen Output unter unsere Mauszeiger schieben und ohne großes Tamtam zu echten Qualitätsgaranten wachsen. Oddisee ist einer von ihnen. »The Beauty in All«, sein mittlerweile 17. Release, huldigt der Schönheit des Unvollkommenen. Getreu dem Motto »Wenn immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist«, präsentieren sich die zwölf Instrumentals in einer neuen, erfrischenden Hybridität aus dem bewährtem Future-Boombap-Baukasten und freigeistiger Fusion-Ästhehtik. Klar, da gibt es noch jene typischen Rumpelkisten-Rondeaus wie »The Gospel« oder »Social Insecurity« – ein Drumbreak, ein Bläsersatz und wohldosierte Staubpartikel bleiben die Sure Shots des Amir el Khalifa. Doch wagt sich der Diamond District-General neuerdings auch an ungewohnt reduzierte Arrangements wie etwa das vorab-releaste »After Thoughts« oder »No Rules For Kings«, dessen organische Basslines sich in Kombination mit den melancholischen Piano-Overtüren kaleidoskopisch in die Ohrmuschel schmeicheln. An manchen Stellen dudeln die gedrosselten Strukturen zwar knapp am Fahrstuhl-Jazz vorbei, doch hilft Oddisees Gespür für unorthodoxe Drum-Settings, die Haltung zu bewahren. Eine Haltung, die vielleicht keine neuen Blickwinkel offenbart, aber mindestens seine Follower in Stellung hält

Das Album »The Beauty In All« von Oddisee findest du bei hhv.de: LP und CD
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 22.05.2011
Oddisee
Odd Seasons
Oddisee führt uns auf 31 erfindungsreichen und einzigartigen Produktionen durch die vier Jahreszeiten.
Music Review | verfasst 18.09.2011
Oddisee
Rock Creek Park
Rock Creek Park ist ein nostalgischer Soundtrack des Sommers und eine Ode an den gleichnamigen Park in Washington, D.C.
Music Review | verfasst 24.09.2012
Oddisee
People Hear What They See
»People Hear What They See« fokussiert musikalische und inhaltliche Ansprüche, die Zeitlosigkeit klar vor Zeitgeist stellen.
Music Review | verfasst 15.05.2015
Oddisee
The Good Fight
Oddisees Texte vermeiden inhaltlich jedes aktuelle Rap-Klischee. »The Good Fight« bleibt zu jedem Zeitpunkt leichtfüßig und eingängig.
Music Review | verfasst 21.12.2017
Oddisee & Good Company
Beneath The Surface Live
Oddisee veröffentlicht mit »Beneath The Surface Live« sein erstes Livealbum und hat in Good Company eine richtig gute Band dabei.
Music Bericht | verfasst 19.11.2013
Oddisee
Live am 17.11. im Club Bahnhof Ehrenfeld in Köln
Durch die Mischung aus Improvisation, viel Energieaufwand und einem Touch von Perfektion gelingt es dem Washingtoner MC Oddisee und seiner Band, die Zuhörer im Club Bahnhof Ehrenfeld lächeln zu lassen.
Music Interview | verfasst 21.05.2015
Oddisee
»Ich mache genau meine Musik«
Oddisee hat in den letzten zehn Jahren an 20 Releases mitgewirkt. Soeben ist sein Album »The Good Fight« erschienen. Im Interview erfahren wir aber auch, wieso gerade die »normalen« Dinge sein Steckenpferd sind.
Music Review
Viejas Raices
De Las Colonias Del Rio De La Plata
Wie für diese Gegenwart gemacht: »De Las Colonias Del Rio De La Plata« der argentinischen Band Viejas Raices von 1976 wurde neu aufgelegt.
Music Review
MLO
Oumuamua
Virtual Dreams, die nächste: Music From Memory zollen dem Ambient-Duo MLO mit einer großen Zusammenstellung Tribut.
Music Review
Le Ren
Leftovers
»Leftovers«, das Debütalbum der kanadischen Sängerin und Songwriterin Le Ren, ist im besten Sinne provinziell.
Music Review
Mac Miller
Faces
»Faces« sollte man hören, wenn man noch nie von Mac Miller gehört hat. Das Mixtape von 2014 ist nun auf Vinyl erschienen.
