Music Review | verfasst 14.05.2014
Various Artists
Inner City Beat!
Soul Jazz, 2014
Text Frédéric Hartmann
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8.2
Redaktion
Cover Various Artists - Inner City Beat!

Marvin Gaye hat Generationen von Musikern mit dem »Inner City Blues« angesteckt. Das Plattenlabel Soul Jazz ist nun darum bemüht uns zu zeigen, was im Amerika der 1970er Jahre innerstädtisch noch so alles los war. Auf dieser Compilation erzählt man sich haarsträubende Geschichten von unerschrockenen Ganoven und furchtloseren Kommissaren, die… scheinbar mit Vorliebe in einer Jazzkneipe abhingen? Na zumindest war ihnen dieser Sound wie auf den Leib geschneidert. Denn was sie vor allen Dingen konnten, war bei allem was sie taten, eine stets so gute Figur abzugeben, dass sie ihren Widersachern und Damen gleichermaßen einheizten. Das kann man im wahren Leben so wohl nur von einer Gattung behaupten – den ebenfalls im Untergrund vegetierenden und im Scheinwerferlicht aufblühenden Jazzcats. Da überrascht es nicht, dass ihr Sound so gut zu den Abenteuern ihrer fiktiven Pendants passt. Man betritt die Bühne, ohne ein Wort gibt’s gleich auf die Zwölf. Der Groove eines jeden Tracks ist wie die (wenn überhaupt vorhandene) Torsobekleidung des Protagonisten, so spartanisch wie passgenau. Und das beeindruckende, üppige Unterputzgehabe des Helden buhlt Hieb um Hieb, wie die sich im engen Schlagabtausch befindlichen Soli der Musiker, um die Gunst des Zuschauers. Ganz gleich ob auf der Bühne oder auf der Straße, so wie die Jungs mit ihrem Blech umgingen, rumorte es entsprechend im Gehörgang auf dem Weg zur Magengrube. Und das alles gepaart mit der James Bond’schen Rafinesse und Eleganz eines jeden String-Arrangements. Ganz großes Kino!

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