Review

Children’s Hour

Going Home

Sea Note • 2024

Die Suche hat nur einundzwanzig Jahre gedauert. Aber immerhin: Nach dem Debüt »SOS JFK« im Jahr 2003 sind The Children’s Hour vom Erdboden verschluckt worden. Doch Anfang 2024 melden sich Josephine Foster, Andrew Bar sowie David Pajo wieder zu Wort. Die LP »Going Home« kann dabei wie musikalische Flaschenpost verstanden werden. Während ihrer Nordamerikatour mit Zwan 2003 fanden sie sich bei Paul Oldham ein, mit dem sie im Studio das Material zu »Going Home« aufnahmen. Kurz danach trennte sich die Gruppe und ging ihrer eigenen Wege. Doch vor einem Jahr soll Oldham die damals aufgezeichneten Songs wieder gefunden haben. Ein Fall für Galileo Mystery! Als würde ein lang vergessener Cousin vom Anfang des Jahrtausend erzählen: Psychedelisch und funky, melancholisch und sensibel singen Children’s Hour von einer Vergangenheit, die sich im Jetzt manifestiert und doch nicht ganz passen will. Die Nostalgie überwiegt, während sich Josephine Fosters Stimme in die Gitarrenseiten legt und dabei tröstend auf den Rücken klopft: Alles wird wieder gut. Gänsehautautomatik aus der Zeitmaschine!