


Ja, Tyler The Creator hatten wir nach seiner nervigen N.E.R.D.-Toolbox »Cherrybomb« zurecht vergessen, aber »Flower Boy« ist tatsächlich das Album geworden, auf das Tyler wahrscheinlich schon fast ein Jahrzehnt hinarbeitet, aber jetzt erst musikalisch umsetzen konnte. Clever gebrochene Sexualitätsdoppeldeutigkeiten, eine mittlerweile genuin eigene Beatästhetik, konzises Sequencing: ach, sie werden so schnell erwachsen.
Schwiergier dagegen »Raskit«, Dizzee Rascals im Vorfeld als ach so grimey und ach so return to the corner angekündigt, aber im Endeffekt wie eigentlich alles seit dem unantastbaren Debüt zu sehr geprägt von Dizzees Unschlüssigkeit Coachella-Headliner werden zu wollen oder auf Afterhours im Lewishamer McDonalds vergöttert zu werden. Hmmmpf. Schade. Aber schwindlig rappen kann er immer noch jederzeit alles und alle.

21 Savages »Savage Mode« war anerkanntermaßen das »Hell On Earth« der Mumble Rap Ära, »Issa Album« wird im besten Falle »Murda Muzik«, im schlechtesten »Infamy«. Will heißen: was das Mixtape noch so stark gemacht hatte, der von Metro Boomin inszenierte misanthropische Stroll durch sehr reale Abgründe, ist zu einer reizüberfluteten Ehrenrunde geworden. In seinen bösesten Momenten bleibt Savage unantastbar, als BBQ-Playlistensupplier ist die Konkurrenz jedoch übermächtig.


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