Review

Kitty, Daisy & Lewis

The Third

Sunday Best • 2015

Mit dem akkurat betitelten dritten Album setzen die Geschwister aus Camden ihren Vintage-Siegeszug fort und entwickeln sich quasi simultan zur vergangenen Musikgeschichte weiter in der Zeit. Waren ihre Einflüsse bisher vor allem im Rhythm’n’Blues, Ska, Rockabilly und Folk bis zum Ende der 50er-Jahre zu verorten, hört man nun auch deutlich die 60ies heraus. In denen entstanden Soul und Funk, Ska wurde zu Rocksteady und folgerichtig erinnert gleich der Opener »Whenever You See Me« an Amy Winehouse, ebenso verlangsamen Kitty, Daisy & Lewis den Offbeat von »Baby Bye Bye«. Man hört Funk-Licks, pompöse Streicherarrangements und in »Feeling Of Wonder« zusammen mit dem neuen Produzenten Mick Jones (The Clash) sogar Andeutungen von Disco. Dass nicht zuletzt die Bläser und Streicher eine viel mächtigere Präsenz haben als noch auf dem Vorgängeralbum »Smoking In Heaven«, liegt sicherlich auch daran, dass sich die Drei ein eigenes Studio in einem ehemaligen indischen Restaurant eingerichtet haben. Dort können sich die Analog-Fetischisten scheinbar nach Herzenslust austoben, denn es sind ein Dutzend eigenständige Songs entstanden. Ihre neueren Einflüsse packen sie dabei gleich an den Anfang des Albums, um in der zweiten Hälfte wieder komplett an ihr bisheriges Œuvre anzudocken.