Review

Charles Amoah

Sweet Vibration

Soundway • 1984

Rommerskirchen dürfte einem, wenn man nicht gerade mit dem Rheinland vertraut ist, allenfalls vom Namen her ein Begriff sein. Mit gut 13.000 Einwohnern ist es die kleinste und zugleich einzige Gemeinde im Rhein-Kreis Neuss. Was das mit dem ghanaischen Musiker Charles Amoah zu tun hat? Der Schlagzeuger zog Anfang der Achtziger nach Deutschland. Und sein 1984 erschienenes Debütalbum „Sweet Vibration“ nahm er in den Milos Music Studios in ebendieser Kleinstadt auf. Amoah gehörte damit zu den Künstlern der »Borga Revolution!«, die das Label Kalita vor kurzem auf einem gleichnamigen Sampler versammelt hat, denn es gab zu der Zeit eine Reihe von Musikern, die Ghana in Richtung Deutschland verlassen hatten, einige davon landeten in Düsseldorf. Der »Burger Highlife« verschob damals die handgemachten Anteile von Funk und Disco des Highlife der Siebziger hin zu elektronischer Produktion. Charles Amoahs Album steht dabei am Anfang dieses Umbruchs. Gitarre und Bass haben in seinem Boogie-Sound einen festen Platz neben Keyboards und Vocodern, Trompete und Saxofon kommen als Bläsersatz bei Bedarf hinzu. Amoah, der auch als Sänger in Erscheinung tritt, macht von Schlagzeug und anderer Perkussion großzügig Gebrauch, Drum Computer scheinen bei ihm, anders als in späteren Jahren des Burger Highlife, noch keine Rolle zu spielen, E-Drums dafür schon eher. Klare Stärke ist Amoahs klarer Groove, wie er ihn in seinen Singles »Shake Your Body to the Beat« und »Scratch My Back« kultiviert. Was mitunter ein bisschen fehlt, sind erinnerungsfähige Melodien. Doch der Beat ist allemal stark genug, das zu kompensieren.

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Charles Amoah
Sweet Vibration
ab 19.99€