Review

Carisma

Vertigo

Comeme • 2015

Wiedererkennungsmerkmale zu erschaffen ist nun vielleicht eher ein Muss, denn eine Kunst für sich – muss einem Künstler jedoch auch erst einmal gelingen. Die Steigerung davon? Vielleicht das: Die Künstler eines Labels kreieren nicht nur ihren eigenen Sound, sondern den des Labels gleich mit. Getoppt nur noch von sich nie einstellender Langeweile. Matias Aguayo hat in dieser Hinsicht sein Händchen für Musiker und Sound schon mehrfach bewiesen. Sein Label “Cómeme Records2:https://www.hhv-mag.com/de/glossareintrag/2349/comeme kann man fast nur lieben oder hassen. Verträumt kommt das argentinische Duo im Opener der zweiten EP »Vertigo« daher. Entspannung pur. Wer hätte das gedacht: Field Recordings südamerikanischer Moskitos und einer Wasser ziehenden Waschmaschine sollen auch zu finden sein. Fühlt man sich in »Discoteca Profunda« noch in schweißgebadete Ekstase getrommelt, so wähnt man sich im anschließenden Track in einem cineastischen Interlude, das dem scheinbar nie endenden »Vertigo« den Weg bahnt. Ein Track ohne offensichtlichen Anfang und Ende. Eine Reise ins Ungewisse, die man genießt. Bis zum Höhepunkt: Dem psychedelisch, trippigen »Dueños de este instante« im Wüstensand des Nirgendwo.

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Carisma
Vertigo
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