Herva

Hyper Flux

Planet µ • 2017

Hervas Tracks funktionieren grundsätzlich etwas anders als andere Musik. Wenn im ruhigen und entspannten Intro zu seinem mittlerweile fünften Album enthusiastisch »One – Two – Three« angezählt wird, garantiert das mitnichten den Einsatz einer treibenden Kick Drum. Im Gegenteil beruhigt sich die Musik weiter, droht nahezu zu versickern. Das ändert sich dann schlagartig und der Rest des Albums bordet schier über vor Experimentierfreude und Ideenreichtum. Zackige Beats, Live-Instrumente, Störgeräusche und Synthesizer bestimmen den Klang seiner spannenden, scharfkantig spröden Musik voll kleinteiliger Arrangements, Field Recordings und seltsamen Stimmfetzen. Herva hat viel Spaß an abstrakten kryptischen Sounds und deren ungewöhnlicher Kombination zu Soundcollagen abseits gewohnter Schubladen elektronischer Musik, die ganz nebenbei auch noch böse tanzbar sind. Beim Hören kommen wohl Kategorien wie House, Ambient, Footwork und Broken Beats in den Sinn, der Produzent vermeidet aber geschickt genaue Einordnungen und überzeugt stattdessen mit leidenschaftlich chaotischer Musik, die trotz allem Brodeln, Blubbern, Klackern, Rappeln und Pulsieren nur eine Richtung kennt: nach vorn! So entsteht eine mitreißende Sammlung nervöser und Energie-geladener und höchst eigenständiger Tanz-/Hörstücke voller Spielfreude, die den aufmerksamen Hörer nach gut 50 Minuten angenehm erschöpft zurück lässt.

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