Betty Ford Boys – The Crucial Question

19.11.2013
Unsere Gretchenfrage ist vielleicht nicht so absolut wie die in Goethes »Faust«, aber sie enthüllt einen bestimmten Aspekt mit nur einer Frage. Ohne Schnickschnack. Diesmal geht sie raus an die Betty Ford Boys.

9,5 Millionen Menschen in Deutschland konsumieren Alkohol in gesundheitlich riskanter Form. Am häufigsten ist der Risikokonsum bei jüngeren Menschen im Alter von 19 bis 29 Jahren (Männer 54,9%; Frauen 36%). (Stand: 6.6.2013) Das ist in etwa genau die Bevökerungsgruppe, die Eure Schallplatten kauft. Wie fühlt man sich so als »Leaders of the Brew School«? Kann man anhand dieser Zahlen sagen, eure Marketingkampagne ist aufgegangen?

Dexter: Ich kenne diese Statistiken nicht. Daher kann man uns eher nicht vorwerfen, hinter »Leaders of the Brew School« stünde ein ausgefuchstes Marketingkonzept. Im Endeffekt ist es eine interne Spinnerei und ich denke, dass unser Publikum das Ganze auch so versteht und sich nicht durch uns zu ausuferndem Alkoholkonsum animiert fühlt. Wir propagieren das Ganze ja eher als stilvollen Umtrunk, so als erwachsene Weinprobe. Das sieht man ja schon am Cover. Außerdem das angesprochene Alter (19 bis 29 Jahre) bekanntermaßen ein Erwachsenenalter: die müssen einfach selber wissen, was sie machen. Dafür übernehmen wir keine Verantwortung. Wir hätten das Album auch »Leaders of the Poo School« nennen können, an den Verkaufszahlen würde das nichts ändern.

Brenk Sinatra: Jeder muß selbst entscheiden, wie viel er von welcher Substanz konsumiert. Manche fressen drei Mal die Woche Fast Food, andere rauchen täglich zwei Schachteln Marlboro. Manche machen beides. Würde jemand aufhören Burger in sich hineinzustopfen wenn ich ihm sage, dass die Dinger fett machen und pure Chemie sind? Nope. Wer sind wir, um mit dem Zeigefinger zu wedeln und Leute zu belehren? Das ist Aufgabe der Eltern. Wir zeigen nur, wie wir leben und was wir ab und zu machen. Wenn man sich ein interview von uns anhört, wird man schnell merken, dass alles nicht zu 100 Prozent ernst gemeint ist und ich beispielsweise nur komplett nüchtern Musik machen kann… Wenn man sich das Cover ansieht, merkt man ja gleich das wir keine Alkopops kombiniert mit »Malle Party Mucke« promoten, sondern das hier alles eher gediegen über die Bühne geht. Da wir den Schnaps vom limitierten »Liquor Pack« nicht an Minderjährige verkauft haben und die Flasche nicht groß genug war, um sich ins Koma zu saufen, hab ich keinerlei Bedenken… Beim nächsten Album »promoten« wir dann vielleicht Cowboystiefel mit goldener Sohle. Man weiß es nicht…

Suff Daddy: Sorry, bin gerade viel zu verkatert, um eine ordentliche Antwort abzugeben.

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