Review Rock

Kim Gordon

Play Me

Matador • 2026

Auch auf ihrem dritten Soloalbum Play Me überzeugt Kim Gordon erneut mit ultrafetten Bässen, knusprigen Drums und kantigen Samples. »Post Empire« begeistert mit digitalen Kuhglocken und Hi-Hat-Patterns, wie man sie vor allem aus den Tiefen des Atlanta-Trap kennt. Doch die Musik auf Play Me geht darüber hinaus: Mal werden einem Industrial-Klänge à la Death Grips um die Ohren gehauen, dann wieder krautige Motorik-Rhythmen im Stil von Neu! oder verzerrte Noise-Gitarren, die unweigerlich an Sonic Youth erinnern. Play Me will nicht etwas Bestimmtes sein oder gezielt schockieren, sondern scheint sich vielmehr an Gordons eigenen musikalischen Vorlieben entlangzuarbeiten. In Kombination mit ihrer an Lou Reed erinnernden Vortragsweise – zugleich energisch und gelassen – funktioniert das hervorragend. Kim Gordon bleibt dabei, bei aller Härte, die Königin der Coolness.

In den Lyrics sehnt sich Gordon nach Kontrollverlust, nach einem Blackout, einem kompletten Ausfall. Was bleibt uns anderes übrig? Sie erzählt von KI, von skrupellosen Tech-Bossen, die ihr Geld in die falschen Dinge pumpen: »You wanna go to Mars… and then what?« Das ist eine der ehrlichsten Fragen des Albums. So viel Energie wird fehlgeleitet. So viel geht verloren.

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