Wie die letzten Jahre aussahen? Isaiah Rashad antwortet mit einem Albumtitel: It’s Been Awful thematisiert, wo der Rapper zuletzt war – am Boden, in den Tiefen seiner eigenen Gefühlswelt, kopflos in einem leeren Raum, wie es bereits das Frontcover suggeriert. Und sonst so? Ach, immer derselbe Mist. So heißt nicht zufällig einer der Höhepunkte der Platte: »Same Sh!t«. Dort zählt Rashad Substanzen, Geld und Routinen auf; der Refrain bringt es auf die Formel »It’s the same shit«. Auf dem Album klingt das tatsächlich genauso, wie es sich liest: wie die erschöpfte Bestandsaufnahme eines Mannes, bei dem sich dringend etwas ändern muss. Nicht falsch verstehen: It’s Been Awful klingt gut. Doch Rashad sucht hörbar nach Auswegen aus den Sackgassen, in denen er sich festgefahren hat.
Von Anfang an gehörte er zu den selbstreflektiertesten und emotional offensten Künstlern im Kader von Top Dawg Entertainment. Auch auf It’s Been Awful kreisen seine Texte um mentale Probleme – und um den Wunsch, ihnen zu entkommen.
Mit Drogenmissbrauch und suizidalen Tendenzen hatte Rashad bereits in jungen Jahren zu kämpfen. Doch obwohl er diese Probleme auf It’s Been Awful erneut anerkennen muss, verliert er die positiven Seiten des Lebens nicht aus dem Blick. In einem Skit wird er aufgefordert, drei Dinge zu nennen, für die er dankbar ist. Seine Antwort: die Freiheit, das tun zu können, was er möchte. Also eine schwebende, sphärische Jazz-Rap-Platte mit viel Tiefe und Charakter.

It's Been Awful