Review

Fire-Toolz

Rainbow Bridge

Hausu Mountain • 2020

Das, was über das Label Hausu Mountain erscheint, ist soetwas wie der pangalaktische Donnergurgler der Musik: Allein schon die Beschreibung macht besoffen. Umso mehr allerdings Angel Marcloids Projekt Fire-Toolz. Nach bereits zwei Alben für das Label ist »Rainbow Bridge« das nächste Album der höchstaktiven Produzentin für das nicht minder produktive Label und bringt so ziemlich all das zusammen, was selbst Hausu-Mountain-Universum noch einigermaßen separat voneinander existiert: Slicke Vaporwave-Ästhetik, die sich auf Smooth Jazz genauso wie archaische Videospiel-Soundtracks bezieht trifft harsches Gekreische, das im Kontrast zu satten Synthie-Texturen an Cybergrind-Ikonen wie Cutting Pink With Knives denken lässt, zu denen sich Prog-Strukturen und Pop-Momente gesellen, die sich wiederum aneinander reiben, als hätte jemand die Genesis der Peter-Gabriel-Ära mit dem Solo-Werk von Phil Collins in den Mixer geworfen und dann eine technische Death-Metal-Band damit beauftragt, das Ganze wieder zusammenzuflicken. Dazwischen: Ambient, Trip Hop, Badalementi-Akkorde und Dragonforce-Pathos. Fire-Toolz macht, mit einem Wort, ziemlich unbeschreibliche Musik, die dennoch irgendwie besoffen macht. »Rainbow Bridge« ist nur ein Puzzlestein in einem Gesamtwerk, das sich mit rasender Geschwindigkeit vergrößert. Aber mit Sicherheit stellt es auch einen Meilenstein in Marcloids Diskgrafie und selbst dem umfassenden Backkatalog von Hausu Mountain dar: Weirdere, wunderbarere Musik war in beiden bisher so noch nicht zu hören. Höre niemals mehr als zwei Fire-Toolz-Alben. Es sei denn, du bist ein 30-Tonnen-Elefant mit Bronchialasthma.

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