Dieses Album ist eine Reise und es wäre so einfach, hier jetzt Synonyme wie Kopfkino für »The Grand Tour« zu verbrauchen. Allerdings ist das zweite Solo-Album vom Briten James Brooks deutlich mehr als das. Klar, gibt es hier eine Route, die mit »On Leaving The Kingdom For The Well-Tempered Continent« auf leichten Gitarrenlängen beginnt, sich in einer Melodie verstrickt und alle Ecken sowie Kanten auskundschaftet. Brooks wartet hier mit so viel Ruhe auf, dass bei den ersten Durchgängen dieser Platte nur die kurze Melodie von »Nice To Turin« hängenbleibt. Der Rest drückt sich meditativ ins Stammhirn, braucht aber deutlich Zeit, um zu passen. Denn die wiederholenden Momente können irritieren, in falsche Wege und Ideen locken. »The Brenner Pass« wandert über ein paar Töne stets den gleichen Pfad entlang, sodass einem die leisen Klänge im Hintergrund fast entgehen. Das passt alles so wenig zur aufgeregten Welt vor den Fenstern, ist der komplette Kontrast zu jeder Hektik. Dabei bringt Brooks nur ein wenig Ordnung in seinen Sound, stellt die Melodien an die richtigen Stellen, lässt dem Rhythmus seinen Freiraum, wo es ihn braucht. Wenn »The Grand Tour« dann langsam aufblüht, wenn »Ode To Viennese Streets« zum wunderschönen Mosaik wird, dann ist klar, dass die Verkopfheit, mit der Brooks dieses Album angelegt hat, sich im Sound nicht wiederspiegelt, dass John Fahey die richtige Referenz ist und hier jeder Moment einen doch an einen anderen Ort bringt. Ohne Hektik, ohne Kopfkino, einfach durch das Nichts und Alles.

The Grand Tour