Conrad Schnitzler, Anfang der 1970er kurzzeitig Mitglied von Tangerine Dream und von Cluster, als die sich noch mit »K« schrieben, hat sehr viel Musik veröffentlicht, den Großteil im Selbstverlag als Kassette oder CD-R. Um einen Überblick über das Gesamtwerk des Klangkünstlers zu erhalten, kann man entweder mühevoll im Internet recherchieren oder einfach abwarten, bis alle seine Alben von Bureau B wiederveröffentlicht werden. So wie Conal, das 1981 ursprünglich auf dem norwegischen Label Uniton Records erschienen ist.
Auf Conal erinnern das Quietschen und die Manipulation der Tonhöhen an die kindliche Freude, mit der Elektronik-Pioniere der 50er- und 60er-Jahre versuchten, komische Töne mit ihren archaischen Geräten zu generieren. Andererseits tauchen – wie so oft bei Schnitzler – immer wieder Sequenzen und Texturen auf, die Jahre später in Acid House, Berlin Techno und Dark Ambient zum guten Ton gehören werden. So positioniert sich Schnitzler als Outsider-Musiker, der mit seiner Klangkunst alle Fraktionen vor den Kopf stößt. Conal ist zu einer Zeit herausgekommen, in der die Krautrock-Euphorie im Untergrund schon vorbei war. Und der Mainstream der frühen 80er konnte mit dem kompromisslosen Umgang mit dem Synthesizer sowieso nichts anfangen, weil dort gerade elektronische Instrumente als Melodienspender für den Pop entdeckt wurden.

Conal

