Music Review | verfasst 15.03.2017
Planetary Assault Systems
The Light Years Reworks
Mote-Evolver, 2017
Text Kristoffer Cornils
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Redaktion
Cover Planetary Assault Systems - The Light Years Reworks

Luke Slater ist die Art Kumpel, der dich zu seiner BBQ-Party einlädt und dich bittet, »was Kleines« mitzubringen und dann stehst du da von Michelin-Sternträgern umringt und umklammerst deinen Kartoffelsalat, während der Chef Trüffel für ein fixes Carpaccio bürstet. Anders ausgedrückt: Planetary Assault Systems lädt im 23. Jahr seiner Reise zum Remix-Ringelpietz ein und zwar sind alle dabei, doch stiehlt Slater ihnen restlos die Show. Zwölf unter Hochdruck dampfende Tracks versammelt »The Light Years Reworks« und wie in einer klassischen Sauna sind die Jungs unter sich: Marcel Fengler, Function, Psyk, Octave One, K.S.P., Lucy, Steve Bicknell und das schottische Duo Slam konkurrieren gegen drei von Slaters eigenen Live-Interpretationen. Ausgangsmaterial liefert der seit 1993 anschwellende Backkatalog, der im letzten Jahr noch zwei neue EPs zwischen eine 3-fach LP unter dem Hauptmoniker und Archivveröffentlichungen seines The 7th Plain-Projekts quetschen konnte. Zeitmanagement ist eben alles. Es gibt wie immer bei Slater dabei wenig Überraschungen und dafür umso mehr Hits zu hören. Fengler reibt »Twelve« mit Detroiter Feenstaub ein, während Psyk dem Track ein verunglücktes Drum-Workout abgequetscht, Function macht mit »Diesel Drudge« Function-Dinge so wie auch Slam mit »Temporary Suspension« den Extra-Slam-Touch geben. Octave One pressen »Booster« einen hyperaktiv hüpfenden MDMA-Vibe ab, Steve Bicknell zieht »Raid« in den Keller und K.S.P. sowie Lucy versuchen das makellose Sounddesign der Originale ausfräsen zu lassen. Abwechslungsreiches Programm für den dystopischen Techno-Bigroom, vor allem Fenglers Remix bleibt hängen. Der Maestro selbst allerdings zeigt, wie Techno der reinen Lehre am wirkungsvollsten entspult wird: Der Live-Edit von »Surface Noise« ist einer der besten Planetary Assault Systems-Tracks überhaupt, der toll verklackerte Stomper »Tap Dance« eine atmosphärische Wohltat und lediglich »Whistle Viper« will mehr losreißen, als es letztlich abreißt. Alles wie immer im Hause Slater: Er ist der Geilste, der Rest nur oberes Mittelfeld. Lässt sich bestens mit leben.

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