Review

Jay-Z

American Gangster

Roc-A-Fella • 2007

Sparen wir uns die müßige Diskussion, ob Kingdom Come wirklich so schlecht war wie viele behaupteten und tauchen gleich ein in Album Deux nach der Kreativpause. American Gangster lehnt sich lose an das gleichnamige cineastische Großereignis an und stellt gleichzeitig Jiggas erstes (Quasi-)Konzeptalbum dar. Präsident Carter bleibt im Maybach sitzen und macht dem rotzigen Pusher der Reasonable Doubt-Ära Platz. Wer hätte nach Beach Chair ernsthaft gedacht, dass Jay 2007 mit Lines wie »Can’t you tell that I came from the dope game/Blame Reagan for making me into a monster/Blame Oliver North and Iran-Contra/I ran contraband that they sponsored« aufwarten würde? Oder dass er statt auf Beyonce lieber auf »No Hook« setzt? Eben. Dazu hätten wir noch die mittlere Sensation, dass Diddys Hitmen-Team für ein Gros der sehr Blueprint‘esken Beats verantwortlich war und – mit Ausnahme von American Dreamin – Siedendheißes abliefert. Fast noch unglaublicher: Jermaine Dupri mutiert auf Fallin zu jenem Namensvetter, der sich um Verwechslungen zu vermeiden, später bevorzugt J Dilla nannte. Muss man gehört haben, um es zu glauben. Just Blaze vergewaltigt auf der überarbeiteten Version von Ignorant Shit unterdessen die Isley Brothers und schließt mit dem Titeltrack vollends den Kreis zu The Blueprint. Das »Hell Hath No Fury«-Monster Blue Magic und Roc Boys liebte man schon einige Wochen zuvor, aber sollte jemand nach all dem immer noch ein dringendes Kaufargument brauchen – bitte sehr, hier ist Success: Was No I.D. dort aus einer Hammond-Orgel herauskitzelt und wie Hov im Duett mit Nas über die Kehrseiten des Erfolgs räsoniert, ist all das was Black Republicans zu wünschen übrig ließ. Hello Brooklyn 2.0 und I Know muss man nicht derart abfeiern, das Fazit aber bleibt: Kudos, alter Mann!

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