Music Review | verfasst 26.09.2014
Hudson Mohawke
Chimes EP
Warp, 2014
Text Pippo Kuhzart , Übersetzung Julia Frohn
Deine Bewertung:
6.4
Nutzer (7)
6.9
Redaktion
Cover Hudson Mohawke - Chimes EP

Vom Nintendo DS-Bildschirm auf die Großleinwand. Hudson Mohawke hat von Anfang an stets riesige Haufen Kohle in den Brennofen seiner Songs geschaufelt – doch inzwischen hat er sich vom Nerd zum Mitbegründer von jener Art von Trap-Musik, die auf Baauer’s »Harlem Shake« in den Mainstream schwappte, gemausert, Kanye West klopft regelmäßig bei ihm an, wenn er mehr Karacho in seinen Songs braucht und HudMos neuste Single »Chimes« peppte neulich einen Werbespot von Apple auf. Der weiße Junge mit den langen T-Shirts ist zum Global Player herangewachsen. Seine »Chimes EP« ist seine erste eigene Veröffentlichung seit drei Jahren. Und was macht einer, der aus Yeezus’ Königreich zurückkehrt? Natürlich: er packt eine Schippe Selbstbewusstsein drauf und lädt bei der Geste etwas weiter als noch zuvor aus. So ist HudMos Sound gleich geblieben, aber die Hörner blasen nun noch voller auch die letzte Ecke des Raumes aus und vor allem die Drums haben mehr Griff. Dass HudMo etwas von Kanyes Hybris abgeknabbert haben könnte, zeigt vor allem eines: drei Songs plus Remix umfasst die EP lediglich; und dabei ist ein Song mehr ein Interlude, in dem HudMo einfach mal die Gorilla-Trommeln weglässt und eine ein paar Synth-Lines taumelnd rumknutschen lässt. Wer HudMo wollte, der bekommt hier schon HudMo. Die EP macht aber auch den Anschein, als hätte der Produzent nicht genug Ideen gehabt, um die Leinwand selbst auszufüllen. Dafür klingt alles, und dieses alles sind hier ja nur zwei einhalb Songs, zu sehr nach schon mal dagewesen.

Dein Kommentar
1 Kommentare
26.09.2014 15:53
Toriyamafan:
Fvck off. Der Typ darf sich meiner Meinung nach alles erlauben. Selbst in Zeiten wo Trap bereits totgesagt wird, reisst der Bursche noch jeden Club ab, mit seinen 5 TNGHT Brechern. Für mich einer der innovativsten Künstler die es gibt. Ich denke er ist noch lange nicht am Zenit angekommen, der Typ fängt grade erst an sich warm zu machen um das Buzz zu übernehmen. Langsam und sanft zum Ziel. Allein 100 HM gottogottogott. ÜBERBRETT. Gruss euer Fanboy.
― antworten
Ähnliche Artikel
Music Review | verfasst 21.08.2011
Hudson Mohawke
Satin Panthers EP
Mit Satin Panthers«knüpft der 25-jährige Schotte Hudson Mohawke nahtlos an sein Debüt Butter von 2009 an. Just Blaze ist begeistert.
Music Review | verfasst 16.11.2009
Hudson Mohawke
Butter
Alles andere als der glattgebügelte Allerweltsound, präsentiert und Hudson Mohawke auf seinem Warp-Debüt Butter
Music Review | verfasst 17.07.2012
TNGHT (Hudson Mohawke & Lunice)
TNGHT
Trance und 8-Bit trifft auf Traprap-Instrumentals und Crunk. Hide yo kids, hide yo wife; TNGHT reißt alles nieder.
Music Interview | verfasst 07.06.2011
Hudson Mohawke
Im Anfang war die Playstation
Hudsown Mohawke ist in der Lage verschiedene Geschmäcker zu begeistern. Soeben wurde der Release der neuen EP Satin Panther für Anfang August angekündigt. Valentin Menedetter nutzte die Gelegenheit mit dem 25-jährigen zu sprechen.
Music Bericht | verfasst 09.07.2011
Hudson Mohawke
Live am 8.7. auf dem Splash! 2011 in Gräfenhainichen
Freitag Nacht auf dem Splash!: Ein unscheinbarer, nerdig wirkender Typ betritt die Bühne. Es ist Hudson Mohawke, der in der folgenden Stunde mit seinem Mix den Energieanzeiger ohne Unterbrechung im roten Bereich erzittern lässt.
Music Bericht | verfasst 08.02.2012
Hudson Mohawke, Shlohmo, Salva u.a.
Live am 4.2. im Gretchen in Berlin
Eines der diesjährigen Highlights des CTM-Festivals in Berlin fand am abschließenden Samstag im Gretchen in Kreuzberg statt. Wo sich mit Shlohmo, Salva und Hudson Mohawke gleich drei hoch-bejubelte Talente der Szene trafen.
