Bluestaeb

Giseke

Jakarta • 2021

Mit »Giseke« hat Bluestaeb einen persönlichen Meilenstein veröffentlicht. Um das zu unterstreichen, trägt das Album den bürgerlichen Nachnamen des Berliner Produzenten. Denn während Leon Giseke in der Vergangenheit vor allem durch Boom bap allererster Güte auffiel, durchbricht er hier musikalische Grenzen. Was Hip-Hop, R‘n‘B oder schon irgendein Fusion-Stil ist, scheint unbestimmbar. »Whoa Wait« eröffnet mit klatschenden Snares und souligem Gesang. Im letzten Drittel gesellt sich ein funky Synthbass hinzu. Mit Loops arbeitet Bluestaeb nur selten. Spielereien finden sich auf »Giseke« hingegen zuhauf: »Tibbe« endet mit einem Saxofonsolo, in »TTWL« folgt ein ausgedehntes Gitarrenspiel auf den Rap. Bluestaeb klickt die Elemente ineinander, ohne dass sie collagenhaft oder konstruiert wirken. Auch die Gäste dienen nur als weitere Farbe auf der Leinwand, die der Produzent mit Gefühl und Treffsicherheit füllt. Dabei könnten die Gäste auch Hauptrollen einnehmen: In »Movin‘« singt Mick Jenkins mehr als er rappt, JuJu Rogers ignoriert in »Inner G« mit Fleiß den Takt und NDO klingt in »You Do«, als säße sie gerade auf dem Boden ihres mit Wasser gefüllten Swimming-Pools. Doch wenn es zum Ton des jeweiligen Songs passt, verzichtet Bluestaeb auch auf den Einsatz eines Mikrofons. Sommerlich und entspannt – Entschleunigung bestimmt den Vibe von »Giseke«. Eine gute halbe Stunde Musik für Menschen, die Hitzefrei als Lebensgefühl definieren.

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