Music Review | verfasst 04.09.2017
Harmonious Thelonious
Abel
Versatile, 2017
Text Steffen Kolberg
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7.9
Redaktion
Cover Harmonious Thelonious - Abel

Vor fast zehn Jahren startete Stefan Schwander mit der »Just Drifting«-EP seine interkontinentale Forschungsreise durch die Welten repetitiver Tanzmusik, die ihn immer wieder zu afrikanischen Trommelrhythmen, aber auch mal zu karibischen oder marokkanischen Grooves führte. Inzwischen ist sein Moniker Harmonious Thelonious über Genregrenzen hinaus ein Begriff und lässt dabei fast vergessen, dass der Düsseldorfer schon eine Karriere als Technoproduzent Antonelli Electr. hinter sich hat, das Label Italic mitgründete und Teil des Experimentalduos The Durian Brothers sowie unzähliger weiterer Projekte ist. Nach dem bereits vierten Harmonious-Thelonious-Album »International Dance Record«, das seinem Namen durch funky danceability voll und ganz gerecht wurde, standen die bisherigen 2017er-Veröffentlichungen, die »Ayranman«-EP sowie »Argwohnischer Rhythm«, eher unter einem düsteren Stern. Hier ging es zwar wie gehabt repetitiv-hypnotisch zu, aber in einer deutlich krachigeren, kratzig-elektronischeren Weise als zuvor. Experimentalnoise à la Actress statt Highlife oder Reggae. »Abel« reißt jetzt wieder aus dieser nordamerikanisch-europäischen Klangwelt aus, Harmonious Thelonious wendet sich ganz zeitgeistig arabisch-nahöstlichen Harmonien und Instrumenten zu, die Grooves wachsen organisch vor sich hin. Es geht wieder deutlich eingängiger zu. Jedes der vier Stücke ist ein Brett und schielt definitiv auf den Dancefloor. Dabei bleibt Harmonious Thelonious natürlich seinem Markenkern, der stoischen Repetition, treu. Schwanders Forschungsreise geht also weiter, ganze Erdteile wollen noch eingegrooved werden. Wie wäre es zum Beispiel mal mit dem fernen Osten?

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