Music Review
Panasonic
Remix EP
Sähkö hat von Zoviet France und Muslimgauze geremixte Stücke von Panasonic von Mitte der 1990er Jahre ausgegraben und wiederveröffentlicht.
Music Review
De Ambassade
Standhouden
Der auch als Dollkraut bekannte Musiker Pascal Pinkert legt mit »Verwijder Jezelf« und »Standhouden« zwei neue Tracks als De Ambassade vor.
Music Review
Gerhard Heinz
OST The Story Of The Dolls
Mucke für Tage, an denen einem die Sonne aus dem Arsch scheint: »OST The Story Of The Dolls« von Gerhard Heinz wird wiedervöerffentlicht.
Music Review
Ebi Soda
Ugh
Jede Woche neue interessante Jazzbands aus Großbritannien: Nun haben die aus Brighton kommenden Ebi Soda ihr Debüt »Soda« veröffentlicht.
Music Review
Imagination
Shake It
Das Label The Artless Cuckoo veröffentlicht zum vierzigjährigen Jubiläum das vielgesuchte »Shake It« der Düsseldorfer Band Imagination neu.
Music Review
Zmatsutsi, Tross, Houschyar
Various Lurkers 3
Mit »Various Lurkers 3« setzt Space Ritual ihre Labelreihe fort. Darauf sind sehr gute Tracks von Zmatsutsi, Tross und Houschyar zu hören.
Music Review
Earl Sweatshirt
Feet Of Clay
»Feet Of Clay« ist ein Fragment dessen, was Earl Sweatshirt ausmacht. Es besitzt die Dringlichkeit und Haltung, die Underground verkörpert.
Music Review
Jon Hassell
Seeing Through Sound Pentimento Vol.2
Nur konsequent: Zwei Jahre nach »Listening To Pictures« geht es bei Jon Hassell mit »Seeing Through Sounds« synästhetisch weiter.
Music Review
Minyo Crusadres / Frente Cumbiero
Minyo Cunbiero
Japan trifft Kolumbien: Auf »Minyo Cunbiero« verschmilzt das beste der Kombos Minyo Crusadres und Frente Cumbiero zu einer wilden Sause.
Music Review
Jessy Lanza
All The Time
Wieder gemeinsam mit Jeremy Greenspan bündelt Jessy Lanza auf »All The Time“ ihre Kräfte zu auf den Punkt angespitzten R&B-Pop-Nummern.
Music Review
Jason Molina
Eight Gates
Sieben Jahre nach seinem Tod erscheinen mit »Eight Gates« nun unveröffentlichte Aufnahmen des amerikanischen Songwriters Jason Molina.
Music Review
Eiko Ishibashi
Hyakki Yagyō
Auf »Hyakki Yagyō« bringt Eiko Ishibashi auf zwei Klangcollagen wunderbar-wunderliche Sounds in fließende Bewegungen.
Music Review
Tadao Sawai, Kazue Sawai, Takeshi Inomata, Norio Maeda, Hozan Yamamoto
Jazz Rock
Mr Bongo veröffentlicht das zuerst 1973 veröffentlichte »Jazz Rock« des Koto-Spielers Tadao Sawai und weiterer Mitstreiter erstmals neu.
Music Review
Manfredo Fest
Brazilian Dorian Dream
»Brazilian Dorian Dream«, das 1976 erschienene Album des Brasilianers Manfredo Fest, ist Bossa Jazz der ansteckend eleganten Sorte.
Music Review
Various Artists
Kaleidoscope: New Spirits Known & Unknown
Auf »Kaleidoscope: New Spirits Known & Unknown« beleuchtet Soul Jazz Records die umtriebige britische Jazzszene vielfältig und genau.
Music Review
Voz Di Sanicolau
Fundo De Mare Palinha
Analog Africa hat »Fundo De Mare Palinha«, 1976 aufgenommene Musik der kapverdischen Band Voz Di Sanicolau, wiederveröffentlicht.
Music Review
SW.
Night
»Night« ist das dritte Album von Stefan Wust unter seinem Alias SW., das erste außerhalb seines Labels SUED. Diese Platte ist ein Abenteuer.
Music Review
Adult Fantasies
Towers Of Silence
Eine ausgesprochen verdienstvolle Zusammenstellung bringt uns Stroom in diesen Tagen mit »Towers Of Silence« der Belgier Adult Fantasies.
Music Review
Zara McFarlane
Songs Of An Unknown Tongue
Femininer Vocal Jazz muss nicht wie Norah Jones klingen: Zara McFarlane hat mit »Songs Of An Unknown Tongue« ihr viertes Album vorgelegt.
Music Review
Blu & Exile
Miles
Nach acht Jahren kommen Blu und Exile wieder für ein Album zusammen. »Miles« zeigt, dass sich nur wenige Duos so ergänzen wie diese zwei.
