Ein Album, das fast wortwörtlich zwischen den Welten taumelt: Between Worlds: Interference zieht feine psychedelische Fäden von transzendenten Ideen über klare, oft krautig anmutende Soundflächen bis hinein in ein schwer fassbares Dazwischen. Entstanden ist es aus der Zusammenarbeit des in Zürich arbeitenden Musikers Angelo Repetto mit der argentinischen Visual Artist Clara Grabowiecki – ursprünglich als immersive audiovisuelle Bühnenarbeit konzipiert. Umso bemerkenswerter ist, wie selbstverständlich sich dieses visuell gedachte Projekt auf eine reine Soundebene übertragen lässt.
In acht Tracks öffnet das Album Räume, die weniger erzählen als andeuten und dabei wie ein Sommertraum in Schwarz-Weiß am inneren Auge vorbeiziehen. Entrückte Beats schieben sich unter schwebende Synth-Layer, Wiederholungen wirken nicht statisch, sondern wie leicht verschobene Wahrnehmungsschleifen. Repetto arbeitet mit Reduktion und Verdichtung zugleich: Sounds dürfen atmen, Stille wird nicht gefüllt, sondern mitgedacht. Es entsteht ein Sog, der sich erst beim konzentrierten Hören vollständig entfaltet. Between Worlds: Interference versteht sich nicht als abgeschlossenes Statement, sondern als offenes Feld. Es lädt dazu ein, Zeit, Wahrnehmung und Klang neu zu justieren – weniger als verkopftes Konzeptalbum denn als Erfahrungsraum. Ein kleines Universum, das nicht festhalten will, sondern im Schwebezustand seine größte Stärke entfaltet.

Between Worlds: Interference