Hobo

Iron Triangle

Minus • 2012

Hobo hat sich wirklich Zeit gelassen mit dem bekanntlich schweren, zweiten Album. Mit »A to B« hatte er Ende 2008 einen Meilenstein des Minimal Techno im Blair Witch-Wald vorgelegt. Verstört zwischen einsamkeitinduzierten Halluzinationen und Verfolgungswahn. Zu Beginn des Nachfolgers »Iron Triangle« lichtet sich das niederdrückende Blätterdach ein wenig. Verhaltene Melodien in der Tradition der Aphex Twin’schen »Selected Ambient Works II« lassen beim Opener »Blackwell« tröpfelnde Sonnenflecken auf das spartanische Beat-Gesplatter Hobos fallen. Doch schon mit »Camlachie« geht der Totentanz weiter. Auf ihre Knochen reduzierte Schattengestalten schwirren wie kaltes Blätterrascheln durch das Grundgerüst der geköpften Bassdrums und abgenagten Claps. Hobo nimmt Minimal im Elementalen ernst. Während seine Kompositionen gerne ausufern und von Kleinstteilen nur so wimmeln, sind die Sounds jeglicher Anhängsel amputiert. Als kleine, kompakte Geschosse zerbersten sie wie Splitterbomben im Hörbereich. Bei Titeln wie »Duress Duress«, »Get F« und »South Endian« kann das auch mal in Langeweile enden. Wenn Hobo wie bei »Camlachie«, »Iron Triangle« und »Iperwash Dusk« (fast: Burial!) es aber schafft, eine Verdichtung dieser Freaksounds bis zur kritischen Massen zu erreichen, ist der Trip schon wieder beängstigend.

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Hobo
Iron Triangle
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