Review Dance

Human Space Machine

Perception Field

Midgar • 2026

Bei Human Space Machine handelt es sich nicht um den nervigen Ellenbogen-Proleten auf dem Dancefloor, sondern um einen niederländischen Techno-Act. Er würde wohl kaum auf Midgar erscheinen, wenn sich seine Musik nicht an der Grenze zur Klangforschung bewegen würde. Soll heißen: Auch die EP Perception Field ist selten nur vorwärts gedacht, sondern beweist ein Gespür für die feinen Zwischentöne, die Maschinenmusik ermöglicht.

Psychedelik, Hall, das böse Wort Tribalismus? Der dahingehend betitelte Track »Totem« sediert trotz seines vergleichsweise hohen Tempos mit organischen Geräuschen aus anorganischer Materie, hallt wie jener See, aus dem Donato Dozzy und Neel eine Klangsignatur für die Ewigkeit schufen. Auch der Opener »The Field« weist eine gewisse Geschwindigkeit auf, entwickelt aber die eigenwillige Gangart einer fiebrigen Reagenzglasgeburt im Ambient-Deckmantel.

Auf »U77« dengeln über moderater Geschwindigkeit metallene Glockenschläge relativ klar, obwohl man sich auf der Turmwendeltreppe immer weiter bergab in die Dunkelheit begibt, ein Track gewordenes Castlevania mit komplementären Basseinsätzen. »Gallop« ballert polyrhythmisch auf Höchstgeschwindigkeit und lullt dabei mit Glockenspielereien ein. Tech-House-Anwandlungen in Bass-Music-Ästhetik wie bei Wisdom Teeth, fulminant durchexerziert. Konzeptionell der gelungenste Track einer EP, die vieles ist, aber sicherlich keine Gebrauchsmusik.