Review

Fraktus

Welcome To the Internet

Staatsakt • 2015

Neues aus dem Hause Studio Braun: die Fake-Techno-Pioniere Fraktus zum zweiten. Nach der wohl recht unerwartet erfolgreichen Mockumentary »Fraktus – Das letzte Kapitel der Musikgeschichte« folgte erst das Album zum Film, dann die Tour zum Album (zum Film) und nun eben ein weiteres Fraktus-Album vor erneuter Tour und wahrscheinlich auch weiterem Kinofilm. So hängen die Herren Rocko Schamoni, Jacques Palminger und Heinz Strunk beständig neue Glieder an die Verwertungskette, die ihnen durch ihre Fraktus-Alter Egos Dickie Schubert, Bernd Wand und Torsten Bage ermöglicht werden. Außer dass Dickie jetzt glamouröser Starshine mit Nachnamen heißt, hat sich nicht so viel geändert. Meist deutsche Nonsense-Texte über Handwerker und Küchentücher, manchmal wie beim Titelstück auch falsches Englisch mit übertrieben deutschem Akzent vorgetragen, dazu auf billig frisierte Old-School-Beats und das Geflöte von Bage alias Heinz Strunk. Die Beats kommen für »Welcome To The Internet« nicht mehr von Erobique, sondern von T.Raumschmiere und entsprechen weniger ironisch-kuschelig tönen sie. Stattdessen klingt das nun stellenweise sogar so, als ob die »Spaß-Band« musikalisch ernst genommen werden wollte – und trotzdem wird weiterhin geblödelt, das die Lichtmangel (eines ihrer selbst erfundenen Instrumente) aufheult. Das geht nur selten harmonisch Hand in Hand, so dass das Album wohl einfach als rein funktionales Vehikel für die anstehende Tour ab Mitte Januar dient.