Music Review | verfasst 12.06.2014
Jon Hassell
City: Works Of Fiction
All Saints, 2014
Text Kristoffer Cornils
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Redaktion
Cover Jon Hassell - City: Works Of Fiction

Von Joe Meek über Sun Ra bis Underground Resistance: Musikalische Innovationen wurde immer schon von großen Visionen befeuert, wollten mittels Klang den space ausmessen. Der 1937 geborene Trompeter und Komponist Jon Hassell wurde von eben einer solchen Vision angetrieben. Sein Ziel war die Errichtung einer fourth world durch die Fusion alter mit neuer Musik, fernöstlichen und afrikanischen Traditionen mit westlicher Popmusik, Avantgarde-Konzepten à la Karlheinz Stockhausen, Terry Riley und La Monte Young mit den urbanen Sounds des Hip Hop. Auf dem 1990 erschienenen Album »Citys: Works Of Fiction« ließ der studierte Musikwissenschaftler akustische Instrumente mit elektronischen Klängen zusammenfließen und schaffte einen Stil, der selbst heute noch absolut einzigartig klingt. Zackige Rhythmen, abgehangene Basslines, wirbelnde Percussions, wild verfunkte Jazz-Passagen und elektronische Flächen schaffen ihr eigenes Universum jenseits von Raum und Zeit. Mit der Neuauflage des Albums lädt All Saints Recordsdazu ein, einen zeitlosen Klassiker wiederzuentdecken. Mehr noch, denn obendrauf gibt es außerdem ein 1989 im New Yorker The Wintergarden aufgenommenes, von keinem geringeren als Brian Eno abgemischten Konzert sowie eine weitere CD, die unter dem Titel »Psychogeography« mit alternativen Takes, Demo und Neuinterpretationen von alten und neuen Helden wie etwa 808 State, Bass Clef und patten versammelt. Mit 33 sich über fast dreieinhalb Stunden Spielzeit erstreckenden Tracks ist »City: Works Of Fiction« zwar sicherlich eines der ambitioniertesten, aber auch wichtigsten Wiederveröffentlichungen des Jahres. So wegweisend diese Musik vor mehr als zwei Jahrzehnten war, so einflussreich könnte sie auch heute noch sein.

Das Album »City: Works Of Fiction« von Jon Hassell findest du demnächst bei hhv.de.
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