Music Review
Dos Santos
City Of Mirrors
Latin und Jazz kombiniert zu überzeugend unerwarteten Soings: Die amerikanische Band Dos Santos legt mit »City Of Mirrors« ihr Debüt vor.
Music Review
Efterklang
Windflowers
Ein Buschwindröschen im Eisblock: Selten hat ein Artwork die Musik einer Band besser symbolisiert als die von Efterklang auf »Windflowers«.
Music Review
Fennesz & Ryuichi Sakamoto
Cendre
»Cendre« von Fennesz & Ryuichi Sakamoto ist ein Album der fehlenden halben Sekunde. Jetzt wurde es erstmals auf Vinyl veröffentlicht.
Music Review
Sepehr
Survivalism
Für »Survivalism« bedient sich Sepehr in der Trickkiste des Hardcore Continuums, erweitert den UK-Sound aber noch um andere Facetten.
Music Review
Stef Mendesidis
Klockworks 33
Erwartet toolig: Auf »Klockworks 33« zeigt uns der griechische Producer Stef Mendesidis, wo der Hammer hängt.
Music Review
Ash Ra Tempel
Schwingungen
Genau vor 50 Jahren veröffentlichten Ash Ra Tempel ihr Album »Schwingungen«. Zum Jubiläum wird es jetzt wiederveröffentlicht.
Music Review
Akiko Yano
Ai Ga Nakucha Ne
»Ai Ga Nakucha Ne« von Akiko Yano erschien im Jahr 1982, wurde von Ryūichi Sakamoto produziert und bildet einen wilden Stilmix.
Music Review
The Pilotwings
Les Charismatiques
House, Rap, E-Gitarren, Cosmic, aberwitzige Samples: The Pilotwings holen mit »Les Charismatiques« zum Husarenstreich auf der Ulk-Skala aus.
Music Review
BadBadNotGood
Talk Memory
Nach fünf Jahren veröffentlichen die kanadischen Jazzer BadBadNotGood auf XL Recordings ihr neues Album »Talk Memory«.
Music Review
Tara Clerkin Trio
In Spring EP
Plötzlich voll da: Tara Clerkin Trio veröffentlicht die »In Spring EP« und bleiben eine der spannendsten, neuen Bands des Planeten.
Music Review
Xochimoki
Temple Of The New Sun
»Temple Of The New Sun« versammelt Stücke des Projekts Xochimoki, das in den 1980er-Jahren mesoamerikanische Musikformen neu interpretierte.
Music Review
Atmosphere
Word?
»Word?« korrigiert das Level, auf das sich Atmosphere in den letzten Jahren eingependelt haben, mal eben lässig nach oben.
Music Review
Soshi Takeda
Floating Mountains
Soshi Takeda vertont auf »Floating Mountains« für 100% Silk chinesische Gebirgslandschaften im Lo-Fi-House-Modus.
Music Review
Tony Allen
N.E.P.A. (Never Expect Power Always)
Auf dem 1984 veröffentlichten »N.E.P.A. (Never Expect Power Always)« addiert Tony Allen elektronische Elemente zu seinem Afrobeat.
Music Review
The Specials
Protest Songs 1924-2012
Die Wut ist nach innen gewandert: The Specials haben zwölf Protestlieder der letzten 100 Jahre für »Protest Songs 1924-2012« ausgesucht.
Music Review
Sault
NINE
»NINE« von Sault taucht alle Weißen in Salzsäure, schickt schöne Grüße aus den Stax Studios und hält eine Messe wie Yeezus.
Music Review
Cindytalk
Wappinschaw
Einmal begriffen, lebensverändernd: »Wappinschaw«, 1994 veröffentlichter Höhepunkt von Cindytalk, wurde jetzt wiederveröffentlicht..
Music Review
Various Artists
Eins Und Zwei Und Drei Und Vier
Kann eine Compilation über die Neue Deutsche Welle noch neue Einblicke ermöglichen? »Eins Und Zwei Und Drei Und Vier« zeigt, ja, das geht.
