In letzter Zeit musste ich mich viel mit Krankheit, Krieg und der Möglichkeit einer KI-Apokalypse auseinandersetzen. Hatchbacks Phaser for the Ocean, Chorus for the Moon war in diesem Zusammenhang eine Wohltat. Das Album ist klassischer Ambient mit starken New-Age-Einflüssen. Es besteht aus vier je ca. 20-minütigen Stücken, die auf simple Schönheit abzielen. Dabei grenzt es zeitweise an Kitsch. Der Opener beginnt mit einem hellen Glockenschlag, plätscherndem Wasser und Wellness-Synths. Es ist, als würde man in einen Massagesalon treten und könnte jederzeit eine überteuerte Gesichtsmaske angedreht bekommen. Doch glücklicherweise behandelt Hatchback diese Szene nur als Episode.
Phaser for the Ocean, Chorus for the Moon ist strukturell narrativ. Man nehme etwa den Track »Other Desert Cities«. Er beginnt mit Wind, Flötenklängen und verspielten Synths. Dann verwendet Hatchback Western-Akkorde. Wir sind in der Eröffnungsszene eines Cowboy-Epos und durchschreiten eine verlassene Landschaft. Nach fünfeinhalb Minuten setzt ein Beat ein. In der dreizehnten Minute schleicht sich eine sehnsüchtige Melodie ein. In der vierzehnten bemerken wir Reggea-Einflüsse. Die verlassene Wüste hat sich in einen Strand voller Freunde verwandelt. Am Ende sind wir wieder allein, aber glücklich. Phaser ist unaufdringlich cineastisch; darin liegt seine größte Stärke. Es ist kein aufregendes Album – dafür klingt es zu sehr wie viele andere –, aber ein sehr gutes.

Phaser For The Ocean, Chorus For The Moon