Review

E & S Brothers

Taduma

Afrosynth • 1985

Bei Bubblegum, also nicht dem Kaugummi, sondern der gleichnamigen Musik, die in den 1980er-Jahren in Südafrika entstand, kann der erste Kontakt etwas verwirrend sein. Man meint zunächst, Synthpop zu hören, bloß der Gesang ist ungewöhnlich, angefangen damit, dass einem aus hiesiger Sicht die Texte vermutlich unverständlich erscheinen. Doch damit nicht genug, ist diese im Anschluss an Disco und Funk entstandene Spielart von Boogie, so wie sie die E & S Brothers 1985 auf ihrem Debütalbum »Taduma« präsentierten, einerseits vollelektronisch, andererseits höchst karg produziert, einschließlich sparsam eingesetzter Drum Computer. Die haben dann wenig von der in Europa zeitgleich vorherrschenden Geradlinigkeit, sondern verwenden in ihren repetitiv gehaltenen Rhythmen fast schon irritierend stoische Synkopen. Mit diesem skelettierten Synthesizer-Sound empfahlen sich die Brüder Ernest und Shadrack Ndlovu, so ihre bürgerlichen Namen, in der Anfangsphase von Bubblegum, der die entscheidenden Elemente des Stils schon versammelte. In »Be Careful« wechseln sie allerdings nicht bloß ins Englische, sondern setzen zudem auf einen pulsierenden Disco-Bass mit zackigem Beat dazu. Ähnlich »Taxi Door«, das dank seiner Textzeile »Don’t bang the taxi door« seinerzeit stark an Taxiständen beworben wurde. Bleibt aber auch ohne fahrdienstliche Unterstützung eine herrlich spröde Tanzhymne, die wie der Rest der Platte dringend wieder zu entdecken ist.

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E&S Brothers
Taduma
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