Music Review
Sharhabil Ahmed
The King Of Sudanese Jazz
Wunsch nach einer neuen Freiheit: Mit »The King Of Sudanese Jazz« veröffentlicht Habibi Funk nun Musik von Sharhabil Ahmed.
Music Review
Bob Dylan
Rough And Rowdy Ways
Mit »Rough And Rowdy Ways« lädt Bob Dylan ein, sich auf dem Schoß des Onkels endlich gemütlich zu machen. Oder ist bloß alles eine Finte?
Music Review
Adaye
Turn It Up
Leise spielen ist nicht: »Turn It Up«, der Bubblegum der südafrikanischen Band Adaye (ihr einziger Hit), sollte laut gehört werden.
Music Review
Karate Boogaloo
Carn The Boogers
Urlaub in Italien war gestern. Heute holt man sich Aruba, die Beach Boys, gute Laune mit Karate Boogaloos »Carn The Boogers« ins Schwimmbad.
Music Review
Jim O'Rourke
Shutting Down Here
Anfang der Neunziger war Jim O’Rourke erstmals in den legendären GRM-Studios zu Gast. Für »Shutting Down Here« kehrte er dorthin zurück.
Music Review
Nullptr
Future World
Der Electro von Nullptr auf »Future World« kommt dem Titel widerstrebend ohne aufgesetzte Zukunftsvisionen aus.
Music Review
Yumiko Morioka
Resonance
Mit »Resonance«, ihrem einzigen Album aus dem Jahr 1987, lässt Yumiko Morioka Teile postklassischer Musik jüngerer Machart obsolet wirken.
Music Review
Julianna Barwick
Healing Is A Miracle
Julianna Barwick lässt auf »Healing Is A Miracle« den einen oder anderen Fremdkörper in ihrer Musik zu. Tut das nur wohl oder sogar Not?
Music Review
Jay Glass Dubs
Soma
Jay Glass Dubs tritt auch auf »Soma« für mehr Melodie, für mehr Hall, für Elegie am Sonnendeck ein.
Music Review
Jura Soundsystem
With You EP
Kevin Griffiths hat für sein Projekt Jura Soundsystem die alten Maschinen wieder angeschmissen und die »With You EP« aufgenommen.
Music Review
Rie Murakami
Sahara
»Sahara« von der ansonsten unbekannten Japanerin Rie Murakami wurde 1984 veröffentlicht. Ein Album ohne Eigenschaften, doch voller Hits.
Music Review
Vague Imaginaries
L'ile Sous L'eau
Nur kurz nach Erscheinen seines Albums »L’Île D’or« legt Vague Imaginaries mit »L’ile Sous L’eau« eine EP nach.
Music Review
Alhousseini Anivolla & Girum Mezmur
Afropentatonism
Verschmelzen der Welten: Auf »Afropentatonism« treffen Alhousseini Anivolla aus dem Niger und Girum Mezmur aus Äthiopien zusammen.
Music Review
Haiyti
Sui Sui
Das Prädikat Pop reicht hierfür nicht aus: »Sui Sui«, das vierte Album von Haiyti, ist eine Machtdemonstration.
Music Review
Skudge
Time Tracks
Mit »Time Tracks« will Elias Landberg alias Skudge mal wieder die Zeit anhalten. Doof nur, dass er sie manchmal zurückdreht.
Music Review
The Exaltics & Heinrich Mueller
Dimensional Shifting
The Exaltics macht erstmal mit Heinrich Mueller alias Gerald Donald gemeinsame Sache. »Dimensional Shifting« ist eins nicht: vorgestrig.
Music Review
Mulatu Astatke & Black Jesus Experience
To Know Without Knowing
Auch auf »To Know Without Knowing«, seinem neuen Album mit Black Jesus Experience, ist Mulatu Astatke unverkennbar.
Music Review
Croatian Amor
All In The Same Breath
Loke Rahbek hat mit »All In The Same Breath« ein neues Album unter seinem Moniker Croatian Amor bei Posh Isolation veröffentlicht.
Music Review
Dee Dee Bridgewater
Afro Blue
1974 nur in Japan veröffentlicht, bekommt »Afro Blue«, das Debüt von Dee Dee Bridgewater jetzt eine zweiten Anlauf auf Mr Bongo spendiert.
Music Review
Soul Media
Funky Stuff
Das 1975 nur in Japan veröffentlicht Album »Funky Stuff« von Jiro Inagaki’ Soul Media wurde jetzt bei Nippon Columbia wiederveröffentlicht.
Music Review
Oiro Pena
2
Der finnische Multiinstrumentalist Antti Vauhkonen veröffentlicht Versponnes mit seiner bei Jazzaggression erschienenen Vinyl 10-inch »2«.