Review

DJ Koze

Amygdala

Pampa Records • 2013

Cosey Koz ist zurück – endlich! Stefan Kozalla ist schon seit jeher bekannt für sowohl seinen kruden Humor (v.a. bei seinen Pseudonymen und Songtiteln) als auch für sein intuitives musikalisches Gespür (ob als DJ, Remixer oder Produzent). Beide Erkennungsmerkmale finden sich auch auf »Amygdala«: ersteres bei Titeln wie »Nices Wölkchen«, letzteres in den gesamten 78 Minuten neuer Musik. Vor rosa Bergen auf einem Caribou reitend, begrüßt uns DJ Koze vom Cover und Caribous Dan Snaith singt auch gleich das erste Stück. Andere »Promi-Gäste« sind Matthew Dear, Apparat oder auch Dirk von Lowtzow, dazu gesellt sich noch ein Rework von Kings of Convenience (»Homesick«) mit Ada und sogar Hildegard Knef. Was durch diese »Besetzungsliste« veranschaulicht wird, ist wie spielend es Koze gelingt, internationale Musikchecker und kosmopolitische Club-Sounds mit verqueren, oft deutschen Texten zu verbinden (man denke nur an »Zuviel Zeit«). Überhaupt ist das simultane Auftreten scheinbarer Gegensätze auf »Amygdala« allgegenwärtig: Track und Song, Zurückhaltung und Präsenz, Intellekt und Esoterik, Eleganz und Flachwitz, Aktualität und Zeitlosigkeit, Furcht und Geborgenheit. Koze selbst sagt über sein Album mit seinem typischen Understatement: »Ein Meisterwerk von tierisch überragender Qualität.« Dem ist nichts hinzuzufügen.

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DJ Koze
Amygdala
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