Ein imaginärer Soundtrack für das Mittelmeer, die toskanische Landschaft als kreativer Impulsgeber für die Musik? Noch vor ein paar Spielzeiten hätte man ein Album wie Miraggi als esoterischen Quatsch abgetan. Doch der Wiederaufstieg von japanischen City Pop und Ambient, italienischer Library Music, und Tangerine-Dream-haftem 80er-Jahre-Scores (nicht in dieser Reihenfolge) verlangt von aufgeschlossenen Musikkonsumenten ein Umdenken.
Hinter dem Projekt Argento steckt der Hamburger Komponist, Produzent und DJ David August, der Anfang des Jahres das Piano-Ambient-Album Hymns veröffentlicht hat. Zusammen mit dem Schlagzeuger Lorenzo Setti hat er eine Sammlung von Tracks aufgenommen, die eine vordergründige balearische Leichtigkeit verbreiten, leichte Einstichnarben von Jazz-Fusion aufweisen und an sich das Gefühl verbreiten, ihren Machern wäre die Zugehörigkeit zu einer »Szene« vollkommen egal. Unterstützt von Vibraphon und Funk-Bass hüllen die Synthesizer die Tracks in eine dicke Schicht aus Watte ein. Das ist maximale Stilisierung und Ästhetisierung – für Freunde von Gigi Masins minimalistischem Synth-Wave und Jan Hammers Miami Vice-Soundtrack.

Miraggi