Review

Better Corners

Continuous Miracles Vol.2

The state51 Conspiracy • 2023

Die unvermeidliche Valentina Magalatti. Wer gerade Drummer sagt und einigermaßen nischig unterwegs ist, wird im gleichen Atemzug ihren Namen erwähnen müssen. Bekannt geworden mit Tomaga, Holy Tongue und Moin!, veröffentlichte sie 2020 ihr erstes Soloalbum, das allerdings erst 2023, post-pandemisch, als Schallplatte rauskam und auch erst auf diesem Wege mehr Menschen erreichte. Diese empfangen nun das zweite Album der Supergroup Better Corners, das Magaletti gemeinsam mit Matthew Simms (Wire) und Sarah Register (Kim Gordon) aufgenommen hat. Das Album ist sensationell. Weil diese Supergroup eine Superkraft besitzt: Dringlichkeit – ohne Eile. Die Hälfte des 16-Minütigen Schlüsselstücks »Career Test« vertändeln die drei in der Lobby, mit Beobachtungen; zunehmende Störgeräusche im Hintergrund nur verraten, dass hier keine Spoken-Word-Platte ansteht, die es sich zu leicht einrichtet in kontemplativem Frauen-Palaver und bisschen Getrommel. Es kommt durch den Lüftungsschacht. Draußen spiegelt sich auf der Glasfront des Wolkenkratzers ein zuziehender Himmel. Und plötzlich zieht sich die Landschaft auf, im dramatisch weiten Land, wo die Büffelköpfe im Sand von ein paar letzten Geiern umkreist werden, der endlose Highway wird nur befahren von einem Pick-Up mit leerer Ladefläche. Drone. So zehn Minuten lang. Bevor das Trio einholt, was es gerade so kunstfertig aufgepustet hatte. Ein kleines Klavier, ein paar Töne, dazu nichts als ein Hauchen. In dieser Weise wiegt »Continuous Miracles Vol.2« weiter, und kurz bevor der Kopf im Gewitter verloren geht, bekommt man den Lüftungsschacht übergestülpt.