Cluster

USA live

Bureau B • 2015

Was mögen Hörer 1996 wohl erwartet haben, wenn sie in den USA in ein Konzert von Cluster gingen, in New York, Oregon oder Arizona? Vielleicht dachten sie an eine Art Ambient, und ein bisschen danach klingt die erste Aufnahme aus Eugene, Oregon, auch durchaus. Wenn man sich in diesem Stück an manchen Stellen nicht ganz sicher gewesen sein mochte, ob man es womöglich mit Dark Ambient zu tun gehabt haben konnte, wird dieser Eindruck gleich im zweiten Stück noch einmal verstärkt, zumindest was den »Dark«-Anteil betrifft. Ambient als Kategorie hingegen reduziert die Klangsprache Clusters ja eigentlich schon wieder zu sehr, man könnte vielleicht eher von »frei improvisierter Prozessmusik« sprechen – kein Schweben, sondern ein anarchistisch-zielstrebiges Vorantasten. Die Live-Konzerte aus den USA machen dabei noch einmal vor, dass Cluster immer schon eine Band war, die keine Angst vor – scheinbar – widersprüchlichen Kombinationen hatte, etwas das Zarte und Verspielte mit dem Schroffen oder gar leicht Bedrohlichen zu kombinieren. Und manchmal auch albern zu werden, wenn der Augenblick günstig war. Wie schon beim Live-Album aus Japan überrascht die konzentrierte Stimmung dieser Improvisationen. Spontan heißt eben auch bei Cluster nicht beliebig.

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Cluster
USA Live
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