Music Review
Tirzah
Colourgate
Tirzah meldet sich mit »Colourgate« zurück. Die Themen haben sich verändert, die Qualität der Songs aber nicht. Und das ist gut so.
Music Review
Palmbomen II
Make A Film
Film ohne Musik ist möglich, aber sinnlos. Dachte sich Palmbomen II und entwarf mit »Make A Film« 24 Musikskizzen, die zum Filmen einladen.
Music Review
Richard Youngs
CXXI
Denk an Arthur Russell, denk an den Tod: Richard Youngs hat sein neues Album »CXXI« auf Black Truffle vceröffentlicht.
Music Review
Various Artists
Back Up: Mexican Tecno Pop 1980-1989
Auch in Mexiko fand man in den Achtzigern durchaus Gefallen an Synthesizers und Drumcomputern. Nachzuhören auf der Compilation »Back Up«.
Music Review
Brannten Schnüre
Muschelsammlung
»Muschelsammlung«, das vielgesuchte und ziemliche freche Debüt von Brannten Schnüre aus dem Jahr 2017 wurde jetzt wiederveröffentlicht..
Music Review
Nala Sinephro
Space 1.8
Das gelungenste Beispiel für Jazz, der sich im offenen Dialog mit elektronischen Ansätzen behauptet, kommt dieses Jahr von Nala Sinephro.
Music Review
Angel Olsen
Aisles
Auf »Aisles« covert Angel Olsen Songs aus den Achtzigern, die sie als Kind im Supermarkt hörte. Ein kleines Meisterwerk aus fünf Songs.
Music Review
Tata Vasquez & His Orchestra
Ecstasy
Tata Vasquez ist so ein Musiker, bei dem rätselhaft ist, wieso er nicht allzu viele Platten gemacht hat. Immerhin gibt’s »Ecstasy«.
Music Review
Hiro Kone
Silvercoat The Throng
Mit dem Album »Silvercoat The Throng« differenziert Hiro Kone die eigene Handschrift maßgeblich aus, ohne sie zu verlieren.
Music Review
Flying Lotus
Yasuke O.S.T.
Ein bisschen wie Haiku ohne Worte: Mit dem Soundtrack zur Netflix-Serie »Yasuke« zeigt Flying Lotus einmal mehr sein ganzen Können.
Music Review
Larry June
Orange Print
Larry June, Rapper aus San Francisco, hat mit »Orange Print« ein neues Album veröffentlicht. Innovation und Freigeist sucht man vergeblich.
Music Review
Uman
Chaleur Humaine
Freedom To Spend legt »Chaleur Humaine«, das 1992 veröffentlichte Debüt des französischen Geschwisterpaares Uman, neu auf.
Music Review
Little Simz
Sometimes I Might Be Introvert
Vergiß Drake! Kanye West sowieso! Das Rapalbum dieser Tage heißt »Sometimes I Might Be Introvert« und kommt von Little Simz.
Music Review
Sofa
Source Crossfire
»Source Crossfire« stellt restaurierte Songs der kanadischen Post-Punk-Band Sofa, dem ersten Signing auf Constellation, zusammen.
Music Review
Jan Jelinek
The Raw And The Cooked
Da hat uns Jan Jelinek mit »The Raw And The Cooked« ein schönes Süppchen gekocht. Lecker!
Music Review
José González
Local Valley
Auf »Local Valley« zeigt José González, dass man auch leise und zärtlich, statt wütend und unbeherrscht, Missstände anprangern kann.
Music Review
Nancy Sinatra
Boots
Light In the Attic hat jetzt Nancy Sinatras Debütalbum »Boots«, neu gemastert und mit Bonusmaterial versehen, wiederveröffentlicht.
Music Review
Hozan Yamamoto & Yu Imai
Akuma Ga Kitarite Fue Wo Fuku
Der von Hozan Yamamoto und Yu Imai komponierte Soundtrack zum 1979er Film »Akuma Ga Kitarite Fue Wo Fuku« wurde jetzt wiederveröffentlicht.
Music Review
Low
HEY WHAT
Seit 30 Jahren machen Alan Sparhawk und Mimi Parker als Low Musik und erfinden sich dabei immer wieder aufs Neue. So auch auf »HEY WHAT«.