Es gibt Momente, in denen das Digitale einfach nicht hilft. Alte Akufen-Releases im Streaming hören? Fehlanzeige. Das ist nicht ganz ohne Ironie, denn Marc Leclair war mit seiner Musik immer ganz vorne dran am Rechner und führte die technologiegetriebene Jahrtausendwende ganz entspannt mit der Gratis-Software Fruity Loops in die Zukunft. Noch vor seinen stilprägenden Releases auf Trapez und Force Inc. praktizierte der Kanadier seinen »Micro-House« auf Labels wie Hautec. Dort erschien im Jahr 2000 Architextures 1-2-3.
Akufens fast schon trademarkige Cut-up-Techniken, die seine späteren Veröffentlichungen prägten, sind auf den drei Tracks dieser Wiederveröffentlichung noch nicht vollständig ausgeprägt. Stattdessen zeigen die Stücke seine eigentliche Vision: slammende und gemessen am späteren Werk erstaunlich ruhige und klar strukturierte Stücke, die dem Dancefloor von damals ein Quäntchen Andersartigkeit hinzufügen wollten. »Architexture 1« lebt von der Idee des kulturellen Clashs. Was passiert, wenn ein schwerer Dub-Akkord auf übertrieben hyperspeedigen Shuffle-House trifft? »Architexture 2« gibt sich lässig und ist doch kaum weniger als der tönende Beweis, dass ein Leben nach »Quadrant Dub« von Basic Channel tatsächlich möglich ist. Und »Architexture 3« ist eine Art Vorschau darauf, in welche Richtung Akufen zukünftig produzieren würde: feingliedrig austarierte Beats, sanft zerrende Shaker-Sounds im vollem Swing des kollektiven Sich-Ergebens. Mit Akufen war – und ist! – der Dancefloor irgendwie viel besser.

Architextures 1 -2 -3