Review

Karriem Riggins

Headnod Suite

Stones Throw • 2017

Bereits beim Albumtitel wird klar: Karriem Riggins bleibt auf seinem zweiten Instrumentalalbum für Stones Throw dem Kopfnicken treu. Zuletzt noch mit einem Beat auf dem letzten Album von Kanye West vertreten, nutzt er die »Headnod Suite« zur Präsentation seines (nahezu) gesamten Schaffenskreises. 29 Skizzen und ausproduzierte Instrumentale aus einem reichen Sample-Portfolio, bei dem vor allem das Spektrum seiner Drumkits ungeheuer scheint, das bei vielen vergleichbaren Alben leider häufig auf der Strecke bleibt. Nicht so beim ausgebildeten Jazzschlagzeuger Riggings, der die Palette ausreizt, sich auch mal zurücknimmt, für den Club auch mal die Snare reinknallt oder den Kompressor gen Anschlag dreht. Was alle Varianten aber eint: der Swing eines hochtalentierten Drummers, der die Zwischenräume auch mit der MPC mit Leben füllt und die Quantisierung ad absurdum führt, der ist auf »Headnod Suite« wahrlich spürbar. Dazu ausgewählte Skits, gesamplete Soul Train Passagen, intelligente Chops und Samples zwischen krautiger Elektronik, brasilianischem Jazz oder Library Music. Hier bewegt sich Riggins, so schwierig Vergleiche auch sein mögen, tatsächlich in einer Liga mit J Dilla (man beachte das BBE Album) oder Madlib (man beachte die Beat Konducta Serie). So ist Headnod Suite überaus gelungener Nachfolger zu »Alone Together«, dessen Single-Auskopplungen »4Es’J«, »Oddness« und »Bahia Dreamin’« dem wahren Charakter des Albums gar nicht gerecht werden. Besser nochmal nachhören, lohnt sich.

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Karriem Riggins
Headnod Suite
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