Review

Callisto

Guidance Is Eternal 2

Guidance • 2020

Wieder ein Reissue, der zeigt, dass die Frage, wieviel Vergangenheit es beim Musikhören denn nun sein soll, überhaupt nicht pauschal zu beantworten ist. Beim Bostoner Produzenten Dana Kelley stehen die Chancen nämlich einigermaßen gut, dass er mit seinem Schaffen um die Jahrtausendwende unter seinem Pseudonym Callisto seinerzeit nicht allzu große Bekanntheit erlangte. Womit sich etwaige Befürchtungen erledigt haben dürften, man könne seiner Musik heute überdrüssig sein. Für House ist ja, je nach Standpunkt, grundsätzlich immer eine gute Zeit oder nie. Bei den Deep House-Nummern von Callisto könnte man sogar sagen, ihre Soul-Deepness, die gelegentliche Anleihen bei Drum’n’Bass (»Ambent I«), lateinamerikanischen Rhythmen („Str8 Up“) oder dem metallischen Oberflächenschimmer von Tech-House (»Allison’s Lair«) nimmt, hat sich so gut gehalten, dass sie als Klassiker schon mal gar kein Haltbarkeitsdatum benötigt. Die mittlerweile zweite Auswahl aus seinen sechs zwischen 1997 bis 2001 erschienenen Callisto-EPs gehört daher in jeden halbwegs ordentlich geführten House-Haushalt. Und vielleicht kann sie obendrein dazu beitragen, dass das Genre ein paar neue Freunde hinzugewinnt. Kelley selbst wird davon leider nichts mehr mitbekommen. Er ist 2013 gestorben.

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Callisto
Guidance Is Internal 2
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