Ästhetisch weiter voneinander entfernt als Fly The Ocean In A Silver Plane und sein dazugehöriges Promofoto geht es kaum. Das ist nämlich ein Selfie von Mark Nelson: schlechte Lichtverhältnisse, ausdruckslose Miene und ein nichtssagender bis hässlicher Hintergrund – es könnte sich bei ihm auch um einen frisch geschiedenen Endfünfziger auf Facebook handeln. Für das Cover des mittlerweile 13. Pan-American-Albums entschied sich Nelson dann dankenswerterweise doch für ein Bild seiner Mutter in jungen Jahren. Das hat Klasse und Eleganz – und passt somit viel besser zu den feinsinnigen, delikaten und nuancierten Klängen.
War Nelson Anfang der 90er-Jahre mit seiner Band Labradford noch Mitbegründer von Post-Rock – zugegeben einer Drone-/Ambient-Variante –, haben die neuen Tracks mit »Rock« gar nichts, dafür mit »post« umso mehr zu tun: Ableton-informierter Post-Folk oder einfach experimenteller Electro der warmen, verträumten, anschmiegsamen Art. Das Thema der fein ziselierenden, raffiniert geschichteten Stücke ist ganz allgemein das Unterwegssein. Titel wie »Entrance to Afterlife« oder »Heaven’s Waiting Room« verweisen auch auf metaphysische Zeiträume des Transits, denn schließlich verarbeitet Nelson hier auch den Tod seiner Eltern. Umso passender ist das Bild der Mutter, die so lebhaft und neugierig vom Cover blickt.

Fly The Ocean In A Silver Plane