Über dem Begleittext zu Muriel Grossmanns Album Breakthrough steht die Überschrift: »Die Kunst des Loslassens« – und es stellt sich die Frage: Was denn loslassen, bitte? Auf dieser Platte wird nicht losgelassen, vielmehr verbindet das Quartett dieses Albums um die 1971 geborene Jazzmusikerin und Saxophonistin verschiedene Dinge. Groove und Soul, Herz und Kopf, das Hier und Jetzt. Das tun sie mit Spiritual Jazz und Hard Bop als Ausgangslage.
Den kompletten Vibe von »Indestructible« trägt zu Beginn die Orgel von Abel Boquera, bevor Grossmann mit dem Saxophon und Radomir Milojkovic mit der Gitarre zwischenzeitlich übernehmen. All dies mit einer Leichtigkeit und Klarheit, dass sich Coltrane als Referenz aufdrängt. Obwohl der Sound nicht nach Transzendenz strebt, sondern sich in dem Moment genügt. »Abide« setzt mit seiner Melodie den Schlusspunkt unter diesen Ansatz: Der Song kreiselt vor sich hin, ganz im Sinne des Augenblicks. Man kann in sich selbst dabei spüren, wie »Breakthrough« einen so in die Gegenwart zurückholt. Keine nostalgische Verklärung; einfach Jazz, der bei sich bleibt, der im Kreisen und im Moment seine Klarheit findet.

Breakthrough
