Review

Felix

Oh Holy Molar

Kranky • 2012

Die Musik der drei Briten von Felix gehört zu jener reduzierten und intimen Art, die beinahe freundschaftlich ist. Kammerpop. Sie sind die fremden Bekannten, die poetisch vom Alltag, seinem Aberglauben und den Geheimnissen berichten und Einzelne glauben lassen, sie wären alleinige Zuhörer dessen. Den erzählenden Part übernimmt Pianistin, Sängerin und Songschreiberin Lucinda Chua, die oftmals an Damen wie Cat Power oder Scout Niblett denken lässt, doch irgendwie noch näher als selbige ist. Alle Aufmerksamkeit zieht ihr nachsinnender Gesang auf sich, der stimmlich gar nicht außergewöhnlich ist, aber von seiner besonderen Phrasierung lebt. Dieser wandert über einfache Pianostrukturen, welche von momenthaft schimmernder Gitarre und Schlagzeug flankiert werden. »Oh Holy Molar« ist minimaler und weniger unmittelbar als das Debütalbum »You Are The One I Pick« (2009), mehr balladenhaft nach innen konzentriert zur singulären Mitte. Schön sind die stimmungsvollen lyrischen Texte, die auch schon mal die ja selbst praktizierte Anmaßung des (genuinen) Songwritings reflektiert und ironisch in Frage stellt: »How do you know about all this stuff? […] Is it down to reading books? […] All of my songs are now dumb, dumb, dumb«. Und später : »Tell me, do you have the answer?« Indem Felix ein inwendiges Frage- und Antwortspiel treiben und selbst nach Wahrheit suchen, spiegeln sie unaufgeregt die Gedanken und Abwägungen des Einzelnen da draußen.

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Oh Holy Molar
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