Music Review | verfasst 04.02.2015
Dennis Young
Reel to Real
Staubgold, 2015
Text Tim Caspar Boehme
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Redaktion
Cover Dennis Young - Reel to Real

Die New Yorker Postpunker Liquid Liquid haben ziemlich erfolgreich vorgeführt, wie man nach dem Maximalprinzip Musik macht: Mit gerade einmal einer Handvoll EPs und einem Hit (»Cavern«) haben sie sich in die Musikgeschichte eingeschrieben – hinzu kam ein wenig Unterstützung durch Grandmaster Flash und Melle Mel, die illegalerweise die Basslinie aus »Cavern« für ihren Hit »White Lines (Don’t Don’t Do It)« weiterverwerteten. Dennis Young war bei Liquid Liquid für anarchische Perkussion und das Marimbaspiel zuständig, arbeitete nebenher allerdings solo mit weit größerem Instrumentarium an einer sehr unabhängigen eigenen Musik. Neben Schlagzeug kamen bei ihm ebenso Synthesizer, elektrische und akustische Gitarren oder Gesang zum Einsatz. Von tribalistischem Getrommel über psychedelisch-weltraumaffine Elektronik-Etüden bis zu minimalistischen Weirdo-Folk-Songs und vereinzelten Dub-Exkursen reicht das Spektrum der 2-Spur-Aufnahmen, die Dennis Young von 1982 bis 1983 anfertigte. Nach mehr als 30 Jahren hat er sich sein Tonband-Archiv noch einmal genauer angehört und 16 Stücke ausgewählt, die ihm am repräsentativsten für sein Soloschaffen schienen. Dass sich Dennis Young bei der Wahl der Mittel mit technischen Beschränkungen arrangieren musste, sich zugleich aber mit nahezu kindlicher Entdeckerfreude an verschiedensten reduzierten Ansätzen versuchte, macht die große Stärke dieser musikalischen Einzelgänge aus. Einen Hit wie »Cavern« wird man nicht darunter finden, doch das war auch wohl kaum beabsichtigt.

Das Album »Reel To Real« von Dennis Young findest du demnächst bei hhv.de.
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