Music Review | verfasst 11.11.2013
Ron Morelli
Spit
Hospital Productions, 2013
Text Pippo Kuhzart
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5.3
Nutzer (3)
6.6
Redaktion
Cover Ron Morelli - Spit

Ihr habt Glück! Die Review zu Ron Morellis Debütalbum schreibt kein Morelli-Stan. Derer sind ja in den letzten zwei Jahren etliche aus dem Boden gesprossen, da er mit seinem Label L.I.E.S den dreckigsten, ignorantesten Entwurf von House-Musik prägt. Wo House oft eine wunderhübsche Disco-Queen ist, da ist House bei L.I.E.S ein Gesichtsmassaker. Jetzt legt also der Labelboss selbst nach. Und das Album fängt harmlos an. Ein dumpfer 4/4, die HiHat wird sanft behandelt, der Bass grummelt ein bisschen rum. Irgendwann mischt sich dann aber ein Fiepen ein, ein Ziehen, als würde sich der Druck auf das Ohr rapide verändern. Und dann sind wir bei »Crack Microbes«. Ja, richtig, der Song heißt so. Mal davon abgesehen, was das für ein saustarkter Songtitel ist: ab hier ist Schluss mit lustig. Ab hier ist Mastering wieder das Fremdwort, das es für viele L.I.E.S-Releases ist. Das ist verranzter Hochgeschwindigkeits-Industrial-House für Leute mit starken Nerven. Von hier an passt der Sound zu dem, was Morelli selbst über das Album sagt: »The music on this record is about immediacy, pressure, monotony and stress«. Das trifft es auf den Punkt. Mindestens fünf der acht Tracks sind Monotonie wie man sie so rasant noch nicht erlebt hat. Als künstlerische Vision kann ich das feiern, als Musik aber ist mir dieses ton-gewordene Burn-Out zuwider. Aber ich bin zart besaitet. Während mich das Album also in die Anstalt bringen wird, bringt es andere in den Club – viel trennt beide ja ohnehin nicht.

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