Das »beste[n] R&B-Album seit mindestens House Of Balloons«, hieß es zu Dawunas Debüt Glass Lit Dream. Dazwischen erschienen zwei weitere LPs, das eigentlich auch wirklich nicht blöde Naya mit seinen D’Angelo-ismen sowie Southside Bottoms, das aber bereits vor Glass Lit Dream entstand und deshalb an dieser Stelle Attribut-los bleiben soll.
African Family Laptop Musick sei ein bescheidenes persönliches »offering«, bevor es wieder »something big« gebe, so der Musiker aus Baltimore. Ein weiteres neues Album steht bereits in den Startlöchern, es soll im November erscheinen. Aha! Die hingeschmissene Sache vor der großen, der durchdachten, der durchproduzierten also – da wird jeder Mensch hellhörig, der schon mal die hinreißende, leichtfüßige und am Ende umso eingängliche Kraft einer Skizze erlebt hat.
Aufgenommen hat Dawuna das Album mit einem 2013er MacBook Pro und einem kleinen Synthesizer. Es wird jeder Erwartung gerecht, die man als allgemeiner Freund von Lo-Fi-R&B haben kann. Es gibt keinen Pomp, keine mitreißenden Build-Ups; stattdessen Intimität durch private Ton-Schnippsel und Melodien, die wie aus dem Stehgreif zu entstehen scheinen. Man versteht sie sofort, kann sie sich aber nicht merken. Das ist ja, wie jedem bekannt ist, das wirklich allerbeste Zeichen für Musik, die lieber nahe geht anstatt sich groß zu machen. Gibt es Kritik? Ja. Die Chipmunk-Hochpitchungen werden auf Dauer ein bisschen nervig; und nach fünf Hördurchgängen ist das Spärliche auch fürs Erste aufgebraucht, man wünscht sich mehr Soul, mehr Gospel für die Balance. Das gibt es ja dann vielleicht auf dem angekündigten Love’s Arp. Am Ende, und auch das ist wahr, ist es aber heute auch wieder schöner, sich in Endless zu verlieren als in Blonde.

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